Kurzmeldungen

Mutthornhütte Neue Hüttenwarte sind Erika und Toni Brunner,. " " .Witimatte, 3822 Lauterbrunnen, E-Mail mutthornhuette(at)bluewin.ch, Tel. P 033 855 12 52, Tel. Hütte 033 853 13 44. Bei Abmeldungen bitte die Hüttentelefon-nummer benutzen!

Oberaarjochhütte Neuer Hüttenwart in der Oberaarjochhütte ist Kurt Baumgartner, im Moos 11, 9450 Lüchingen, Tel. 071 755 61 81, 076 407 09 44, Tel. Hütte 033 973 13 82.

Glecksteinhütte Am Wochenende vom 14./15. August 2004 ist die Glecksteinhütte wegen eines Jubiläumsanlasses für die Sektion Burgdorf reserviert.

Capanna Corno-Gries Während der Renovation ist die Hütte von Juli bis Sept. 2004 geöffnet. Die Bauleitung setzt alles daran, dass die Gäste nicht gestört werden. Infos: Hüttenwartsfamilie Ponzio, 6534 San Vittore, Tel. 001 827 17 87, Tel. Hütte 091 869 11 29, www.casbellinzona.ch und www.capanneti.ch.

Cabane l' A Neuve Die richtige Telefonnummer der Cabane l' A Neuve ist 027 783 24 24. a

Grund eigener bitterer Erfahrungen führten also dazu, den frisch leidgeprüf-ten Umkehrern mit CDU bzw. AUA unter die Arme zu greifen.

Auffangstation und Stammtischtreffen Sie fragen nach Grundsätzlichem und Unterschiedlichem von CDU und AUA? Fangen wir mit der AUA an, die bei der akuten Anfangsphase mithilft, das Schei-tertrauma in den Griff zu kriegen. Und zwar in Form einer Auffangstation mit praxiserprobten Therapeuten. Wer die intensive erste therapeutische Behandlung mit Attest bestanden und sein Selbstwertgefühl wieder einigermassen aufgebaut hat, wird in den CDU überwiesen. Hier geht es um die Langzeitbe-treuung mit monatlichen, freiwilligen Stammtischtreffen, bei denen über das Leiden um das leidige Thema ausgiebig und unter Anleitung von ebenfalls pra-xiserfahrenen Therapeuten diskutiert wird.

Der Zulauf zur AUA verzeichnet saisonale Peaks, und zwar von Ende Mai bis Mitte Juni, dann Ende August sowie Ende Oktober – jeweils nach Saisonende an den Achttausendern in Nepal und Tibet, in Pakistan und wiederum in Nepal und Tibet. Zwei bis vier Monate benötigt die Akuttherapie, hartnäckige Fälle sogar bis zu einem Jahr. Die Langzeitbehandlung im CDU dagegen erstreckt sich meist über Jahre. Therapeutisch wird in der AUA auf klassische Gesprächs- und Maltherapie zurückgegriffen, erfolgreich ergänzt durch Bogenschiessen-Einzel-stunden. Als Ziele dienen bei Letzterem Fotovergrösserungen des jeweiligen Achttausenders, der zum Scheitern des Patienten führte. Jede Bewegung zur Vorbereitung des Schiessens ist wichtig und schafft den nötigen Ausgleich von Spannung und Entspannung, der bei der Bewältigung von Versagensängsten und Orientierungslosigkeit hilft.

Achttausender-Umkehrer – cool bis k.o. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Acht-tausender-Umkehrer in vier Kategorien eingeteilt werden können. Zur Kategorie « Umkehrer mit intaktem Selbstwertgefühl » gehören jene, die umkehren, ohne ein Trauma zu erleiden. Sie sind entweder nicht besonders ehrgeizig oder zu wenig prestigesüchtig, blicken meist auf eine unbeschwerte Kindheit zurück und wurden familiär nicht zu überhöhter Anerkennung gedrängt. Zu dieser Gruppe sind auch jene wenigen Bergsteiger zu zählen, die wirklich für sich selbst in die Berge beziehungsweise an Achttausender gehen. Diese Kategorie bietet keine potenziellen Kunden für AUA und CDU, ihre Vertreter werden dagegen gerne als Therapeuten eingesetzt.

