Jahresbericht 2004. Ergänzende Berichte der Ressorts.

Jahresbericht 2004

Die Berichte aus den Ressorts zeigen die Aktivitäten des Clubs auf Zentralverbandsebene. Im Zentralverband selber fand ein Wechsel im Ressort Alpinismus statt: Anstelle der zurückgetretenen Elisabeth Zingg wurde an der Abgeordnetenversammlung 2004 Frank Urs Müller gewählt.

Alpinismus

Auf die AV 2004 trat Elisabeth Zingg zurück. Während sechs Jahren hatte sie das Ressort Alpinismus umsichtig und mit grossem Engagement geführt. Franz Stämpfli verabschiedete sie in Bern mit einem Präsent und persönlichen Worten, aus denen das Bedauern über ihren Rücktritt aus dem ZV hervorging. Auch an dieser Stelle sei Elisabeth Zingg noch einmal für ihren grossen Einsatz und ihr Wirken im SAC gedankt. Als Nachfolger wählte die AV den 46-jährigen Juristen Frank Urs Müller, den ehemaligen Präsidenten der Sektion Weissenstein.

Ausbildung

Daniel Bieri hat als neuer Präsident der Ausbildungskommission die vier Sitzungen des vergangenen Jahres souverän geleitet. Um den Auftrag des ZV betreffend Ausbildungspflicht von Tourenleitern erfüllen zu können, wurden die Sektionen über den Ausbildungsstand ihrer Tourenleiter befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden in den Vorschlag zuhanden des ZV einfliessen. Es wird aber den Sektionen und Tourenleitern weiterhin empfohlen, eine Ausbildung zu absolvieren. Die bekannten Quereinsteigerkurse finden im Jahr 2005 voraussichtlich zum letzten Mal statt.

Unter Führung der Ausbildungskommission arbeitet ein Kernteam an einer SAC-Lehrschrift « Bergsport Winter », deren Herausgabe für Herbst 2005 ge- 0 100 200 300 400 00 01 02 302 363 173 188 265 273 189 253 250 155 418 390 Ausbildungskurse Basis Winter Ausbildungskurse Basis Sommer Tourenleiterkurse Winter Tourenleiterkurse Sommer Jugend und Familie Jugend + Sport ( J+S ) 405 224 348 220 164 392 04 03 00 01 02 04 03 00 01 02 04 03 00 01 02 04 03 00 01 02 04 03 00 01 02 04 03 398 384 171 238 274 372 227 229 164 131 299 307 Das Jahr 2004 war ein typisches SAC-Jahr, mit vielen Gipfelzielen verteilt auf die ganze Breite des Aktivitätenspektrums. Gerade darin liegt die Stärke unseres Clubs. Schreckhorn, Finsteraarhorn und Fiescherhörner vom Bachalpsee aus ( v. l. ) Foto: Kur t S ter chi Kursteilnehmer-Statistik plant ist. Die Ausbildungskommission hat Richtlinien für die Ausbildung ausländischer Bergsteiger im SAC erarbeitet. Weiter wurde zum Lawinenausbil-dungskonzept des SLF Stellung genommen, für die Publikation von ausbil-dungsrelevanten Themen ein Konzept erarbeitet und die Tourenkommission bei der Durchführung der Tourencheftagungen unterstützt. Die Mitglieder der Ausbildungskommission haben verschiedene Kurse des Ausbildungspro-gramms besucht und Kursberichte mit Verbesserungsvorschlägen verfasst.

Touren

Der 2003 mit dem v.b.s. ( Verband Bergsteigerschulen Schweiz ) abgeschlossene Partnerschaftsvertrag betreffend Tourenprogramm des SAC hat sich gut etabliert und ist auch wirtschaftlich interessant. Die Tourencheftagungen stiessen wiederum auf grosses Interesse. Erstmals wurde auch im Tessin eine Tagung durchgeführt. Kompetente Fachleute referierten zum Thema « Sanieren und Erschliessen von Kletterrouten ». Dieses Thema wurde von einer speziellen Arbeitsgruppe unter Einbezug der Tourenkommission aufgegriffen. Geplant ist eine Fachgruppe « Sanieren und Erschliessen » mit Einsitz in der Tourenkommission. In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Haftpflichtrecht wurde ein Mustertouren-reglement für die Sektionen erarbeitet, das direkt bei der Geschäftsstelle bezogen werden kann. Verfügbar sind weiterhin drei Reglemente von einzelnen Sektionen als Muster. Der Präsident der Tourenkommission, Stefan Wullschleger, wird auf die AV 2005 demissionieren, Renzo Haldemann ist als Mitglied zurückgetreten. Neuer Vertreter der Senior/innen ist Milo Huber, Zürich.

