Hüttenfestival in der Romandie. Zum Vergnügen aller

Hüttenfestival in der Romandie

In der Romandie haben wenige, dafür umso motiviertere Hüttenwarte das Festival unterstützt. So wurde in den Hütten Bertol, Saleinaz, Rambert und Vélan etwas für jeden Geschmack geboten – vom Klettern über Musik und Gastronomie bis hin zum Malen und Spielen.

Das vom SAC in einer speziellen Broschüre ausgiebig beworbene Hüttenfestival erfüllte in der französischsprachigen Schweiz die Erwartungen. Die Hüttenwarte und -wartinnen der Romandie trotzten dem ungünstigen Augustwetter und liessen ihre Kreativität und Energie spielen, um dem Fest zum Erfolg zu verhelfen. Glücklich und stolz nahm Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hütten ( rechts ), den « Milestone » von Eric Scheidegger, Staatssekre-

Bertol- und Saleinahütte: « Male deine Hütte !»

Um das Jahr der Hütten vorzubereiten, hatte die Sektion Neuchâtel eine spezielle Kommission eingesetzt, der jedes Mitglied seine Ideen zutragen konnte. So organisierten die Bertol- und Saleinahütte schliesslich einen Malwettbewerb mit dem Thema « Male deine Hütte !». Dieser Initiative war grosser Erfolg beschieden, und die Urheber der sechs ausgezeichneten Werke erhielten zu ihrer Überraschung Gutscheine für eine Übernachtung mit Halbpension mit ihrer Familie in einer der beiden Hütten. In der Saleinahütte gab es zudem jeden Abend Musik. Die Besucher und die Hüttenwarte werden die magischen Momente, die sie beim Betrachten der Gipfel im Abendlicht mit Musik von Mozart im Hintergrund und einem Glas Weisswein in der Hand erlebt haben, nicht so schnell vergessen.

Gaumenfreuden in der Vélanhütte

« Meine Kochkünste haben die Sommersaison gerettet !», sagt ein glücklicher Foto: zvg tariat für Wirtschaft, entgegen. Mit dem Preis wurde der SAC am 14. November für seine Strategie « Bergerlebnis » geehrt. Gemütliche Stimmung in der Bertolhütte, wo man diesen Sommer das « Grosse Hütten-spiel » testen konnte.

Die Vélanhütte, sonst vom Helikopter versorgt, wurde für einmal von Jägern direkt beliefert. Dank ihnen verwöhnte der Hüttenwart die Gäste mit Wildpfeffer.

Foto: Fr ançois Perr audin Foto: Fr ançois Perr audin Raymond Gay. Er kommt gerade erst von der Vélanhütte hinunter, nachdem er eine Woche lang auf 2642 m Wildge-richte zubereitet hat. Im Sommer gehen die Bergsteiger immer weniger auf den Mont Vélan, und seine Hütte liegt auf keiner Wander-rundtour. « Nichts tun? Dann kann man den Schlüssel gleich abgeben !», dachte er sich. Raymond Gay, ein hervorragender Koch, begriff schnell, dass er das Seine dazu beitragen muss, um vom Bewirten der Hütte leben zu können. Um Tagesbesucher anzuziehen, pflegt er deshalb seit bald fünf Jahren das gastronomische Angebot. Das Hüttenfestival hat ihm erlaubt, den Ruf seiner Kochkünste weiter zu verbreiten. Raymond Gay schätzt, dass er rund hundert Übernachtungen mehr hatte dank den in der Broschüre zum Hüttenfestival angekündigten Wildpfef-fern. Seine Jagdfreunde mussten sogar zweimal aufsteigen, um ihn mit Fleisch zu beliefern. Davor bot Gay zwei Tage mit traditioneller Walliser Küche oder mit russischen Spezialitäten: Borschtsch, Pelmeni und Schaschlik, das Ganze mit einem Gläschen Wodka begossen. Um ganze Familien zu einem Besuch zu bewegen, organisierte Gay am Tag des traditionellen Vélan-Crossrennens zudem das « Rallye du Dahu », das mehr als vierzig Tagesgäste auf die Hütte lockte.

Kletterscheue Wanderer in der Ramberthütte

Einen Klettertag organisierte Roland Tacchini, der Hüttenwart der Ramberthütte. Anlass war die Einweihung des neuen, kürzlich von Laurent Monnet eingerichteten Klettergartens. « Viele Leute kamen, aber nur etwa zehn Wanderer wagten es, unter der Aufsicht eines für diesen Anlass extra engagierten Bergführers zu klettern », beobachtete Roland Tacchini. Dennoch bescherte die grosse Zahl der Besucher der Veranstaltung einen fröhlichen, angeregten Rahmen.

Auftritt des « Grossen Hüttenspiels »

Das von der Saleinahütte für das Hüttenfestival organisierte Programm wurde in der Broschüre fälschlicherweise der Bertolhütte zugeschrieben. Die Hüttenwarte der Bertol, Joanna Stettler und Thierry Reymond, liessen sich dadurch nicht beirren: « Wir wollten dann wirklich auch etwas organisieren », sagen sie. So boten sie den Besuchern an, sich mit einer Unterschrift auf den zwei grossen, in den Farben des Jahres der Hütten gehaltenen Fahnen zu verewigen. Dann gaben sie ihren Gästen die Möglichkeit, im Ess- und Aufenthaltsraum das « Grosse Hüttenspiel » des SAC auszuprobieren. Trotz der Begeisterung der Spieler fanden aber nur wenige Schachteln Abnehmer: « Da der Zustieg zur Bertol lang und technisch anspruchsvoll ist, gab es unter unseren Bergsteigerbesuchern wenig Familien und damit auch weniger Interessierte », erklärten sich die Hüttenwarte die Zurückhaltung. a François Perraudin, Le Châble VS/ü Die Saleinahütte und ihr Maskottchen Vor der Saleinahütte bieten der Saleinagletscher und der Chardonnet einen idealen Rahmen für die jungen hoffnungsvollen Maler.

Foto: Roger Burri Beeindruckendes Bergpanorama vor der Ramberthütte: Unweit von der Unterkunft sind Foto: Fr ançois Perr audin etliche schöne Kletterrouten eingerichtet worden.

Foto: Roger Burri

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