Klettergarten Guferstock.

Klettergarten Guferstock.

1. Gebiet: Urner Alpen. Der Guferstock ( 2486,. " " .6 m ) bildet den östlichen Endpunkt des sich vom Sustenlochspitz, 2916,. " " .7 m, gegen das Meiental hinabziehenden Bergkamms. Der Klettergarten befindet sich am südseitigen Fuss des Guferstocks ( vgl. Übersichtskärtchen ). LK 1:25 000, 1211 Meiental ( Koord. 677.800/177.450 ).

2. Übersicht und Routen: Die Klettergartenrouten führen durch überwiegend festen und meist schönen Granit und sind unterschiedlich gut abgesichert. Entsprechend gibt es neben gut ausgerüsteten Routen auch solche, die grössere Hakenabstände aufweisen und somit von den Begehern die Beherrschung des angegebenen Schwierigkeitsgrades erfordern ( vgl. Tabelle Routenübersicht ). 3. Erstbegehung: Wolfgang Widulle, allein und mit Erich Lötscher, Stefan Kaufmann, Justus Gallati.

4. Bewertung und Material: vgl. Tabelle Routenübersicht. Die Absicherung der Klettergartenrouten 1 bis 14 soll im Sommer 2002 noch verbessert werden. 5. Zugang und Einstieg: Von der letzten Haarnadelkurve vor dem Susten-Scheiteltunnel ( Urnerseite ) einem deutlichen Weg nach N und NW folgend bis auf einen kleinen Boden. Die Wand mit dem Klettergarten erreicht man nach Verlassen des Wegs bei einem grossen Steinmann ( insgesamt 25 Minuten ).

Punkt 2615 Durch die Nordostwand des Mittelgipfels dieses auch als « Mittlerer Guferstock » bezeichneten Gipfels wurde am 9. und 16.9.2001 von Wolfgang Widulle, Justus Gallati und Andrea Bisig links der Bächli-Führe die Route « Poltergeist » eröffnet: 7 SL, 6+/7–, 2ϫ50 m Doppelseil, Kk 3–9, Friends 1,5–2,. " " .5, 8 Express, Abseilen über die Route. Bezüglich Absicherung keine Plaisirroute. Zustieg ab Restaurant Sustenbrüggli Richtung Guferjoch, 50 Min. Topo erhältlich mit frankiertem und adressiertem Rückantwortcouvert bei Wolfgang Widulle, Lindenstr. 2a, 6005 Luzern. a

Wolfgang Widulle, Luzern Schon bald nachdem das Postauto von der Bernerseite herkommend den Scheiteltunnel passiert hat, zeigt sich zur Rechten der Guferstock mit dem neuen Klettergarten.

Fo to :J ür g v on Kä nel

Klettergebiet südl. Guferstock 2486 m, Südwand

Name Schwierigkeit Länge Seil Absicherung Abseilen Material 1 World's End 5– 25 m 1ϫ60 m gut ja 2 Plaisuriella 5– 25 m 1ϫ60 m gut ja 3 bel pasticcio 7– ( 6 obl. ). 30 m 1ϫ60 m gut ja 4 Rübezahl 75+ obl. ) 35 m 1ϫ60 m gut ja 5 om mani peme hung 5+ 30 m 1ϫ60 m gut ja 6 belladonna 5 30 m 1ϫ60 m gut ja 7 chat noir 6 45 m 1ϫ60 m gut ja 8 chat blanc 5 28 m 1ϫ60 m mittel ja 9 de chli Prinz 7– ( 5+ obl. ) 60 m 1ϫ60 m mittel ja 10 Clandestino 6– ( 5 obl. ) 60 m 1ϫ60 m gut ja 11 Maheda 6+ 40 m 1ϫ60 m gut über 10 12 io che vivo 5+ ( 4+ obl. ) 40 m 1ϫ60 m gut über 10 13 Mambo No.5 7– ( 6 obl. ) 30 m 1ϫ60 m gut ja 14 Medina 5– 30 m 1ϫ60 m gut ja 15 Ci sarà 4/4+; 7–(5+ obl. ) 80 m 1ϫ60 m gut ja 16 aldilà dei pensieri 5+/6+ ( 5+ obl. ) 90 m 1ϫ60 m gut über 15 17 canto dimalavita 5/6–; 5/4+ ( 5 obl.)110 m 1ϫ60 m mässig ja Kk, Friends 1–2,. " " .5 18 Berlin Wall 4/4+; 5–/5+; 190 m 1ϫ60 m mässig über 17 Kk, Friends 6+/3–4 ( 5+ obl. ) 1–2,. " " .5 DIE ALPEN 6/2002

Von Hütten und Biwaks

Rifugi e bivacchi

Cabanes et bivouacs

Grundlagen zur Zukunft der SAC-Hütten

Welche Identität für die SAC-Hütten?

