Landeskarte: digital first swisstopo stellt Kartenproduktion auf den Kopf

Mit der Ausgabe der neuen Landeskarte 1 : 25 000 macht swisstopo einen grossen Sprung in der Kartenproduktion.

Swisstopo veröffentlicht 2014 die ersten Blätter der neuen Generation der Landeskarte 1 : 25 000. Vordergründig wurde das Kartenbild der gedruckten Karte weiterentwickelt. Die Revolution geschieht aber im Hintergrund.

 

Revolution in der Technik

Bei der Nachführung der Landeskarte wurde bis anhin jedes Detail manuell erfasst und eingearbeitet. Die gedruckte Version wurde gescannt und für die digitalen Anwendungen aufbereitet. Neu läuft es umgekehrt: Alle Strassen, Häuser, Pässe, Gipfel werden in einer riesigen Geodatenbank, dem topografischen Landschaftsmodell, erfasst. Für den Druck wählt der Kartograf die benötigten Elemente und erstellt eine Druckvorlage. Was auf den ersten Blick im digitalen Zeitalter logisch aussieht, ist in Tat und Wahrheit ein kartografischer Meilenstein, der nur mit der Einführung des Kupferstichs oder der digitalen Produktion vergleichbar ist (vgl. «Die Alpen», 11/2009). Erstmals wird ein grosses, nationales Kartenwerk auf neuesten verfügbaren Grundlagen aufgebaut. Die dabei entstehenden Daten sind hinsichtlich Flexibilität, Vernetzung und Darstellungsmöglichkeiten einzigartig.

 

Evolution in der Kartengrafik

swisstopo modernisiert zugleich die Grafik der Landeskarte sanft und verbessert die Lesbarkeit. Ein teilweise farbiges Verkehrsnetz oder die unterschiedliche Darstellung des Strassennetzes mit einer Unterscheidung zwischen Hart- und Naturbelag sind die auffälligsten Beispiele. Mit der neu verwendeten Frutiger-Schrift soll die Landeskarte auch in digitalen Anwendungen deutlich besser lesbar sein.Die für Alpinisten wichtigen Elemente wie Fels und Relief werden aus der bisherigen Landeskarte übernommen. Die Höhenlinien und -angaben hingegen leiten wir aus dem neuen Höhenmodell swissAlti3D ab. Die Umstellung erfolgt im Rahmen der laufenden Publikation. Sie wird bis im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Als Geschenk an die SAC-Mitglieder liegt diesem Heft eine Ausgabe der neuen Landeskarte bei.

Weniger Bergwanderwege?

Die neue Kartenproduktion von swiss-topo hat Konsequenzen für Wanderer: Neu orientieren sich die Kartografen stärker am Luftbild. In einem ersten Schritt würden deshalb Pfade auf-genommen, die aus der Luft sichtbar sind, so swisstopo. Markierte Routen, die durch Wald oder über Fels führen, können so nicht erfasst werden. Das weckt Befürchtungen: Verschwinden die schlecht sichtbaren Pfade nun von den 1:25 000er-Karten? Nein, stellt swisstopo klar und widerspricht damit den Informationen etlicher Tagesmedien.Routen ohne Wegspur im Gelände sollen aber eine andere, neue Karten-signatur erhalten. Welche, wird in Kürze entschieden. «Die Alpen» werden darüber berichten. Redaktion

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