Mehr Wärme aus weniger Holz

Mehr Wärme aus weniger Holz

Die meisten SAC-Hütten werden mit Holz beheizt. Sehr oft wird auch auf Holzherden gekocht. Holzfeuer sind aber nicht nur reine Wärmelieferanten, sondern verbreiten auch eine gemütliche, wohlige Stimmung. Bei richtigem Gebrauch der Herde und Öfen lässt sich mit wenig Holz ein Maximum an Wärme erzeugen. Die folgenden Hinweise beziehen sich in erster Linie auf die Holz-energienutzung in unbewarteten Hütten.

Das haben Sie sicher auch schon erlebt: Nach einer anstrengenden Tour mit Schlechtwettereinbruch kommen Sie endlich in eine - unangenehm kalte - Hütte. Jetzt beherrscht nur noch ein Gedanken das Handeln: Sich möglichst schnell eine wohlig-warme Unterkunft zu schaffen! Zum Glück wartet im Vorraum eine Beige tanniger Scheiter, in der Küche steht ein schöner alter Herd. Also nichts wie los!

Keine Wärme verlieren?

Nun möchten Sie sich nicht nur in einem warmen Essraum aufhalten können, sondern auch ein gutes Essen zubereiten. Und zum Abwaschen braucht es anschliessend noch heisses Konventionelle Verbrennung Vergasung + Verbrennung +Wärme-Entzug Der Vergleich zeigt die technischen Nachteile konventioneller Herde. Mit einer optimalen Bedienung werden sie teilweise kompensiert.

Wasser. Also zünden Sie sofort ein Feuer an, setzen eine Pfanne für eine feine Suppe auf, und hinten auf der Platte stellen Sie zwei grosse Töpfe voll Schnee hin, de,r dort schmelzen soll. So entgeht Ihnen am wenigsten Wärme !?

Vor allem in unbewarteten SAC-Hütten stehen meist ältere Loch- oder Plattenherde Verbesserte Verbrennung Vergasung Verbrennung Wärme-Entzug « Wetten, dass... », könnte man an dieser Stelle anfügen. Wetten, dass bei diesem Beispiel viel Wärme verloren geht. Und dass bei optimaler Handhabung des Herdes weniger Holz gebraucht wird, der Essraum schneller warm ist, die Suppe schneller kocht und der Schnee schneller schmilzt! Warum diese kühne Behauptung?

Intensive Forschungstätigkeit Schadstoffe in der Luft und die Energieverschwendung hatten zur Folge, dass in den vergangenen zehn Jahren im Bereich Holzenergie eine intensive Forschungstätigkeit einsetzte. Hochschulen, Fabrikanten und Prüfinstitute konnten so einen Erfahrungsschatz sammeln, der auch für die Praxis hilfreiche Hinweise gibt. Die folgenden Erkenntnisse beziehen sich hauptsächlich auf Herde und Öfen mit einem einfachen Feuerraum, wie sie meist in SAC-Hütten in Betrieb stehen:

Ein hoher Wärme-Ertrag und eine kleine Luftbelastung gehen Hand in Hand.

Für einen maximalen Wärme-Ertrag sind sehr hohe Temperaturen im Feuerraum nötig.

Es lohnt sich bei einfachen Öfen besonders, das Brennholz gut zu trocknen.

In älteren Herden ist trockenes Holz besonders wichtig: Sonne und Luft helfen dabei.

3. Die Scheiter zum Nachlegen spalte ich auch relativ fein, vor allem bei kleinen Feuerlöchern ( Kantenlänge etwa 6 Zentimeter ).

4. Pfannen stelle ich erst auf die Platte, wenn Herd und Platte eine gute Hitze erreicht haben. ( Andernfalls bleibt die Temperatur lange sehr tief, und die Holzgase gelangen unverbrannt ins Freie. ) 5. Solange ich viel Wärme benötige, achte ich auf regelmässiges Nachlegen, damit die Temperatur immer hoch bleibt.

6. Wenn ich den Eindruck habe, dass der Zug ins Kamin zu stark ist, schliesse ich nur die kaminseitige Klappe etwas. Die Luftzufuhr bleibt ganz offen.

7. Soll das Feuer ausgehen und ist nur mehr reine Glut vorhanden, werden alle Züge ganz geschlossen. Dies verhindert, dass sich der Herd oder Ofen über viele Stunden hinweg stark auskühlt.

Wenn Sie diese Hinweise beachten, so können Sie das Optimum aus den bestehenden Geräten herausholen. Nebenbei tragen Sie auch dazu bei, dass mit dem Helikopter nicht unnötig viel Holz transportiert werden muss.

Zwei Herd-Typen Lochherde In Einzelfällen stehen in SAC-Hüt-ten noch die Lochherde, bei denen die Pfanne in ein Loch gesetzt wird und die Flamme direkt die russige Pfanne wärmt. Dieser alte Herdtyp hat den grossen Nachteil, dass sich nicht eine genügende Temperatur entwickeln kann, die im Feuerraum über 600 " Celsius betragen sollte.

Plattenherde Bei den Plattenherden hat das Feuer schon etwas bessere Möglichkeiten zum Erreichen hoher Temperaturen, da die Platten in der Regel weiter von der Flamme entfernt sind. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten in den Lochherden die runden Plat-tenelemente eingesetzt und die Pfannen darauf plaziert werden.

Beat von Wyl\ Giswil Die Luftzufuhr soll erst gedrosselt werden, wenn nur mehr Glut im Herd liegt.

In einer groben Einschätzung halten wir für einfache Herde und Öfen fest, dass bei optimalem Gebrauch ein Wirkungsgrad von rund 50% möglich ist. Bei schlechter Bedienung sinkt dieser aber vermutlich bis gegen 20%, also tiefer als auf den halben Wert ab.

Es soll in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden, dass ein einfacher Herd oder Ofen feuerungs-technisch mit modernen Geräten nicht Schritt halten kann. Stückholzkessel oder Kachelöfen mit Spezial-einsätzen erreichen Wirkungsgrade um 90 % mit entsprechend guten Abgaswerten. Für SAC-Hütten steht aber sicher im Vordergrund, die bestehenden Geräte optimal zu nutzen.

Was tue ich als Hüttengängerlin?

Als Besucher/in einer Hütte will ich in erster Linie eine warme Stube und ein feines Essen. Wenn ich dabei mit dem Holz sparsam umgehen und die Alpenluft nicht übermässig belasten will, sollte stets auf folgende Punkte geachtet werden:

1. Ich verwende möglichst trockenes Holz ( je trockener desto besser ).

2. Zum Anfeuern nehme ich Papier, Holzspäne und ganz dünne Scheiter, die rasch für eine hohe Temperatur sorgen. Die Züge sind voll geöffnet.

1 Der Autor, dipi. Biologe OeVS, ist in einem Unternehmen für angewandte Ökologie und Umgebungsgestaltung ( UTAS ) tätig, das ebenfalls die Zeitschrift Info Holzenergie redigiert, die sich für eine vermehrte Verwendung und die ständige Verbesserung von Holzfeuerungsöfen einsetzt. Die Red.

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