Kletterwettkämpfe für die Jugend

Am Beispiel des Jugendwett-kampfes in Freiburg Über den am 16. und 17. November 1996 von der SAC-Sektion Moléson im Rahmen ihres 125-Jahr-Jubiläums organisierten Jugend- und Juniorenwettkampf ist bereits in den ALPEN 1/97 ( S.16 ) kurz berichtet worden. Im vorliegenden Beitrag geht es deshalb nicht mehr darum, den sportlichen Ablauf nochmals aufzugreifen, sondern an Hand eines Beispiels solche Wettbewerbe mit Hilfe eines Erlebnisberichtes zum einen denjenigen näher zu bringen, die bisher keine Gelegenheit hatten, eine solche Veranstaltung zu besuchen, und zum andern deren Bedeutung für die Jugendarbeit aufzuzeigen.

Jugendfreundlicher Rahmen Samstag, 16. November 1996. Die kalte Halle der Kaserne Freiburg belebt sich mit Kindern aus allen Gegenden der französisch- und der deutschsprachigen Schweiz. Etliche unter ihnen kämpfen mit etwas gemischten Gefühlen, nicht zuletzt bedingt durch die etwas bangen Fragen: Was kommt bei diesem Wettkampf auf mich zu? Werde ich mindestens vom Boden abheben können? -Die drei Kletterwände wirken beeindruckend, die vielen Funktionäre auch!

Schauen wir uns die hier anzutreffende « Landschaft » an. An beiden Enden der weiten Halle erheben sich die Kletterwände, auf einer Seite in Form eines an die Wand angelehnten Turmes mit Routen auf allen drei Flächen. Die Aufstiegslinien führen über liebevoll angemalte Platten, die von unten nach oben zuerst durch Wie-sen- und Waldgelände zu verschneiten Gipfeln führen. Dem Turm gegenüber steht die mit einigen Elementen ergänzte Kletterwand der SAC-Jugend, daneben eine weitere Konstruktion mit einem mächtigen Überhang. Die Routen sind mit gelben Bändern abgegrenzt, und ihr Schwierigkeitsgrad ist angeschrieben. Im Zentrum des Saales befindet sich ein geräumiger Platz, besetzt mit Tischen und Bänken für das Publikum und die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hier treffen sich alle, haben die Möglichkeit miteinander zu kommu- In der « Pyramide»-Wett-kampfwand der SAC-Jugend; Yoann Burkhalter in einer Route im Schwierigkeitsgrad 5 c nizieren und verfügen gleichzeitig über eine gute Sicht auf die verschiedenen Kletterwände. Das Publikum setzt sich aus Angehörigen der angehenden « Wettkämpfer » zusammen, aber auch aus Begleitern ( etliche Leiterinnen und Leiter des Kinderbergsteigens ) und - erfreulicherweise - Mitgliedern der organisierenden Sektion Moléson, für welche dieser Anlass nur einer unter vielen andern dieses Jubiläumsjahres ( 125 Jahre ) ist!

Einstimmung in die « Wettkampfatmosphäre » Erste Vorbereitungen Schon bald werden die jungen Aktiven eingeladen, sich zur Routen-demonstration einzufinden, wo die Routen in der Reihenfolge ihrer zunehmenden Schwierigkeit vorgeklettert werden. Aus den sachkundigen Kommentaren wird ersichtlich, dass zumindest die ersten als « machbar » eingestuft werden. Noch einige Erklärungen zu den Spielregeln und zum Ablauf der Dinge, und schon geht 's los, zunächst für die Junioren ( 16 bis 19 Jahre ). Den zur Klasse der Jugend ( 12 bis 15 Jahre ) und den zur Kategorie der Jüngsten ( bis 11 Jahre ) Gehörenden verbleibt, während sie ihren grösseren Kameraden zuschauen, noch etwas Zeit, sich mit der « Wettkampfatmosphäre » vertraut zu machen. Da und dort kann man sie aber einzeln oder gruppenweise bereits beim Aufwärmen beobachten. Als sie zum Abholen ihrer Startnummern aufgerufen werden, steigt die Spannung rasch an.

Intensive Betreuung Folgen wir nun den Aktivitäten bei den Jüngsten. Die auf ihren Start wartenden Kinder werden durch Personen betreut, die offensichtlich den Umgang mit Kindern gewohnt sind. Der familiäre Ton hebt sich klar von einem « Weltmeisterschaftsstress » ab; die Kinder werden bestätigt, ermutigt und, wenn nötig, getröstet, kurz, sie Roland Bigler ( Kategorie Junioren und Sieger im Regionalwettkampf ) im grossen Überhang weisen. Sie haben es verstanden, die Schwierigkeiten so zu bemessen, dass alle Kinder mindestens ein- oder meistens zweimal das Erfolgsgefühl kosten durften, das sich bei einer bis zum Endpunkt durchstiegenen Route einstellt.