Jugend

Zum Erfolg des vergangenen Jahres haben gestiegene Jugendmitgliedschaften, die gute Arbeit der Jugendkommission und der Jugendverantwortlichen sowie interessante, gut besuchte Regionaltagungen beigetragen. Neben drei Jugend-kommissionssitzungen fanden verschiedene Arbeitsgruppensitzungen statt. So wurde ein Konzept zur Durchführung von Verbandslagern erarbeitet und umgesetzt. Tanja Peter, die Jugendverantwortliche, verliess die SAC-Geschäftsstelle per Ende Januar 2005. Ihre Nachfolgerin Andrea Fankhauser hat bereits auf der Geschäftsstelle im Bereich Alpinismus gearbeitet, weshalb sie das Metier kennt. Der neue Präsident der Jugendkommission, Andreas Bardill, hat sein erstes Jahr gut gemeistert. Generell scheint der Bereich Jugend in einer Konsolidierungsphase zu sein. Die Jugendkommission hat sich intensiv mit dem neuen Leitbild auseinander gesetzt. In diesem Rahmen und mit Blick auf die generelle Entwicklung soll die künftige Position der Jugend kritisch und mit wachem Geist beobachtet werden. Für die Zukunft ist ein Ju-gendmedienprojekt unter Einbezug der Sektionen geplant. Zudem ist die im Jahr 2006 in der Schweiz stattfindende UIAA-Jugendkommissionssitzung vorzubereiten.

Leistungssport

Sportklettern

Das Jahr 2004 kann dank den sportlichen Erfolgen von Athlet/innen wie Alexandra Eyer, Christina Schmid, Matthias Müller, Cédric Lachat und Daniel Wink- Die Verantwortlichen im Ressort AlpinismusFrank Urs Müller, Mitglied Zentralvor- stand, RessortleiterDaniel Bieri, Präsident Ausbildungs- kommissionStefan Wullschleger, Präsident Tou- renkommissionAndreas Bardill, Präsident Jugend- kommission Familien und Jugendliche sorgten für den erfreulichen Mitgliederzuwachs im SAC. Die künftige Position der Jugend im Rahmen der Leitbilddiskussion wird von der Jugendkommission kritisch und mit wachem Geist beobachtet.

Foto: Archiv SAC/Matthias Gehri Foto: zvg ler sowie dem Eiskletterer Samuel Anthamatten als bisher erfolgreichste Saison bezeichnet werden. Daraus entwickelte sich in verschiedenen Bereichen des Sportkletterns ein eigentlicher Boom: In der Schule ist Klettern populärer denn je, Leiterkurse sind ausgebucht und müssen doppelt geführt werden, regionale Wettkämpfe stossen mit gegen 200 Teilneh-mer/innen an ihre logistischen Grenzen, und im Wettkampfkalender findet sich kaum noch ein freies Datum. Mit dem Gewinn des Sonderpreises für die beste Verbandsarbeit im Bereich der Nachwuchsförderung anlässlich der Credit Suisse Juniors Awards 2004 erhielt das Sportklettern im Frühjahr höchste und viel beachtete Anerkennung. In den Neueinstufungen der Sommersportarten durch den Dachverband Swiss Olympic machte das Sportklettern einen grossen Sprung nach vorne. Aufgrund der Beurteilung der Entwicklung der letzten vier Jahre, vor allem aber auch nach den zahlreichen Erfolgen auf allen Ebenen im vergangenen Jahr, wurde das Sportklettern neu in der Kategorie 2 eingestuft. Mit dieser deutlichen Aufwertung ist auch eine höhere finanzielle Unterstützung durch Swiss Olympic verbunden. Damit befindet sich Sportklettern im Kreis der bedeutendsten Sportarten und verfügt über eine stabile Basis für die Zukunft.

