John Ball: Hints and notes for travellers in the Alps

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Soweit ich im Falle war, den Text zu prüfen, hat er mir den Eindruck großer Zuverlässigkeit gemacht. Wer in den letzten Jahren für touristische, geographische oder alpin-historische Auskunft sich an den alten Joanne über Savoyen wenden mußte und dort so viel Veraltetes und Unhaltbares fand, wird mit mir in dem Dank für diese neue Ausgabe übereinstimmen, welche dieses Reisehandbuch mit einem Schlage wieder in den ersten Rang gehoben hat. Auch unserem Tschudi über Savoyen thäte eine solch gründliche Revision dringend not.

Redaktion.

Hints and Notes practical and scientific for travellers in the Alps by the late John Ball. A new edition pre-pared on behalf of the Alpine Club by W. A. B. Coolidge. Longmans, Green & Cie, London 1899.

Von verschiedenen Recensenten des I. Bandes der Neuauflage von J. Ball's berühmtem Alpine Guide war bedauert worden, daß dort die von Mr. Ball einst dem Guide to the Western Alps vorgesetzte, später separat herausgekommene „ General introduction to the Alpine Guide " nicht mit revidiert worden sei. Diesem Wunsche ist nun Mr. Coolidge nachgekommen, oder vielmehr er hat die schon vorbereitete Arbeit rascher gefördert, so daß das Bändchen von über 160 Seiten noch vor dem Erscheinen dieses Jahrbuches in den Händen des Publikums sein wird. Ich habe durch die Freundlichkeit des Redaktors die Druckbogen zu Gesicht bekommen und möchte den Leser auf diese Bereicherung der alpinen Litteratur ausdrücklich aufmerksam machen. Diese allgemeine Einleitung zu einem speciellen Reiseführer ist durch die Neubearbeitung wieder das geworden, was sie bei ihrem Erscheinen 1863 war und seitdem durch natürliches Veralten aufgehört hatte, zu sein, ein Modell für ähnliche Werke, eine äußerst geschickte Verbindung praktischer Notizen und wissenschaftlicher Vorbereitungen auf eine Reise im ganzen Umfange des Alpengebietes. Das Inhaltsverzeichnis weist, nach der neuen und alten Vorrede, auf: I. Praktische Winke. 1. Vorbereitende Einführung; 2. Routen zu den Alpen von London aus; 3. Arten des Reisens in den Alpen; 4. Ein Reiseplan; 5. Allgemeine Winke für Reisende in den Alpen; 6. Winke für Fußreisende; 7. Vom Bergsteigen; 8. Führer und Träger; 9. Wirtshäuser und Clubhütten; 10. Leben in einem Alpendorfe, von W. A. B. Coolidge. II. Wissenschaftliche Bemerkungen. 11. Geologie der Alpen, von Prof. Bonney; 12. Alpine Zoologie; 13. Klima und Vegetation der Alpen, von Percy Groom; 14. Die Schneeregion der Alpen; 15. Photographie in den Hochalpen, von Sydney Spencer. Anhang: a. Liste von Büchern und Karten, die auf die Alpen Bezug haben; b. Glossar alpiner Ausdrücke, von W. A. B. Coolidge. Schon aus dieser Inhaltsangabe und aus einer oberflächlichen Vergleichung mit der alten Auflage kann man ersehen, daß mehrere Artikel neu hinzugefügt, andere gänzlich umgearbeitet worden sind. Einer ( über Hypsometrie ) der alten Auflage ist, als durch die neuen Karten überflüssig geworden, weggelassen worden. Der Artikel über Zoologie ist, nach einer Fußnote, neu redigiert von Dr. P. L. Sclater mit der Hülfe von Mr. Boulenger und Prof. Bell. Der Abschnitt über alpine Vögel ist von Mr. W. Warde Fowler beigesteuert worden. Auch zu den Artikeln, die nicht mit einem Namen gezeichnet sind, hat der Herausgeber Beiträge von Freunden erhalten. Die Hauptarbeit der Revision und die Ergänzung up to date hat er, wie mir seheint, hauptsächlich selbst gemacht, und das ist sicherlich eine große Mühe gewesen. Damit ist aber auch ein sehr befriedigendes Resultat erzielt worden, und man kann den Alpine Club auch zu dieser Publikation nur beglückwünschen. Ich habe die Artikel, die in meine Kompetenz fallen, sorgfältig durchgelesen und habe wenig gefunden, mit dem ich nicht einverstanden wäre. Sehr wohlthuend wirkt auf einen schweizerischen Leser die Wärme, mit der Mr. Coolidge unsere Verhältnisse schildert und würdigt. Ein paar Ausstellungen möchte ich mir erlauben. Pag. LIV. Ich glaube nicht, daß die Angabe über die Petronellenkapelle: „ hoch oben in einer Höhle unter den Klippen des Eigers ( die Höhle ist noch zu sehen ) " richtig sei. Die Nellenbalm liegt „ jetzt von der linken Seitenmoräne des Unter-Grindelwaldgletschers halb zugedeckt " ganz unten, fast in der Ebene, s. Jahrbuch S.A.C. XXIX, pag. 333. Pag. LVIII. Ich glaube nicht, daß die St. Galler Urkunde von 868 mit ihrem „ unum vi-lare in monte situm qui dicitur sambiti " in der March Gossaudie Sämtiseralp meine, wie seiner Zeit Pfarrer Studer und neuerdings Prof. Anderegg und nach ihm Mr. Coolidge angenommen haben. Weder der Ausdruck Weiler noch die Ortsangabe stimmt zu dieser in Inner-Rhoden gelegenen Alp. Dagegen glaube ich mit Dr. Wartmann, daß das Jugum Sambutinum in einem Bericht des Ermenrich von Ellwangen, geschrieben zwischen 850 und 855, auf die Säntiskette gedeutet werden müsse.

An mehreren Stellen ist es mir vorgekommen, als ob Mr. Coolidge in seinem Verfahren, den Grindelwaldnerführer als Typus des guten Schweizer- führen überhaupt hervorzuheben, etwas einseitig nicht nur gegen die Walliser und Graubündner, sondern sogar gegenüber den Lauterbrunner-und Meiringerkoryphäen geworden sei, aber dem Zögling und Freund Aimer's kann man das nicht im Ernst übelnehmen. Chacun prêche pour sa paroisse. Auch zu dem Alpine Glossary hätte ich einige Änderungen und Nachträge vorzuschlagen, im ganzen aber ist dieser Appendix wie die „ goldene " Liste der Alpenbücher und -karten mir sehr willkommen gewesen.

Sedaktion.

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