Zur Kategorie « Umkehrer mit leichtem Akuttrauma », wozu sich auch die Verfasserin zählt, gehören jene fürchterlich Enttäuschten mit vorübergehend leicht angeknackstem Ego, die aber das Scheitern nach ein paar intensiven Gesprächen dank ihres gesunden Menschenverstandes und der Erkenntnis, dass es Wichtigeres im Leben gibt als einen Achttausendergipfel, ziemlich schnell überwinden.

In der Kategorie « Umkehrer mit mittelschwerem Trauma » finden sich jene Bergsteiger, die die Schuld für ihr Scheitern gewöhnlich dem Veranstalter, dem Bergführer, den Climbing Sherpas oder den High Altitude Porters, die in der Höhe pro Person statt vier nur drei

Der Gyachung Kang, ein wunderschöner Berg zwischen Everest und Cho Oyu und mit seinen 7952 m einer der höchsten Siebentausender. Doch wer kennt ihn schon? Der Shivling, 6543 m, das Matterhorn Indiens, einer der formschönsten und beeindruckendsten Berge der Welt. Nicht häufig begangen DIE ALPEN 7/2004

Sauerstoffflaschen mitschleppten, in die Schuhe schieben. Aber auch die per Satellit gelieferten Wetterprognosen oder die erbärmliche High-Tech-Ausrüstung können am Misserfolg schuld sein – und dies noch Jahre danach. Übrigens erwägen diese Bergsteiger gerne eine Klage gegen den Organisator, haben meist aber doch nicht den Mut und kehren stattdessen möglichst bald mit einem – ande-renVeranstalter an einen – anderenAchttausender zurück.

Zur Kategorie « Umkehrer mit schwerem Trauma » schliesslich gehören die fast unbehandelbaren Langzeitpatien-ten, bei denen die Umkehr – oft knapp unter einem Gipfel – nicht nur in exis-tenziell bedrohliche Wut, Enttäuschung und Trauer, sondern oft auch in Depression mündet. Wieder daheim, rückt das ganze « andere Leben » in den Hintergrund. Ohne Betreuung sind dies jene, die bis zu sechs Mal an einen Everest zurückkehren. Der Traum vom gipfellosen Leben Den gescheiterten Bergsteigern stehen die Erfolgreichen gegenüber – jene strahlenden Helden, die eines schönen Montags triumphierend ins Büro einfallen und verkünden: « Ich war auf dem Everest !» Wobei dieser Everest, wenn auch mit noch so viel Fremdhilfe bestiegen, ungleich besser wirkt als etwa « Ich war auf dem Kangchendzönga – ohne Sauerstoff !» Welcher alpinistische Laie kennt schon die sportlichen Feinheiten! « Summitted or not summitted, that's the question !» Der Rest ist egal, ob mit oder ohne Sauerstoff, mit oder ohne Fremd-unterstützung. Warum aber sind die Achttausender beziehungsweise ihre Gipfel so wichtig? Was ist denn ein Gipfel eigentlich mehr als eine Projektion von Menschen, ein zufällig festgesetzter Fixpunkt? Warum ist das Erreichen eines solchen « Höhepunktes » so bedeutungsvoll? Die Antwort: weil er dem eigenen Ego Anerkennung und damit Halt bringen kann! Bergsteiger sind offensichtlich anfällig dafür, aus Prestigegründen und mit einer regelrechten Jäger- und Samm-lermentalität Gipfel für das Ego anzu-häufen, ganz nach der Devise « je höher, desto besser ». Leider bemerken sie oft nicht, dass sie sich dabei auf die haltlose Basis der Illusion begeben, der « leis-tungsstärkere » sei auch der « bessere Mensch ». Gipfellos zu leben wäre wohl ein Ziel. Aber wer kann das schon?

Zufallsmass 8000 Solche Fragen mit unbefriedigenden Antworten gäbe es noch mehr. Warum etwa wählt der durchschnittliche Höhenbergsteiger möglichst Ziele – Achttausender sowie zwei, drei niedrigere Pres-tigegipfel –, die auch der grossen Masse ein Begriff sind? Wie ist zu erklären, dass niemand den Gyachung Kang kennt,

Im Aufstieg zum Siebentausender Satopanth: Was ist ein Gipfel, abgesehen von einem geografischen Ziel, überhaupt? Eine Projektion von uns Menschen, ein zufällig gesetzter Fixpunkt?

Fo to :C hr ist ine Kopp

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