Skialpinismus

In der Saison 2004 hat sich die Schweiz in der Disziplin Skialpinismus nochmals gesteigert und weltweit als Nummer 1 abgeschlossen. Unsere Athleten waren auf dem internationalen Niveau absolute Spitze und errangen an der WM eine unerwartete Anzahl an Medaillen und Weltmeistertiteln. Die Entwicklung des Sports auf nationaler Ebene verläuft ebenfalls sehr erfreulich. Die Teilnehmerzahlen an den nationalen Wettkämpfen haben überall zugenommen. Der Skialpinismuswettkampf wird immer populärer – erfreulicherweise auch in der Deutschschweiz –, auch dank der Einführung der allen offen stehenden neuen Kategorie « Fun Pop ». Somit hat sich diese Sportart, lange Zeit eine Domäne der Westschweiz, heute im ganzen Land etabliert. Nicht zu vergessen sind die hervorragenden Resultate der Swiss-Team-Mitglieder an der Patrouille Suisse, wodurch das Nationalteam landesweit bekannt wurde.

Die internen Strukturen der Skialpi-nismuskommission sind ebenfalls an diese Anforderungen und Erwartungen angepasst worden. Damit ist ein erfolgreiches Weiterführen der Entwicklung der Sportart innerhalb unseres Verbandes garantiert. Die Verantwortlichen im Ressort LeistungssportLeo Condrau, Mitglied Zentralvor- stand, RessortleiterUrs Neu, Präsident Technische Kom- mission SportkletternRomain Ducret, Präsident Technische Kommission Skialpinismus Matthias Müller, hier am Boul-der-Weltcup in Houzou/China, war 2004 massgeblich am Erfolg des Sportkletterns beteiligt. Skitourenfahrer mit Snowboard ist eine Zielgruppe, die der SAC über das Jugendpro-jekt « Pandaction Snowdays » ansprechen will. Im Hintergrund die Nordwand des Petit Combin Foto: Archiv SAC/Matthias Gehri Foto: Urs Schönenberger

Hütten

Nach dem Rekordjahr 2003 ging die Zahl der Übernachtungen in den Clubhütten im vergangenen Jahr erwartungsgemäss zurück. Gegenüber 2002 bedeuten die rund 310 000 Übernachtungen aber dennoch eine Steigerung von 4%. 2004 konnten die Finsteraarhorn- und die Lischanahütte wieder dem offiziellen Betrieb übergeben werden. In Angriff genommen wurden die Erweiterungsbauten der Capanna Corno-Gries und der Wildstrubelhütte. Der Baubeginn der Cabane du Trient musste wegen einer Baueinsprache um ein Jahr verschoben werden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 23 Subventionsbegehren für Unterhaltsarbeiten in der Höhe von rund 300 000 Franken bewilligt. Neben den Bauprojekten begleitete die Hüttenkommission 14 Sektionen, die für die Jahre 2005–2009 Hüttensanierungen und -umbauten vorsehen, u.a. die Cabane des Vignettes, die Capanna Motterascio, die Brunni- und die Sewenhütte. Parallel dazu wurden mehrere Wettbewerbe auf Einladung für Hüttenbauten durch die Hüttenkommission vorbereitet und unterstützt. Beim Gemeinschaftsprojekt « Monte Rosa » mit der ETH Zürich wurden markante Fortschritte bei der Planung durch die Studenten erzielt. Über das weitere Vorgehen bei diesem aussergewöhnlichen Projekt wird im Frühling 2005 entschieden. Rund um die Revision des Hüttenreglements 2000 wurden Thesen zur neuen Ausrichtung erarbeitet, wobei erste Entscheide an der AV 2004 und der PK 2004 fielen. Bis Herbst 2005 soll ein erster Entwurf des neuen Reglements vorliegen, der dann in der ersten Jahreshälfte 2006 in die Vernehmlassung geht. Die Einführung des revidierten Hüttenreglements ist für Ende 2006 geplant. Im Hüttenmarketing wurde die erfolgreiche Kooperation mit den CSS-Versicherungen intensiviert und die Broschüre « Höhenflüge » neu aufgelegt. Dass die beteiligten Hütten ihre Übernachtungszahlen auf dem Niveau von 2003 halten konnten, spricht für dieses Produkt, das auch in den Medien sehr präsent war. Die Hütten- und Mobili-tätsplattform www.alpenonline.ch wurde im vergangenen Jahr grundlegend überarbeitet und neu gestaltet. Im Bereich Aus- und Weiterbildung konnten die Hüttenchefs an den regionalen Tagungen mit fachlichen Inputs bedient und in der Region Ostschweiz eine Hüttenchef-tagung wieder aktiviert werden. In zwei Hüttenwartskursen in französischer und deutscher Sprache wurden rund 30 Personen auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Umwelt