Kommentare und viele positive Reaktionen « Das hat aber nichts mit Bergsteigen zu tun !» bemerkt der Träger eines ergrauten Hauptes, der seine alpinen Taten zwischen den beiden Weltkriegen vollbracht hat. « Achten Sie auf die offensichtliche Freude der Kinder, ihre strahlenden Augen, wenn sie gelobt werden !» entgegnet ein Begleiter, nicht wenig stolz darauf, wie geschickt seine Schützlinge die im natürlichen Fels gelernten Bewegungsabläufe auf die Kunstwand übertragen. « Wenn man die Kinder beobachtet, wird klar, in welchem Mass das Klettern für sie eine angeborene, ganz natürliche Tätigkeit ist. Und ist das reine Klettern nicht ein Mittel, um Kinder die Bergwelt entdecken zu lassen und später lieben zu lehren ?» « Und dann der Wettkampfgeist ?» - « Dieser hat während der Eroberung der Alpen Opfer gefordert, und man trifft ihn auch häufig auf klassischen Touren im Gruppenverband, während in Wettkämpfen wie diesem doch der spielerische Aspekt dominiert. Beachten Sie die hier bestehende enge Verbundenheit zwischen den Kindern, sicher eine gute Grundlage für die Entwicklung der Kameradschaft !» « Aber es wird Kinder geben, die sich von den Bergen abwenden, um nur noch an künstlichen Wänden zu klettern !» - « Sicher. Jedoch verlangt der Grundgedanke des Kinderbergsteigens, dass alle Aspekte des Bergsteigens gezeigt werden, damit jedes Kind das ihm Zusagende auswählen Der Kletterturm, dessen Routen über « Wald- und Alpregion » zum « Gipfel » führen ( Fabien Aubert in der Route rechts im Schwierigkeitsgrad 5a, Route links im Schwierigkeitsgrad 6a ) werden in ein Vertrauensverhältnis eingebunden. Während der Wartezeit, die manchmal lange erscheinen mag, sind sie von ihrer Familie, von ihren Kameraden umgeben. Dieses Umfeld erweist sich als sehr positiv, insbesondere für die Jüngsten. Den kletternden Kindern fehlt es somit nicht an lautstarken Ermutigungen. Die auf ihren Einsatz wartenden zuschauenden Kinder leiden mit den sich in einer heiklen Situation befindenden Kameraden, freuen sich, wenn ein Zug besonders gut gelungen ist! Die ersten Routen werden Toprope geklettert. Die Sicherungs-leute nehmen ihre Aufgabe mit viel Können und Fingerspitzengefühl wahr.

Teilnehmer.die eine Route bis zum Endpunkt gemeistert haben, dürfen zur nächsthöheren Stufe übergehen. In diesem Zusammenhang gilt es, auf die gute und auf die Fähigkeiten der jungen Teilnehmer feinfühlig eingehende Arbeit der Routenbauer hinzu- chen ist weniger wichtig! Und das Klettern hat den grossen Vorteil, dass man es, in angepasster Form, ein Leben lang praktizieren kann. » Vom Höhepunkt zu den Schlussfolgerungen Nach den Ausscheidungen können sich die verbleibenden jungen Kletterinnen und Kletterer für die Finalrunde an noch etwas selektiveren Routen versuchen. Jetzt bringt der in der Wand auf sie gerichtete Schein-werferkegel zusätzlich zum Spiel einen Hauch von Wettkampfatmosphäre, die durch die Lautsprecher-ansagen noch verstärkt wird.

Vorgängig aber hatten « unsichtbare Geister » noch einen grossen Einsatz leisten müssen, um rechtzeitig die Zwischenwertungen erstellen zu können. Dazu sei bemerkt, dass etwa 40 Personen notwendig waren, um einen reibungslosen Ablauf dieses Anlasses zu sichern, der für den heutigen Tag ein gutes Hundert Teilnehmer vereinigt hat!

Der Tag findet seinen Abschluss mit der Rangverkündigung. Aber, auf den ersten Blick erstaunlich, dieser Moment hat nichts von einem Höhepunkt! Ganz offensichtlich war die Freude des Kletterns, der Teilnahme für die Kinder wichtiger als der erreichte Rang ( mit Ausnahme vielleicht der Bestplazierten ). Was hat er denn schon gesagt, jener Pierre de Coubertin?

Einige Tage später gehört: « Es war toll in Freiburg - du sagst uns nächstes Jahr, wenn wieder so ein Wettbewerb stattfindet !» Und weiterhin gehen diese jungen Leute mit dem KiBe oder der JO in die Berge.