Welche Mittel und Wege braucht es, um den Mitgliedern und anderen Gästen die SAC-Hütten als zeitgemässe und gastfreundliche Unterkünfte langfristig zur Verfügung stellen zu können? Diese Frage bleibt inner- und ausserhalb des SAC umstritten, wie eine Gästebefragung 1

und verschiedene Artikel in den ALPEN 2 zeigen. Mit den folgenden Beiträgen wird die Diskussion um die Zukunft der SAC-Hütten breit angegangen.

1 « Schweizer Alpen-Club-Hütten – Bedürfnis-analyse und Umsetzung am Beispiel Bovalhütte ». Diplomarbeit von Marina Tonn und Ralph Näf, eingereicht an der Internationalen Schule für Touristik, Zürich, 2001 2 Vgl. u.a. ALPEN 11/01, 1/02

Die Diskussionen um die Zukunft der Hütten sind nicht zuletzt vor dem Hintergrund stagnierender Übernachtungszahlen und Erträge sowie wegen des ständig wachsenden Unterhaltsaufwands ein Dauerthema. Mit der « Hüttenpolitik des Schweizer Alpen-Clubs » im Anhang zum neuen Hüttenreglement aus dem Jahr 1999 wurden Strategien und Wege aufgezeigt, wie die über 150 SAC-Alpin-unterkünfte auf mittlere und lange Sicht erhalten und unterhalten werden können. Bereits umgesetzt wurde eine Neustrukturierung der Finanzierung ( Einführung von Bewartungsabgaben ). Zudem soll eine massvolle Zentralisierung in Teilbereichen ( Information, Marktbearbei-tung, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, u.a. ) Synergien für alle Hütten ermöglichen. Schliesslich gilt es auch, die Hütten im gesamten touristischen Angebot besser oder neu zu positionieren, die Dienstleistungsqualität zu entwickeln und die Hüttenverantwortlichen aus-und weiterzubilden.

Mitglieder haben das Wort Vorerst muss allerdings festgestellt werden, dass sich wegen zahlreicher mehrjähriger Übergangsbestimmungen bisher weder die Lage des zentralen Hüttenfonds noch die Gästefrequenzen in den Hütten wesentlich verbessert haben. Beides sind zwingende Voraussetzungen, damit Sektionen und Zentralverband die Hütten langfristig erhalten und betreiben und Hüttenwarte weiterhin ein Einkommen erzielen können. Es gilt also, die definierten Strategien und Wege zu überdenken. Die Hüttenkommission hat diese Diskussion intensiviert und entsprechende Massnahmen eingeleitet. Dazu gehört eine umfangreiche Befragung der SAC-Mitglieder, die noch in diesem Jahr Aufschluss über deren Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen zu den Hütten liefern soll.

Gästebefragung Bereits erfolgt ist eine Befragung von Gästen in über hundert vorwiegend in der deutschen Schweiz gelegenen Hütten. Sie wurde im Rahmen einer Diplomarbeit an der Internationalen Schule für Touristik in Zürich im Sommer 2001 von Marina Tonn und Ralph Näf, beides aktive und engagierte Berggänger, durchgeführt. Neben der mehrheitlich schriftlich erfolgten Befragung wurden in sieben vorwiegend im Besitz der Sektionen Bernina und St. Gallen stehenden Hütten die Gäste direkt befragt. Insgesamt konnten 750 Fragebogen für die Auswertung berücksichtigt werden, wovon über die Hälfte aus Bündner Hütten stammen. Im Folgenden werden die wichtigsten Resultate dieser Arbeit vorgestellt und – im Sinn einer zusätzlichen Diskussionsgrundlage – daraus einige Thesen abgeleitet.

Wandern – Bergsportart Nr. 1 Von den insgesamt 750 Befragten sind 45% Wanderer und 55% Bergsteiger, zwei Drittel sind Männer, ein Drittel Frauen. Drei von fünf Befragten sind Mitglied eines Alpenvereins. Wandern ist für 90% der Befragten die Hauptberg-sportart, gefolgt von Bergsteigen, Skitouren, Klettern und Schneeschuhtouren.

Befragt zu den Motiven für den Hüttenaufenthalt geben 71% der Wanderer

Personen in % 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% andere Eisfallklettern Snowboardtouren Schneeschuhtouren Hochalpinismus Klettern Skitouren Bergsteigen Wandern Wanderer Bergsteiger 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% Angebot an de re Gipf el Gr upp e Hü tte Wa nd ern Na tur Grafik 1 Aktivitätsbereiche der Hüttenbesuchenden Grafik 2 Hauptmotiv für Hüttenbesuch nach Aktivitätsbereich DIE ALPEN 6/2002

die Natur an, zwei Drittel das Wandern und ein Drittel die Hütte selbst. Für über die Hälfte der befragten Bergsteiger ist hingegen der Gipfel das Hauptmotiv.

Übernachtungsgewohnheiten Über drei Viertel aller Befragten verbringen in der Regel eine Nacht in SAC-Hütten. 15% der Bergsteiger bleiben 2 bis 3 Nächte gegenüber nur 6% der Wanderer. Übers ganze Jahr gesehen schlafen die Hälfte der Wanderer 2 bis 5 Nächte in SAC-Hütten; ein Viertel der Bergsteiger benutzen die SAC-Hütten für mehr als 10 Übernachtungen, ein Drittel für 6 bis 10 Nächte und 37% für 2 bis 5 Nächte.