2004 wurden verschiedene Ressortpro-jekte abgeschlossen, u.a. « Naturverträgliche Wintertouren » 1 sowie die Mobilitätskampagne « Alpen retour », aus der die umfassende Internetplattform www.alpenonline.ch für kartengestützte Tourenplanung und Hütteninformatio-nen hervorging. Gemeinsam mit Swiss Ski und Swiss Topo wurde das Projekt « Schutzgebiete auf Skitourenkarten » in Angriff genommen. Mit den Blättern Walenstadt und Montafon soll die Umsetzung getestet werden. Im Bereich Bergsport–Naturschutz–Freier Zugang konnten wir durch aktive Mitarbeit in der nationalen Arbeitsgruppe « Natursport » mit dem Expertenworkshop « Sport- und Freizeitaktivitäten in Natur und Landschaft » im Januar 2004 einen ersten Meilenstein mit breitem Echo setzen. In verschiedenen Gebieten, vorab jedoch im Basler Jura, sind wir immer noch intensiv mit der Problematik Klet-tern–Naturschutz beschäftigt. Mit der Publikation der Broschüre « Campieren und Biwakieren in den Schweizer Bergen – mit Rücksicht auf die Natur » schlossen wir eine häufig nachgefragte Informati-onslücke. Das Ausbildungsmodul « Alpine Natur und Umwelt » für die Bergführerausbildung führten wir im zweiten Jahr modifiziert und optimiert mit Erfolg durch. Zusammen mit der Hüttenkommission wurde das Projekt « Vom Plumpsklo zum High-Tech-WC » gestartet. Der Leitfaden « Hütten und Landschaft » wurde fertig gestellt. 2 Auch das Thema Erschliessung im Alpenraum beschäftigte uns stark, z.B. im Gebiet Titlis– Melchsee–Frutt–Hasliberg. 3 Im Jahr 2004 wurden Petra Vögeli, Sektion Zindelspitz, und Aleardo Zacheo, Sektion Bellinzona e Valli, neu in die Umweltkommission aufgenommen. In zahlreichen Sektionen konnten wir neue und motivierte Sektionsbeauftragte begrüssen. Leider ist der Anteil an Sektionen ohne Beauftragte oder solche, die kaum aktiv sind, aus unserer Sicht immer noch hoch. Wir betrachten es als Herausforderung der nächsten Jahre, in diesen Sektionen ebenfalls motivierte Mitglieder für dieses Amt zu finden. Erstmalig wurden die Jahrestreffen wie in anderen Ressorts in Form von drei regionalen Treffen abgehalten. Trotz des anspruchsvollen und etwas trockenen Themas « Neues Leitbild 05 » war die Teilnahme zufrieden stellend. Die wertvollen Anregungen aus den engagierten Diskussionen konnten noch vor Ende 2004 in die Arbeitsgruppe Leitbild eingebracht werden. Mit den ständig zunehmenden Aufgaben und dem unterdessen sehr guten Ruf des SAC im Bereich Bergsport–Naturschutz–freier Zugang ist das Ressort zusätzlich zu allen andern Aufgaben stark belastet. Eine de- 1 Eine Projektevaluation ist im Gange und wird 2005 abgeschlossen. Da die Thematik vor allem wegen der starken Trendentwicklung beim Schneeschuhwandern weiterhin aktuell bleibt, wird im Jahr 2005 über ein mögliches Folgeprojekt entschieden. 2 Der Leitfaden wird auf den Sommer 2005 hin veröffentlicht. 3 Nähere Angaben zu allen Projekten und Themen des Ressorts können dem im März erschienenen Ressort-Jahresbericht entnommen werden, der auf der SAC-Homepage als PDF-Dokument verfügbar ist.

Die Verantwortlichen im Ressort HüttenDaniel Suter, Mitglied Zentralvor- stand, RessortleiterPeter Büchel, Präsident Hüttenkom- mission 0 20 000 40 000 60 000 80 000 100 000 120 000 140 000 160 000 180 000 Nichtmitglieder Jugend SAC-Mitglieder Gratis 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Übernachtungszahlen nach Besuchergruppen taillierte Analyse unseres Bereichs durch eine Arbeitsgruppe des Zentralvorstands zeitigte Anträge für eine Überprüfung der angespannten Ressourcensituation. Entsprechende Entscheide stehen für 2005 an.

