Mensch und Berg

Berge sind ewige Riesen im gewaltigen Erdensein. Wo wir immer in ihnen steigen, bleiben wir Menschen alle klein.

Wir bezwingen sie nicht, die Berge, und erringen uns keinen Sieg, so wir ihre Gipfel erreichen erstmals auf gefährlicher Stieg '.

Tatlos steht der Berg uns zur Seite, offen seine Flanken ringsum.Gehe ein jeder bescheiden im Reiche unserer Riesen, der Berge, um.

Max Oechslin

Korrigenda

Beim Bild Nr.20, Vierteljahresheft I/1957, Ruwenzori, gilt folgende Legende: « Der von Ing. Piero Ghiglione und seinen Gefährten am 25. März 1956 auf die Margherita-Spitze ( 5125 m ) benützte Weg durch die Südwestflanke ».

Der Säntis

VON ERNST MÜLLER, ZÜRICH Das Massiv des Säntis und sein Vorgelände mit einer Fluh links und einer bis zur Bildmitte hinabreichenden Waldzunge rechts sieht der Zürcher Maler Ernst Müller im flimmernden Sonnenlicht von einem ausgedehnten Streifen Weidland her, auf dem sich drei zerstreute Hütten erheben. Sein Landschaftsausschnitt ist so gewählt, dass der Berg in ganzer Breite dominiert, dass ihm aber der Eindruck der Gewalt und Schwere durch die fernrückende, blauende Atmosphäre und sein Auftauchen erst in der Höhe genommen ist, ferner durch die Balance der sich schneidenden Schrägen des vordergründigen Berglandes.

Scheinbar unproblematisch, wie von selbst, ist der Bildbau gelöst, und doch wird es kein Zufall sein, dass nahe der Bildmitte und in der Bergaxe ein rotes Ziegeldach, als Akzent gesetzt, den Blick sammelt und zugleich Farbmitte der durch das Licht zerteilten Töne wird.

Das Licht, perlmutterartig schillernd im Himmel, durchsichtig und duftig in der Ferne, verdichtet und wärmt die Nähe durch rotbraune Flecken und Flächen. Der gegenständlich interessierte Maler schafft sich vor allem mit seiner Hilfe die Raumtiefe, die er braucht. Die « Diktion » des 1902 geborenen Zürchers hält sich an die traditionsverpflichtete, am Impressionismus geschulte Sehweise seiner Generation.Margarete Pfister-Burkhalter

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