Mein Weg als Bergsteiger Erstbesteiger des Lhotse

Den ersten Auftritt in «Die Alpen» hatte Ernst Reiss ­(1920–2010) im Sommer 1942. Im Chronikteil der SAC-Zeitschrift gab Redaktor Max Oechslin eine Meldung der Tageszeitung «Der Oberländer» weiter, wonach am 28. Juni 1942 zwei Bergsteiger erstmals die Nordwand des Rosenhorns bezwungen hätten. Über die Rosenhornnordwand berichtete Reiss in der Zeitschrift «Die Alpen» von 1943; sein Bergkamerad war Alfred Zürcher, besser bekannt für die Erstdurchsteigungen der Badile-Nordkante und der Eigernordostwand. Weltweit bekannt wurde Reiss mit der Erstbesteigung des Lhotse (8516 m). Am 18. Mai 1956 um 15 Uhr standen er und Fritz Luchsinger auf dem vierthöchsten Gipfel der Welt. Drei Jahre später erschien erstmals sein Buch Mein Weg als Bergsteiger, worin Ernst Reiss auch Beiträge aus «Die Alpen» verarbeitete. Im Auftrag des Central-Comités des SAC verfasste er mit Ruedi Schatz die Lehrschrift Technik in Fels und Eis. Nun hat Emil Zopfi, Schriftsteller, Kletterer und erster SAC-Kulturpreisträger, das Buch Mein Weg als Bergsteiger neu herausgegeben und mit einer starken und klug illustrierten Einführung versehen: der richtige Weg, um diesen Klassiker der Schweizer (Berg-)Literatur zu entdecken oder wieder zu lesen. Nachklettern muss man ja Ernst Reiss nicht unbedingt. Obwohl: Wurde die Rosenhornnordwand eigentlich schon im Winter oder solo durchstiegen?

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