Rettung/Medizin

Rettung

Eine Arbeitsgruppe hat an insgesamt vier Arbeitstagungen und einer Reihe informeller Besprechungen das Projekt « Vision 2005 » vorangetrieben. Im November erfolgte an der Präsidentenkonferenz eine Konsultativabstimmung über die vorgeschlagene Richtung. Mit 78:9 Stimmen erteilte die PK der Arbeitsgruppe den Auftrag, die Gründung einer Stiftung weiterzuverfolgen. An der Abgeordnetenversammlung im Juni 2005 wird über die Zukunft der Alpinen Rettung entschieden. Mit den Kantonen Uri und Schwyz konnten interessante Leistungsvereinbarungen abgeschlossen werden, in den Kantonen GR, GL, LU, VD, TI und NE wird noch darum gerungen. Mitte Januar 2004 konnte die Arbeitstagung der IKAR auf der Diavolezza im Engadin mit über 100 IKAR-Vertretern aus 13 Nationen durchgeführt werden. Schwerpunkte waren die Aufarbeitung von Steileisret-tungen durch die Teilnehmer des CAI und des SAC, der Einsatz moderner Suchmittel auf Lawinen wie LVS aus Heli, Recco usw., Demonstrationen von Lawinensondierung sowie Produktprä-sentationen von Partnerfirmen.

Seit Januar 2004 werden die Einsätze von den Rettungschefs online mit der Software Navision erfasst. Dank der Einbindung der Rettersoftware in die SAC-Infrastruktur können Doppelspurigkeiten weitgehend eliminiert werden. Unser langjähriger Technischer Leiter Winterrettung, Ueli Frei, hat aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt bekannt gegeben. Trotz intensiver Suche ist noch kein Nachfolger gefunden worden. Wichtige Themen wie Einsatz Chamonix-Winde, effiziente Kurzeinsätze auf Kleinlawinen, Einsatz moderner Suchmittel konnten erfolgreich und unfallfrei an die Zonen-kader weitergegeben werden. Seit Januar 2004 arbeitet Jürg Martig als Chef Mate- Die Verantwortlichen im Ressort UmweltDr. Christian Gysi, Mitglied Zentralvor- stand, RessortleiterDr. Monika Frehner, Präsidentin Kom- mission Umwelt Die Verantwortlichen im Ressort Rettung/MedizinAdriano Censi, Mitglied Zentralvor- stand, RessortleiterAndreas Lüthi, Präsident Rettungs- kommissionDr. Tobias Merz, Präsident Medizini- sche Kommission Foto: Ar chiv SA C/Matthias Gehri Foto: Archiv SAC/Matthias Gehri Foto: zvg 2004 wurden rund 310 000 Hüttenübernachtungen verbucht – erwartungsgemäss weniger als nach dem Jahrhundertsommer 2003, aber 3,5% mehr als 2002. Dazu beigetragen hat u.a. auch die offiziell wieder eröffnete Finsteraarhornhütte.

Die Finanzierung der SAC-Hütten war, ist und bleibt eine zentrale Herausforderung für den gesamten Club. Im Bild die Bächli-talhütte/BE Respektvoller Umgang mit der Natur ist ein wichtiges Anliegen des SAC. Das vom Bereich Umwelt herausgegebene Merkblatt « Campieren » soll dazu beitragen, dass dieser Respekt auch beim Campieren in den Bergen zum Tragen kommt.

rial. Das Sicherheitskonzept, welches in nächster Zeit in der Alpinen Rettung angewandt werden soll, verlangt einen intensiven Arbeitsaufwand. Bis Ende Jahr wurde eine Bestandesaufnahme der Einsätze, Ressourcen und der Gefahren in den Rettungszonen gemacht, welche nun ausgewertet wird.

