Maurice Brandt (1927-1999), Ehrenmitglied des SAC

d' Amin bei einer Zusammenkunft von Skifahrern aus der Romandie. Er wurde dank seinen Qualitäten nicht nur ein enger Freund, sondern auch ein unersetzbarer Mitarbeiter, als ich bei der Clubzeitschrift die französische Redaktion betreute: Dank seiner Kenntnis der Schweizer Gebirgsmassive, seiner Präzision bei der Routenbeschreibung, seinen unermüdlichen Nachforschungen bei den Kletterern, seiner aussergewöhnlichen Schaffenskraft und seinem anhaltenden Willen, im Gelände die von den Erstbegehern erhaltenen Informationen zu überprüfen oder an zuverlässige Angaben von kompetenten Alpinisten zu gelangen ( keine immer leichte Aufgabe !), erwies sich Maurice als der vertrauenswürdigste Autor von Routenbeschreibungen.

Unsere Beziehung war sehr eng und intensiv: Das Telefon verband uns zu jeder Stunde; die gemeinsamen Bergtouren, unsere häufigen Treffen, sein Urteil, seine Charakterstärke, seine Unabhängigkeit von modernen Klettertechniken und Ausrüstungen und sein enzyklopädisches Wissen machten ihn zu einem teuren Freund.

Maurice Brandt wendete Tausende von Stunden für die Redaktion seiner Führer auf, die Modellcharakter behalten für eine Führerliteratur, bei der sich der Autor nicht damit begnügt, Routen mit Topos oder Piktogrammen zu beschreiben, sondern seine Leser dazu einlädt, die Umwelt zu entdecken, die Geschichte der Eroberung der Gipfel, Wände und Grate kennenzulernen und dabei sowohl die klassischen Anstiege als auch die neuen Klettermöglichkeiten aufführt.

Mit seinen detaillierten Routenbeschreibungen gehört Maurice Brandt zur Garde der grossen Führerautoren wie Lucien Dévies, Pierre Henry, François Labande und Maurice Laloue in Frankreich sowie Gino Buscaini in Italien.

Sein Bemühen um Genauigkeit und um eine gut ausgeführte Arbeit haben ihn bis in seine letzten Stunden begleitet. Noch im vergangenen Frühling, als seine unerbittliche Krankheit ihm kurze Erholung gewährte, bestand er darauf, die Herausgabe zweier übersetzter und überarbeiteter Clubführer über die Walliser Alpen ( Band 1 und 2 ) zu begleiten.

Maurice Brandt wirkte auch bei weiteren Werken mit: bei jenen über die Berner und die Urner Alpen oder - im Ausland - beim französischen Vallot-Führer, Band III, und beim italienischen Führer über die Penninischen Alpen. Er stand selbst auf etwa 1200 Gipfeln -sorgfältig hielt er jeweils das Datum seiner Besteigungen fest - und eröffnete über 150 Routen, wobei er eine Vorliebe für Nordwände hatte.

Der Tod von Maurice Brandt stellt für den SAC einen grossen Verlust dar. Er wird kaum ersetzbar sein, um so mehr als sich die Konzeption der Führer entwickelt hat und es eine deutliche Tendenz hin zu Auswahl-führern gibt, die wegkommt von der « Summe » aller Routen mit dem Ziel, alle möglichen Wege auf alle Gipfel zu beschreiben. Nichtsdestotrotz werden seine Werke immer die besten Nachschlagewerke bleiben für alle Alpinisten, die die Berge von verschiedenen Seiten, Aspekten und Schwierigkeiten kennenlernen wollen.

1978 wurde er am Bergfilmfestival von Les Diablerets ( FIFAD ) mit dem « Mérite alpin » ausgezeichnet. Und 1995 schliesslich wurde er unter dem grossen Applaus der Abgeordnetenversammlung des SAC, die beeindruckt war von der Vorstellung seiner Werke, zum Ehrenmitglied gewählt.

Die Redaktion der ALPEN und der ganze SAC schliessen sich jenen an, die Maurice Brandt kannten, seine beispielhafte Redlichkeit, seinen ehrlichen Charakter und direkten Worte, um seiner Gattin - seiner treuen Begleiterin und unermüdlichen Mitarbeiterin - und seiner Familie unser aller aufrichtiges Beileid auszudrücken.

Pierre Vaney, Pully ( ü )

leisen, Begegnungen ,'ersönlichkeiten

riaggi, incontri, >ersonalità

Voyages, rencontres, ìrsonnalités

Endlich war ich in der Lage, von diesem Berg zu steigen und nach Hause zu gehen. » Diese beeindruckenden Sätze sind die Quintessenz der persönlichen und berührenden Lebensgeschichte des Amerikaners David Breashears, 43. Seine Jugend war geprägt von einem gewalttätigen Vater, der die Familie verliess, als David noch klein war. Der Junge ohne Vater und Vorbild flüchtete sich bald ins Bergsteigen, zuerst in die Welt der Bergbücher, dann immer intensiver in die Berge selbst. Und dies zu einer Zeit, als Bergsteiger in Amerika, das nicht über die gleiche « alpine und alpinistische » Tradition verfügt wie Europa, als Aussenseiter und Randfiguren der Gesellschaft angesehen wurden.

Kletter-Moralkodex für den Alltag In der Welt der Berge fand er Freunde, feste Werte, seine Helden und einen Moralkodex, der ihm Halt

Feedback