Was es zu berücksichtigen gilt Eine problematische Seite des leistungsorientierten Sport- und Wettkampfkletterns sollte allerdings nicht verschwiegen werden: die Gelenkschäden. Genau genommen handelt es sich dabei nicht eigentlich um ein durch die Teilnahme an Wettkämpfen ausgelöstes Problem, sondern sie sind vielmehr die Folge eines zu intensiven Trainings, das auf sich genommen wird, um ein möglichst hohes Niveau zu erreichen. In diesem Fall ist es von zentraler Bedeutung, dass dieses Training der Leistungsfähigkeit des kindlichen Organismus angepasst ist und unter fachkundiger Anleitung durchgeführt wird.

Ruedi Meier, Auvernier ( NE )

Sicherheit, Medizin, lettungswesen

Sicurezza, medicina, soccorso in montagna

Sécurité, médecine, sauvetage

Koordinierter Lawinendienst Im Rahmen der Armee 95 wurden auch die Strukturen des militärischen Lawinendienstes überprüft und angepasst. Die festen Vergleichsposten1 der Armee wurden aufgehoben und durch mobile Equipen, die Lawinen-patrouillen, ersetzt. Diese können zivile Vergleichsposten betreiben, zusätzliche Daten erheben und lokale Beratungen durchführen. Auch im logistischen Bereich sind Armee, SAC und das Schweizerische Lawinenforschungsinstitut ( SLF ) näher zusam- Neue Wege im schweizerischen Rettungswesen Zur Zeit bewegt sich einiges im schweizerischen Rettungswesen. Dies betrifft sowohl den Bereich der technischen Hilfsmittel ( verbessertes Recco-System, neue Sondiermethode ) als auch die Zusammenarbeit auf allen Stufen, so etwa beim koordinierten Einsatz aller Gebirgsrettungsdienste ( SAC, Festungswachtkorps und Armee ). Hervorzuheben sind ebenfalls die Anstrengungen der SAC-Kommission Winterrettung, vermehrt an die Öffentlichkeit zu gelangen, um diese für die Themen Lawinen, Lawinengefahr und Lawinenrettung zu sensibilisieren.

Kaderausbildung unter realistischen Verhältnissen Wie jedes Jahr probten die Spitzen der Schweizer Bergrettung vom 22. bis 24. November 1996 bei hochwinterlichen Verhältnissen den Ernstfall auf dem Gemsstock bei Andermatt. Am Kaderausbildungskurs der Kommission Winterrettung des SAC nahmen, neben SAC-Bergrettern, Fachleute der Schweizerischen Rettungsflugwacht, des Instituts für Schnee-und Lawinenforschung ( SLF ) sowie Lawinenhundeführer mit ihren Tieren teil. Die Ausbildung der Winterretter erfolgt in der ganzen Schweiz auf allen Stufen nach einheitlichen Richtlinien.

Unter äusserst realistischen Schnee- und Wetterbedingungen wurde der schnelle Transport bei einem Lawinenunfall, die Organisation eines Einsatzes, die Suche nach Verschütteten mit Suchgeräten, Lawinenhunden und Sondiermannschaften sowie das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Maschine geübt. Ausserdem wurden im Bereich Material und Suchtechnik neue Methoden diskutiert und getestet.

mengerückt, indem nun alle wichtigen Daten ausgetauscht und gemeinsam beurteilt werden. Im Katastro-phenfall kann die Armee zusätzliches Material und Personal aufbieten. Wichtige Merkblätter werden in Zusammenarbeit von SAC, SLF, Armee, REGA, SSV, bfu und anderen Organisationen herausgegeben. Diese enge Koordination zeigt sich auch im personellen Bereich: So ist seit dem 1. Januar dieses Jahres der Chef Winterrettung im SAC, Toni Lagger, auch Kommandant der Armee-Lawinenab-teilung 1 ( A Law Abt 1 ).

Neuer Lawinen-Film der Armee und neue Lehrschrift Der neue Armeefilm Achtung Lawinen, die Lehrschrift Lawinenkunde und das Reglement Lawinen'Bei einem « festen Vergleichsposten » handelt es sich um eine von einer Person betreute fix installierte Messstelle für Schnee- und Wetterdaten.

sind zwar für die Truppe konzipiert worden, sie eignen sich aber auch zur Information und Weiterbildung für Zivilpersonen. Mit der neuen Lehrschrift Lawinenkunde, dem zurzeit aktuellsten Buch zu diesem Thema, erhalten Militärpersonen, die im winterlichen Gebirge Dienst leisten, ein fundiertes und praxisorientiertes Hilfsmittel.

