Julius Becker-Becker (1836-1900)

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Julius Becker-Becker ( 1836-1900 ) War Kaspar Hauser ein Bergsteiger-Pionier, so ist Julius Becker-Becker ein Pionier auf dem Gebiete des Hüttenbaues. Er galt zu seiner Zeit als Autorität im Hüttenwesen. Die ersten vom SAC bzw. seinen Sektionen erstellten Schirmhütten waren Steinbauten in Trockenmauerwerk ( wie übrigens auch die Alphütten ). Dort, wo die Möglichkeit bestand, wurden sie an Felsblöcke oder Felsen angebaut. Diese Hütten erforderten aber nicht nur viele Unterhaltsarbeiten, sondern sie waren in der Regel feucht und kalt und daher unwohnlich Becker schlug deshalb an Stelle dieser kalten, feuchten und unsoliden Steinbauten die Erstellung von freistehenden, aus imprägniertem Holz bestehenden Hütten mit Schindeldach vor. Er propagierte auch eine zweckmässigere Einteilung des Hütteninnern und eine bessere Ausstattung. Insbesondere aber konstruierte Becker einen neuen Hüttenofen, der nicht nur zu Kochzwecken, sondern auch zur Heizung diente, was von den Touristen namentlich bei ungünstiger, kalter Witterung sehr geschätzt wurde. Mit diesen Ideen über Clubhüttenbauten, die er im « Jahrbuch » 1881/82 und in der im Auftrage des CC im Jahre 1892 verfassten Schrift « Die Schirmhäuser des Schweizer Alpenclub » niederlegte, drang Becker durch.Er war der Erbauer der Muttsee-, Fridolins- und Betempshütte, und seine Ideen dienten bei zahlreichen anderen Hüttenbauten als Richtlinien.

Der Sektion Tödi, der er 1868 beitrat, diente er während 12 Jahren als Aktuar, Hüttenchef und zuletzt als Präsident. 1891 wurde er zum Ehrenmitglied der Sektion ernannt und steht in deren Kreisen auch heute noch als hervorragende Persönlichkeit in guter Erinnerung.

Aus der Familie Becker stammt ein weiterer Tödimann: Der Föhn- und Gletscherforscher Rudolf Streif Becker, Ehrenmitglied des Gesamt-SAC, gestorben 1959.Mathias Jenni

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