Internationale Wettkampfsaison 2003. Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr

Internationale Wettkampfsaison 2003

Mit den Schweizer Meisterschaften der Erwachsenen im Bouldern ( Schaffhausen ) ging Mitte Dezember die Sportklettersaison 2003 zu Ende. Der Europacup der Jugend und der Junioren hatte zuvor traditionsgemäss in Kranj ( Slowenien ) und der Weltcup der Elite mit einer Veranstaltung in den Disziplinen Schwierigkeitsklettern und Bouldern im schottischen Edinburgh seinen Abschluss gefunden.

Mit dem Veranstalter in Edinburgh und vor allem mit einem erstmaligen Austragungsort in China ( Shenzhen ) hat das Sportklettern 2003 sich definitiv weltweit etabliert. In beiden Ländern sollen in den nächsten Jahren regelmässig internationale Wettkämpfe zur Austragung kommen. Beide verfügen über Infrastrukturen in einer Dimension, wie man sie bislang in dieser Sportart nicht angetroffen hat.

Weiter ist in der vergangenen Saison neben den etablierten Stationen in Frankreich, Italien, Slowenien und Russland ein Veranstalter in Valence/F dazugekommen, der vor allem im Bereich der Bildbearbeitung neue Massstäbe setzte. Spektakulärste Live-Bilder, zum Teil direkt aus der Wand heraus gefilmt, sorgten neben einer imposanten Zu-schauerkulisse für unvergessliche Eindrücke. Auch an diesem Ort sollen regelmässig internationale Wettkämpfe organisiert und durchgeführt werden.

Spitzenklassierungen rundum Die Saison 2003 zählt zweifellos zu den erfolgreichsten Jahren des Schweizer Sportkletterns. Insgesamt 13 Finalqualifikationen im Weltcup, drei Kategoriensiege im Europacup sowie zahlreiche weitere ausgezeichnete Klassierungen sowohl im Weltcup als auch im Europacup belegen dies eindrücklich. Die wertvollsten Resultate wurden durch Alexandra Eyer ( 5. Platz WM Elite in Chamonix ), Cédric Lachat ( 3. Platz Weltcup Schwierigkeit in Kranj ), Anthony Sapey ( Vize-Weltmeister 2003 in der Kategorie Jugend A in Bulgarien ) und Matthias Müller ( 5. Platz Weltcup Bouldern in Edinburgh ) erzielt. Der 17-jährige Genfer Anthony Sapey vertritt die nächste Generation von Kletterern, die nicht nur bei den Jugendwett-kämpfen ihre Leistungen erbringen, sondern unaufhaltsam in den Weltcup drängen und sich dort unter den Top Ten klassieren. Anthony gelang dies bei seinen ersten beiden Weltcupeinsätzen gleich zwei Mal! Mit dem höchst erfreulichen Spitzenresultat durch Matthias Müller am Weltcup von Edinburgh haben die Boulderer eine lange Durststrecke überwunden. Matthias erkletterte diesen Rang mit einer rundum überzeugenden Leistung und zeigte damit, dass bei guten

Die österreichische Silber-medaillengewinnerin Angela Eiter in der Finalroute von Shenzhen Fo to s:

Ha ns pe te r S ig rist DIE ALPEN 2/2004

Rahmenbedingungen der Abstand zur Weltspitze sehr gering ist. Die Motivation für die nächste Saison ist damit zweifellos auch für seine Teamkollegen gegeben. 1

Jugend und Junioren: Schwierigkeitsklettern Mit zahlreichen Finalqualifikationen und Podestplätzen im Europacup knüpfte die Nachwuchsnationalmann-schaft nahtlos an die Leistungen der vergangenen Jahre an. Die Leistungsträger Cédric Lachat und Roman Felix – sie kletterten ihre letzte Saison im Nachwuchs – sowie Daniel Winkler und Anthony Sapey waren wiederum für die Podestplätze bei den Herren besorgt. In ihrem ersten Jahr im Europacup gelang dies bei den Mädchen auch Christina Schmid. Mit ihren konstant guten Leistungen wird sie auch in der nächsten Saison regelmässig zu den Favoritinnen ihrer Kategorie gehören.

An den Jugend- und Junioren-WM konnte ein totales Debakel dank des Gewinns der Silbermedaille durch Anthony Sapey im letzten Moment verhindert werden. Die daraus gezogenen Lehren fliessen bereits in die Vorbereitungen für die WM 2004 in Edinburgh ein.

Starke Partner Mit dem weltbekannten Bekleidungs-hersteller « The North Face » konnte in der vorletzten Saison in Zusammenhang

1 Die Ranglisten finden sich im Internet unter http://www.digitalROCK.de/sac_calendar.php, die Pressetexte zu den Resultaten der Schweizer unter http://www.sac-cas.ch in der Rubrik Sport/Sport-klettern/Info/Pressemitteilungen.

mit der neuen Namensgebung Swiss Climbing ein starker Partner für die Nationalmannschaft Sportklettern gewonnen werden. Die Zusammenarbeit wurde in einem ersten Schritt auf drei Jahre fixiert. Bereits heute kann aber festgestellt werden, dass das gute Erscheinungsbild der Nationalmannschaft viel Beachtung findet. Als weiterer wichtiger Partner ist auch immer wieder Swiss Olympic zu nennen. Ohne deren finanzielle Unterstützung sowohl im Nachwuchs- als auch im Elite-Bereich könnte sich die Nationalmannschaft nicht so präsentieren und diese grosse Zahl von hervorragenden Leistungen erbringen. a

Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport Sportklettern Ende November 2003 fand der erste Weltcup in China, in Shenzhen, statt. Dieses Jahr sind zwei Weltcups in China geplant, wiederum einer in Shenzhen, der andere in Shanghai.

Die Schweizerin Alexandra Eyer in der Finalroute des Difficulty-Weltcups von Shenzhen ( CHN ). Sie belegte in der Schlusswer-tung Platz 6.

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