Im Film Achtung Lawinen wird die Thematik « Schnee und Lawinen » genauso anschaulich und ausführlich Arbeit mit dem Lawinenhund am Gemsstock erklärt wie die Aufgaben des militärischen Lawinendienstes. Am Beispiel eines Rettungseinsatzes wird zudem der Koordinierte Lawinendienst, das Zusammenspiel von militärischen und zivilen Fachleuten, gezeigt. Kräfte werden zusammengelegt und Spe-zialwissen gemeinsam genutzt - zum Vorteil aller, die im winterlichen Gebirge den verschiedenen alpinen Sportarten frönen oder beruflich unterwegs sein müssen.

Zunehmende Probleme durch « Fun-Sportler » Die Tatsache, dass von den 17 Lawinentoten des vergangenen Winters nur 5 regelmässige Tourenskifahrer, Koordinierter Lawinendienst heisst Einsatz von Lawinenspezialisten der Armee ( links ), zivilen ( SAC- ) Bergrettern ( Mitte ), Festungswächtern ( rechts ) und der REGA.

Die Lehrschrift Lawinenkunde ( Lehrschrift Nr. 56.880 ) und das Reglement Lawinen ( Nr. 65883 ) können bezogen werden bei der Eidgenössischen Drucksachen-und Materialzentrale ( EDMZ ), Vertrieb, 3003 Bern, Tel. 031/ 322 39 10, Fax 031/992 00 23.

Der Film Achtung Lawinen ist auch als Video ( Dauer: 30 Minuten; AV-Katalog Nr. VP 340 ) erhältlich und kann leihweise bezogen werden bei: Armeefilm-dienst, Vertrieb, CH-3003 Bern, Tel. 031/324 23 39, Fax 031/324 36 85.

Am Kaderausbildungskurs der Kommission Winterrettung SAC am Gemsstock bei Andermatt: Helitransport von Mensch, Lawinenhund und Rettungsmaterial auf das Lawinenfeld die anderen 12 aber mehr oder weniger mit Schnee und Lawinen unvertraute Variantenskifahrer oder Snowboarder waren, ist zum einen ein Indiz dafür, dass bei den aktiven Winteralpinisten Prävention und Ausbildung Früchte tragen. Zum andern zeigen sich damit aber auch die Probleme, die den Bergrettern durch die Sorglosigkeit einer zunehmenden Zahl von Freizeit-Wintersportlern bereitet werden, die ohne Kenntnisse des winterlichen Gebirges mit Skis und Snowboards Hänge abseits der Pisten befahren. Eine grosse Herausforderung stellt sich hier den Bergrettern nicht nur auf dem Lawinenfeld, sondern auch auf dem Sektor Information und Prävention, denn diese Gruppe von Wintersportlern ist mit den konventionellen Informations-mitteln ( Lawinenbulletin usw. ) nur schwer zu erreichen.

Informationsarbeit verstärken Am Winter-Rettungskurs des SAC in Andermatt Messen sich die Kader der Schweizer Bergrettung auch zum Thema « Medienarbeit im Zusammenhang mit einem Lawinenunfall » informieren. Darüber hinaus möchte die Rettungskommission ganz allgemein die Öffentlichkeitsarbeit verstärken, um einerseits den Wert dieser effizienten, aber in jeder Beziehung auch aufwendigen Organisation nach aussen zu tragen und um andererseits wichtige Präventionsarbeit für alle Wintersportler zu leisten.

Peter Donatsch, Maienfeld ( GR ) c 01 a

/on Hütten und Biwaks

tifugi e bivacchi

besucht. Mit diesen Leistungen erbringt der SAC rund ein Prozent der einheimischen Hotel Übernachtungen ( 30 Mio. ).

Die Bedeutung der Hütten im und für den SAC Die Verteilung der Hütten unter den Sektionen ist sehr unterschiedlich. Die meisten Sektionen ( 57 ) besitzen eine oder zwei Hütten. Weitere 19 Sektionen besitzen drei bis sieben Hütten. Nicht zu vergessen sind dabei auch jene 31 Sektionen, die über keine allgemein zugängliche SAC-Hütte verfügen und damit von den finanziellen Aufwendungen und der Arbeit der andern Sektionen profitieren.

Für viele Mitglieder sind die Hütten « das » Identifikationssymbol mit dem SAC. Sie dienen nicht nur als Ausgangspunkte für Touren und als kameradschaftlicher Treffpunkt, sondern bedeuten auch sichere Herberge, Rettungs- und Alarmstation. Ihre unterschiedlichen Baustile zeugen von der kulturellen Vielfalt des SAC. Schliesslich sind mindestens 50 Hütten Haupterwerbsgrundlage für ebenso viele Hüttenwartsfamilien.

Das heute geltende Hüttenreglement ist das Resultat einer Gratwanderung zwischen Zentralismus und Föderalismus in der Hüttenpolitik, die jedes Mitglied in dreifacher Weise betrifft, als Hüttengast, als Mitglied

1 ibanes et bivouacs

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