Publizistik

Zeitschrift DIE ALPEN

Das vergangene Jahr war für die Zeitschrift in mehrfacher Hinsicht erfolgreich. Inhaltlich konnte mit dem « ALPEN-Folio » ein neues Element eingeführt werden, das unsere Clubzeitschrift noch attraktiver macht. Weiter wurde im Jahresverlauf die Zeitschrift als Ganzes mit Vollsuchfunktionen im Internet aufgeschaltet, und zwar rückwirkend bis 2001. Schliesslich hat sich auch der Leserkreis der ALPEN wesentlich vergrössert: Bei einer Auflage von ca. 90 000 Exemplaren lesen heute an die 170 000 regelmässig die ALPEN. Im Werbebereich wurde ein Rekordergebnis verzeichnet, was sich positiv auf die Ertragslage der Zeitschrift auswirkte: Erneut konnte mit einem wesentlich höheren als budgetierten Ertragsüberschuss abgeschlossen werden. Dabei hatten durch die Subventionskürzungen beim Postversand die Portikosten auf 2004 massiv um ca. 15% zugenommen. Durch eine Anhebung der Seitenzahlen in den besonders werbestarken Heften wurde der redaktionelle Umfang grundsätzlich auf dem Stand des Vorjahres gehalten.

Verlag

Einen neuen Rekord vermeldet der SAC-Verlag für das Jahr 2004: Gedruckt wurden von 16 Titeln 48 000 Exemplare, was dem Volumen eines Sattelschleppers entspricht. Noch mehr Bücher wurden aber verkauft: 55 000 Exemplare fanden den Weg in die Rucksäcke der SAC-Mit-glieder und in die Bücherge-stelle der Bergfreunde.

Mit den zehn am besten verkauften Büchern wurde ein Umsatz von rund 500 000 Franken erzielt, was einem Drittel des gegenüber 2003 praktisch stabilen Umsatzes entspricht. Unter den Bestsellern findet sich das von Altmeister Philippe Metzker 2004 total neu überarbeitete Buch Alpinwandern Schweiz – von Hütte zu Hütte. Wurden von der deutschen Ausgabe 3197 Ex. verkauft, waren es von der französischen Version Randonnées alpines – d' une cabane du CAS à l' autre 2097 Ex. – ein weiterer Beweis dafür, dass in der Romandie die SAC-Bücher sehr geschätzt werden. Alle Bücher aus dem SAC-Verlag enthalten ab Jahrgang 2003 die neue SAC-Schwierigkeitsbe-wertung für Alpinwanderungen, die so genannte T-Skala. Dieses bewährte Gütesiegel hat sich als Kaufanreiz entpuppt.

Kultur

Das wichtigste Geschäft war die Vorbereitung der 23. SAC-Kunstausstellung 2005. Zusammen mit dem Kunstmuseum Thun und dem Schweizerischen Kunstverein wurde ein Projekt ausgearbeitet, das nun vom 1O. Juli bis 18. September 2005 im Kunstmuseum Thun realisiert wird. Ziel ist, das Bewusstsein für die Bergthematik in aktueller Form zu fördern. Die Auseinandersetzung mit der Bergwelt ist ein kultureller Akt. Mit dieser Ausstellung soll der Zugang zur Bergwelt auch für ein Kunstpublikum ermöglicht werden. Und gleichzeitig die Lust auf das andere wecken: Die Sportler gehen ins Museum, die Kulturmenschen setzen sich mit der Natur auseinander. Die Ausstellung wird unter dem Titel « hoch hinaus » stehen.

Im Rahmen einer zweitägigen Klausur wurde das Verständnis von Kultur im SAC im Allgemeinen und in der Kulturkommission im Besonderen eingehend diskutiert. Die Zielformulierungen sollen im Jahre 2005 ausgearbeitet werden. Im Herbst fand der traditionelle « Kulturtreff » für die Kulturbeauftragten der einzelnen Sektionen im Kunstmuseum in Thun statt. Im Mittelpunkt stand das ausgezeichnete Referat von Dr. David Streiff, Direktor des Bundesamtes für Kultur, mit einer anschliessenden angeregten Diskussion. Mitte Dezember hat John Ammann als Präsident der Kulturkommission demissioniert. Neu führt Werner Schildknecht die Kulturkommission.

Bibliothek

Die massgebliche schweizerische Refe-renzsammlung für Alpinliteratur ist ein Beitrag des SAC zur Kultur des Landes. Im Frühling entschloss sich der Vorstand Die Verantwortlichen im Ressort PublizistikCatherine Borel, ZV-Mitglied, Ressortleiterin und Präsidentin Zeitschriften-kommissionHans Bräm, Präsident Verlagskommis- sionJohn Ammann, Präsident Kulturkom- mission bis 04 Barbara und Jürg Stüssi-Lauterburg, Co-Präsidium Bibliothekskommission Mit dem Projekt « Vision 2005 » soll die finanzielle Zukunft der Alpinen Rettung SAC gesichert werden. Ein verlässlicher Partner ist und bleibt die Rega.

