Job aufgegeben Serie zu verrückten Ideen normaler Berggänger

Gabriel Eigenmann besteigt alle in der SAC-Literatur beschriebenen Gipfel der Ostschweiz. Dafür hängte er sogar seinen Job an den Nagel.

Als ich mit Bergsteigen anfing, hatte ich diesen Clubführer in der Hand und dachte: Diese Berge will ich alle besteigen. Daraus wurde ein Projekt. Mittlerweile habe ich rund 80% der Gipfel im Führer erreicht. Doch die schwierigsten kommen erst noch. Für das Projekt habe ich sogar meinen Job an den Nagel gehängt: Von April bis Dezember war ich im letzten Jahr nur am Bergsteigen. Am Ende wurde es schon etwas viel – nun arbeite ich wieder und gehe nur an den Wochenenden.

Der härteste Moment war für mich, als ich im Wägital nach 18 Stunden mitten in der Nacht auf einem völlig unbedeutenden Gipfel sass. Ich hatte noch einige technisch schwierige Passagen vor mir und konnte eigentlich nicht mehr – weder physisch noch psychisch. Da bin ich tatsächlich in Tränen ausgebrochen und habe gedacht: «Was machst du hier für einen Seich?» Doch dann habe ich meine Partnerin angerufen. Die konnte mich aufmuntern. Wenn man es dann geschafft hat, stellt sich die Motivation für die nächsten Unternehmungen automatisch wieder ein. Ich bereue es nicht, dass ich mit meinem Projekt angefangen habe. Rückblickend würde ich vielleicht etwas strategischer vorgehen. Am Anfang steigt man einfach auf die Gipfel, auf die man Lust hat. Ich würde jetzt eher darauf achten, sie so zu kombinieren, dass man möglichst viele pro Wanderung mitnehmen kann. Aber manchmal höre ich auch heute auf die Lust und gehe auf einen Berg, auf dem ich schon einmal war.

Gabriels Projekt

Eckdaten:↗↘ 650 000 Hm,7200 km, 500 Tage

Ausrüstung: Wander-, Ski-,Hochtourenausrüstung

Karte unten: Beispieltour Churfirsten an einem Tag

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