James D. Forbes : Travels through the Alps.
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James D. Forbes : Travels through the Alps.

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Redaktion.

Travels through the Alps by the late James D. Forbes. New

edition revised and annotated by W. A. B. Coolidge. London, Adam & Charles Black, 1900. Price 20 s.

Im Jahre 1859 sammelte Professor Forbes selbst seine zerstreuten Essays und Notizen über Gletscherforschung in einem Bande, betitelt: Occasional papers on the Theory of Glaciers, new first collected and chronologically arranged ( Edinburgh, A. & C. Black ), aber er hat nie daran gedacht, seine höchst interessanten Schriften über seine Studienreisen in den Alpen zusammenzustellen, und es ist ein sehr glücklicher Gedanke seiner Verleger gewesen, diese Lücke auszufüllen und mit der Neuherausgabe der gesammelten Reisen von Forbes einen so kompetenten Mann wie Mr. Coolidge zu betrauen. Die gegenwärtige Ausgabe umfaßt 1. Travels through the Alps of Savoy and other parts of the Pennine Chain, ursprünglich herausgegeben 1843 und vermehrt 1845; 2. Journal of Excursions to the High Alps of Dauphiné, Berne and Savoy, ursprünglich gedruckt am Schluß von Forbes'Norway and its glaciers, visited in 1851, herausgekommen 1853; 3. Pedestrianism in Switzerland, ursprünglich erschienen in der Quarterly Review, April 1857; 4. Topography of the Chain of Mont Blanc, ursprünglich erschienen in der North British Review, März 1865. Die zwei erstgenannten Bücher sind ins Deutsche und Französische übersetzt worden und sehr bekannt, die beiden Essays aber auf dem Kontinent wohl nur wenigen Fachleuten bekannt geworden. Gerade diese sind aber von dem größten historischen Interesse, weil Forbes wie sein Freund Bernhard Studer einen Übergang bildet von der ältern kleinern Generation der Alpenforscher aus der ersten Hälfte zu dem so viel zahlreicheren Geschlecht der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Und man soll nicht sagen, daß diese Schriften für uns veraltet seien, und eine Auffrischung mit modernen Anmerkungen nicht lohnten. Forbes gehört zu den unvergänglichen Schriftstellern, die man immer wieder lesen kann, die jugendlich bleiben, trotzdem manche ihrer Sätze und Behauptungen von der Zeit überholt oder als irrig nachgewiesen worden sind. Ganz besonders der Essay über das Fußreisen in der Schweiz, der anknüpft an Mr. Wills Buch: Wanderings among the High Alps, liest sich noch jetzt mit Nutzen, und die darin enthaltenen Winke über alpine Gefahren sind keineswegs überflüssig oder unrichtig geworden. Der Artikel über die Topographie der Mont Blanc-Kette giebt eine kritische Übersicht über das 1865 vorhandene Kartenmaterial dieses ausgedehntesten aller europäischen Gletschergebiete und schließt mit dem Hinweis auf die eben erschienene O'Reilly'sche Karte, die er als das beste existierende Bild der Topographie der Mont Blanc-Kette bezeichnet. Dabei hebt er mit Genugthuung hervor, daß ein Privatmann und ein Engländer den Staaten Frankreich, Italien und Schweiz zuvorgekommen sei, deren Aufgabe es eigentlich wäre, gemeinsam eine Karte in gleichem Maßstabe des an den Grenzen ihrer drei Länder liegenden höchsten Massivs von Europa herzustellen. Mr. Coolidge hebt in einer Anmerkung hervor, daß dieser Vorsprung in verstärktem Maße sich wiederholt habe in der von Imfeld, Kurz und Barbey privatim erstellten Mont Blanc-Karte. Der Referent wünscht hier zu wiederholen, daß nach seiner Ansicht, und bei aller Anerkennung des Verdienstes seiner drei Landsleute, damit das Bedürfnis nach einer topographischen Karte des Mont Blanc-Gebietes nach den von Forbes richtig angegebenen Grundsätzen noch, nicht erfüllt ist. Damit sind wir auf die Arbeit gekommen, welche der Herausgeber, für das Mont Blanc-Gebiet mit Unterstützung von M. Kurz, der neuen Ausgabe von Forbes'Reisen gewidmet hat, um sie „ up to date " zu bringen und für den modernen Leser wieder ganz nutzbar zu machen. Diese Arbeit besteht erstens in einer Einleitnng, in welcher der Platz, den Forbes in der Geschichte der Erforschung der Hochalpen einnimmt, genau umschrieben wird. Forbes'Leistung, abgesehen von seiner Bedeutung für die Gletscherforschung und -theorie, besteht nach Coolidge darin, daß er l. einer der frühesten englischen Erforscher der Hochalpen war; 2. daß er das erste detaillierte Buch in englischer Sprache über Erforschung der Hochalpen geschrieben hat; 3. daß er die Brücke bildet zwischen Saussure und den Gründern des Alpine Club. Das ist schon viel; für uns Schweizer kommt hinzu, daß Forbes neben den Studer, Ulrich, Vogt, Desor und Agassiz dazu beigetragen hat, die Wichtigkeit der Erforschung des Schweizer Hochgebirgs dem gebildeten Publikum klar zu machen und dessen Interesse für Gebirgsreisen zu wecken.