Seit Januar 2004 werden die Einsätze von den Rettungschefs online erfasst. Mitgezählt werden auch die Lawinenhunde.

Foto: zvg Foto: zvg der SAC-Sektion Uto, die 1997/98 als Dauerleihgabe in die Zentralbibliothek des SAC überführten Uto-Bibliotheks-bestände der SAC-Bibliothek zu schenken. In einem Anfang 2005 zu unterzeichnenden Schenkungsvertrag wird die selektive Integration von rund 500 der insgesamt ca. 2100 Bände festgelegt. Die Eingliederung und Katalogisierung der wertvollen Ergänzung der eigenen Altbestände ist dank intensiver Vorarbeiten einer Reihe von Beteiligten – stellvertretend dafür steht Manfred Hunziker – in die Wege geleitet. Die umfangreiche Panoramensammlung konnte durch Erwerb bzw. Schenkung um interessante Werke erweitert werden, so das im Auftrag der SACSektion St. Gallen von Albert Heim aufgenommene Rundpanorama vom Säntis mit handschriftlichen Ergänzungen und Korrekturen von Eduard Imhof. Gegenüber dem Vorjahr sind ein Zuwachs von 448 Werken und eine Zunahme der Ausleihen um ca. 10% zu verzeichnen.

Marketing/Logistik, Recht und Finanzen

Marketing/ Logistik

Die verschiedenen Marketingaktivitäten aller Bereiche haben gemeinsam die Stärkung der Marke SAC zum Ziel, deren Image sich langsam, aber stetig wandelt. Der SAC wird vermehrt als moderner Bergsport- und Tourismusverband wahrgenommen, der zur Natur Sorge trägt und offen ist für neue Ideen und Angebote. Eine Mitgliederumfrage hat neben einer hohen Zufriedenheit unserer Mitglieder auch gezeigt, dass ein verstärktes Engagement im Bereich Umwelt und für die Erhaltung der SAC-Hütten erwünscht ist. Der neue Kollektivvertrag mit der CSS-Krankenkasse oder das 100-Franken-Gutschriftsangebot der Rätia Energie für Neukunden sind Beispiele für erfolgreiche Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Partnern. Die steigende Mitgliederzahl – 108 264 Personen waren Ende 2004 SAC-Mitglieder – ist ebenso erfreulich wie der stark erhöhte Frauenanteil von fast 29%. Noch vor acht Jahren waren es lediglich 20%. Erfolgreich ist auch die gut funktionierende Mitgliederverwaltung mit dem intensiv genutzten Online-Zugang zu den Mitgliederdaten.

Internationale Beziehungen

Die UIAA, Dachorganisation aller Alpinverbände der Welt, hat im September in New Delhi eine entscheidende Weichen-stellung vorgenommen: Der Wettkampfsport soll in Zukunft innerhalb der UIAA einen höheren Stellenwert erhalten. Nach einer massiven Erneuerung des Vorstandes verbleibt Jürg Schweizer, Sektion Davos, als einziger Schweizer im neunköpfigen Vorstand. Der Club Arc Alpin, CAA, entwickelt sich zu einer stabilen Dachorganisation der Alpenvereine des Alpenbogens. Im Februar verabschiedete der CAA « Natur- und Umweltrichtlinien für Wettkämpfe im Skialpinismus ». Im September wurde in Ljubljana der Vorstand erneuert. Michael Caflisch, Mitglied des Zentralvorstandes SAC, vertritt den SAC im CAA-Vorstand.