Ansprüche und Erwartungen Was ist den Befragten in einer SAC-Hütte wichtig, und wie nehmen sie diese wahr? Die Wahl der Hütte hängt wesentlich von den Tourenmöglichkeiten ab. Sehr wichtig werden daneben die Freundlichkeit der Bewartung, die Sauberkeit und das Umweltbewusstsein eingeschätzt – lauter so genannt « weiche Faktoren », die von den Betreibern massgeblich beeinflusst werden können. Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigt die Tatsache, dass fast alle Faktoren in der Wahrnehmung schlechter abschneiden als bei der Einschätzung der Wichtigkeit.

Komfort und Kategorisierung Der Schlafkomfort wird von 61% als zweckmässig und von 25% als gut beurteilt. Für fast drei Viertel der Befragten bedeuten kleinere Zimmer einen zusätzlichen Anreiz für einen Hüttenbesuch, und mehr als die Hälfte wäre sogar bereit, für ein kleineres Zimmer einen Aufpreis zu bezahlen.

Eine Kategorisierung der Hütten – analog der Sterne in der Hotellerie – erachtet die Mehrheit der Befragten ( rund zwei Drittel ) als nicht zwingend. Was aber begrüsst wird, ist eine bessere Übersicht über die Infrastruktur der Hütten.

Eigene Meinung beim nächsten Hüttenbesuch! Wenn Sie das nächste Mal auf einer SAC-Hütte übernachten, können Sie diese Aussagen und die oben stehenden Thesen direkt vor Ort verifizieren. Denn um bei der Vielfalt der Hütten und ihrer Ausrichtung mitreden zu können, ist noch immer das « live»-Erlebnis das beste. a

Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hütten SAC

Quo vadis, SAC-Hütten

These 1 Hütten, die gegenwärtig noch überwiegend Bergsteiger mit Gipfelmotiv beherbergen, werden mit zunehmendem Rückgang des klassischen Alpinismus ins Hintertreffen geraten. Die konsequente Ausrichtung von geeigneten Hütten auf neue Gästegruppen muss darum bezüglich Ausstattung und Angebot unbedingt vorangetrieben werden.

These 2 Wie der Hotelier sind auch der Hüttenwart und die Sektion Unternehmer und darum an mehrtägigen Aufenthalten interessiert. Eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer ist allerdings fast nur bei neuen Gästegruppen möglich, was aber bessere Infrastruktur und nachfrage-orientierte Zusatzangebote erfordert. These 3 Besonders wichtige Faktoren sind Freundlichkeit, Sauberkeit und Umweltbewusstsein. Diese kann der Hüttenwart massgeblich selber beeinflussen. Der Erfolg einer Hütte steht und fällt also mit dem Hüttenwart.

These 4 Die Infrastruktur vieler Hütten entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Gäste. Die Hütten würden häufiger besucht, wenn sie kleinere Zimmer anböten.

These 5 Neue Gäste wissen oft nicht, was sie in einer SAC-Hütte erwartet. Das kann zu Enttäuschungen führen. Eine kundenfreundliche Gliederung der Hütten nach Angebots- oder Infrastrukturkriterien ist daher anzustreben.

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% keine 2–5 6–10 mehr als 10 1 Nennungen in % Näc ht e pr oJ ahr Bergsteiger Wanderer 0 Tourenmöglichkeiten Ruhe und Erholung Einfachheit Sanitäre Anlagen Platz-/Raumverhältnisse Selbstversorgungs-möglichkeit Hüttenshop ( Material & Souvenirs ) Freundlichkeit Sauberkeit Wichtigkeit Qualität der Mahlzeiten Beurteilung Atmosphäre Einbindung Familien Umweltbewusstsein Übernachtung Mahlzeiten Getränke Klettergarten Spezialitätenküche fleischlose Speisen Verkauf von Lunchpaketen geführte Touren Ausbildungsmöglichkeiten Hü tte nw ahl In fr as tru ktur Ang eb ot sq ua lit ät Prei s/ Lei stu ng Zu sa tz ang eb ot Wichtigkeit/Beurteilung ja, absolut 16% ja 51% weiss nicht 6% nein 22% absolut nicht 5% ja, absolut 26% ja 51% weiss nicht 7% nein 17% absolut nicht 3% Grafik 3 Anzahl Übernachtungen nach Aktivitätsbereich Grafik 4 Realität und Anforderungsprofil Grafik 5 Frage: Sind kleinere Zimmer ein zusätzlicher Anreiz für einen Hüttenbesuch?

Grafik 6 Frage: Sind Sie bereit, für kleinere Zimmer einen höheren Übernachtungspreis zu bezahlen?

Grafik 5 + Grafik 6 Raumverhältnisse und Hüttenattraktivität

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