Managerin, Köchin, Psychologin, Wetterfee und Mechanikerin in einem

Katrin Müller hat nach der Ausbildung zur Hüttenwartin SAC zusammen mit ihrem Mann Heinz die Hollandiahütte SAC zwischen Aletsch- und Mittaghorn übernommen. Knapp 2000 Gäste übernachten dort jährlich.

Katrin Müller: Nein, aber ein Jobtraum und eine neue, spannende und befriedigende Herausforderung! Meine Einsätze als Hüttengehilfin haben mich und meinen Mann in der Absicht bestärkt, eine Stelle als Hüttenwartpaar zu suchen und vorgängig auch den Hüttenwartkurs des SAC zu besuchen. Ich liebe es, Gastgeberin zu sein. Ich schätze dabei die Selbstständigkeit und die Möglichkeit, etwas Sichtbares zu bewegen, Stimmung zu schaffen. Gleichzeitig nehme ich auch die Hüttenlogistik, die technischen Bereiche und die Personalführung gerne als Herausforderung an.

Vielleicht beides. Weil ich es begrüsse, dass die SAC-Sektionen immer mehr dazu übergehen, den Ausbildungskurs für eine Bewerbung als Hüttenwart vorauszusetzen. Es ist sinnvoll, wenn alle Hüttenwarte einheitliche Grundvoraussetzungen bekommen. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass möglichst alle Kursteilnehmer Hüttenerfahrung mitbringen. Es war spannend, Leute mit unterschiedlichem Berufshintergrund kennenzulernen.

Da ich ursprünglich aus dem Gastgewerbe komme, habe ich mir von diesem Ausbildungskurs vor allem Inputs im Bereich Hüttentechnik und Hüttenlogistik erhofft. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Behörden und SAC sind wichtige Ausbildungsbereiche. Interessiert haben mich zudem Höhenmedizin, Wetterkunde und Hüttenmarketing. Meine Erwartungen wurden grösstenteils erfüllt.

Als Köchin und Bäcker/Konditorin richte ich mein Augenmerk besonders auf die hohe Qualität der Verpflegung. Eine professionelle Gästebetreuung ist mir darüber hinaus genauso wichtig wie eine gute Zusammenarbeit mit der SAC-Sektion und dem Dachverband. Da treffen zwar ab und zu unterschiedliche Interessen aufeinander, doch das liegt in der Natur der Sache. Nur mit Goodwill und der richtigen Einstellung auf beiden Seiten lassen sich die Probleme lösen.

Gastfreundschaft heisst das Zauberwort. Mir scheint dabei besonders wichtig, dass die Kommunikation zwischen dem Hüttenteam und den Gästen funktioniert. Das betrifft den Tagesablauf und das allgemeine Miteinander, ohne das es nicht geht. Auch die auf dieser Höhe besondere Infrastruktur der Hütte und die Wetter- und Schneesituation erfordern immer wieder partnerschaftliches Verhalten.

Feedback