Recht

Die Geschäftsstelle wurde im Rahmen der Tourenleitererhebung, die auch für den Bereich Recht wesentliche Erkenntnisse herzugeben versprach, unterstützt. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Ausarbeitung des SAC-Sport-Rekurs-reglementes und der Revision der Ver-lagsverträge gewidmet. Leider verliefen sowohl bilaterale Gespräche mit einer namhaften Versicherungsgesellschaft hinsichtlich einer möglichen Übernahme der gegenwärtigen Haftpflichtversiche-rung als auch eine umfassende Offert-runde auf dem Markt ergebnislos. Die aktuelle Entwicklung der Haftpflichtprä-mien war absehbar. Ein Antrag des Ressortleiters Recht im Frühling 2004 zur Einführung einer Aus- oder Fortbildungspflicht der Tourenleiter mit dem Erfreulicherweise sind 2004 die Mitgliederzahlen weiter angestiegen. Beliebt als Winter-sportbetätigung sind Skitouren. Nordabfahrt am Giglistock Die Vielfalt des SAC-Verlags-angebots in der SAC-Buchaus-lieferung in Chur Foto: Kurt Sterchi Foto: zvg Ziel, die Prämienhöhe im Sinne der Verstärkung der SAC-internen Präventions-bemühungen zu stabilisieren, wurde vom ZV an die Ausbildungskommission zur Prüfung weitergeleitet. Arbeitsgruppe Haftpflichtrecht: Die Arbeitsgruppe Haftpflichtrecht befasste sich mit zahlreichen Fragen, u.a. damit, wie eine Kletterroute juristisch zu qualifizieren ist. Die Komplexität dieser Frage führte zur Vergabe eines Studienman-dats an einen Rechtsprofessor einer schweizerischen Universität. Erste Resultate sind gegen Frühling 2005 zu erwarten. Im Weiteren zu nennen sind die Neukonzipierung des SAC-Mustertou-renreglementes, die Aufarbeitung sowie SAC-interne Publikation von bedeutenden Haftpflichtfällen, die Analyse der Frage der Organisationshaftung innerhalb des SAC sowie der Aufbau eines Netzwerkes von Anwälten. Sektionsangelegenheiten: 2004 brachte Anfragen zu allerlei Problemen. Mitglieder von Sektionsvorständen oder auch einzelne Vereinsmitglieder erkundigten sich vor allem zu haftpflichtrechtlichen Problemen wie Haftpflicht der Tourenleiter, Haftpflicht bei neu errichteten Klettersteigen, rechtliche Fragen zur Betreibung einer Kletterwand sowie zu Problemen der Versicherungsdeckung im Allgemeinen. 4 Auch die Frage nach der Festlegung der Beiträge in den Sektionsstatuten war ein wiederkehrendes Thema. Das Vereinsrecht wurde in der Wintersession 2004 der Eidgenössischen Räte geändert und vereinfacht. 5 Internationales Gegenrecht auf Schutzhütten: Die Verantwortlichen des Bereichs Hütten der sechs Gründervereine trafen sich im Juni 2004 in Mailand, um unter anderem eine neue Vereinbarung über das Gegenrecht auf Berghütten im Alpenraum zu beschliessen. Nach jahrelangem stetigem Verkomplizieren des Abkommens war dieses schlichtweg nicht mehr verständlich. Der Ressortleiter Recht – als Präsident der Konferenz – sowie der Bereichsleiter Hütten des SAC haben das Abkommen in struktureller, sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht erneuert und dieses im Vorfeld der Konferenz den Gründervereinen zur Vernehmlassung unterbreitet. Der Entwurf wurde von den Gründervereinen an der Versammlung genehmigt. Im Dezember folgte eine Beitrittsanfrage von Portugal. Die Konferenz wird sich an der nächsten Konferenz im Juni in Madrid damit auseinander setzen. a Die Verantwortlichen im Ressort Marketing/Logistik, Recht und FinanzenMichael Caflisch, ZV-Mitglied, Ressortleiter Marketing/LogistikChristian Cotting, ZV-Mitglied und JuristThéo Engel, ZV-Mitglied und Finanz- chef 4 Vgl. ALPEN-Beitrag 10/2004 zum Versicherungsschutz für SAC-Mitglieder 5 Vgl. ALPEN-Beitrag 2/2005 über die neue Regelung Familie Jugend Einzel Einzel Jugend Familie 2001 95417 101502 104846 108042 2002 2003 2004 0 Total 10000 20000 30000 40000 50000 60000 70000 80000 Entwicklung der Mitgliederzahlen Im Jahr 2002 wurde im SAC die Familienmitgliedschaft eingeführt. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden 2001 die Einzelmitglieder mit Ehe-partner/Lebenspartner zur Kategorie Familie umgewandelt.

Foto: Kur t S ter chi Bergwandern ist die beliebteste unter den alpinen Sportarten. Ob anspruchsvoll oder gemütlich, im SAC hat beides Platz. Schwarzsee mit Obergabelhorn

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