Zweitens hat Mr. Coolidge eine Menge von Anmerkungen, durch viereckige Klammern kenntlich gemacht, unter den Text, der sonst ganz unverändert geblieben ist, gesetzt, wo derselbe Verbesserungen oder Ergänzungen nötig hatte. Diese Aufgabe verlangt nicht nur große Kenntnisse, sondern auch viel Takt, um nicht den Autor da zu meistern, wo der Vorteil des Kommentators nur in der fortgeschrittenen Zeit liegt. „ Die Anmerkungen sollen nur dem modernen Leser zum vollen Verständnis der wunderbar interessanten Erzählung von Forbes verhelfen. Zu diesem Zwecke sind auch seine Höhenangaben mit den modernsten Karten verglichen, damit der Leser selber sehe, wie genau Forbes vor einem halben Jahrhundert mit verhältnismäßig unvollkommenen Instrumenten gearbeitet hat. " Man wird natürlich an einzelnen Anmerkungen Kritik üben können, so bin ich z.B. nicht der Meinung, daß der alte Name Krämerthal nichts mit Gressonay zu thun habe ( pag. 330 ). Auch könnte ich die Ansicht von Coolidge über Bergkrankheit ( pag. 492 ) nicht unterschreiben u.a. m. Der Begleiter von B. Studer auf der gemeinsamen Reise mit Forbes im Jahre 1842 ( pag. 251 ), H. Glaus, stammte aus Erlenbach, nicht aus dem Haslithal. Aber abgesehen von solchen Kleinigkeiten zeigt auch dieses Werk wieder die ungewöhnliche Kompetenz von Mr. Coolidge für solche Publikationen, und der Leser darf ruhig aus dieser Fundgrube Belehrung schöpfen, er riskiert nicht, durch die Anmerkungen irre geführt zu werden. Die innere und äußere Ausstattung des Bandes von XXXVIII und 572 Seiten, gr. 8 °, ist eine sehr gute. Die veralteten Lithographien der ersten Auflagen sind nicht reproduziert worden, die topographischen Skizzen sind verkleinert, aber unverändert in den Text aufgenommen, die große Aufnahme der Mer de glace von Forbes ist unverändert wiedergegeben, aber die ( nicht von ihm stammende ) Karte der penninischen Alpen durch eine neue Umrißkarte in großem Maßstabe mit eingezeichneter Route ersetzt worden. Ganz neu sind beigefügt worden Karten des Dauphiné und Berner Oberlandes mit Forbes'Routen, ebenso eine neue Darstellung des Gletscherbeckens von Tour, Trient, Argentière und Saleinaz.

Redaktion.

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