Mit viel, viel Geduld

Angefangen hat alles an einem gefrorenen Wasserfall in der Galerie der Simplonpassstrasse. David Bumann und einige Freunde aus dem Gymnasium gingen da abends klettern. Sie entdeckten, dass sich mit den Stirnlampen spannende Effekte zaubern liessen, wenn die Kamera nur lange genug belichtete.

Aus den ersten Spielereien wurde ein zeitintensives Hob­by. Ab 2010 inszenierte Bumann mit vier Freunden unter dem Label «Swiss Lapp» immer aufwendigere Lichtspektakel. Und das neben seinem regulären Stu­dium in Geografie.

Manchmal benötigte das Team schlicht viel Geduld, wie beim Bild des Simplon-Adlers (S. 42). Fünf Stunden dauerte die Belichtung, Bumanns Kamera schoss automatisch alle fünf Minuten ein Foto. Manchmal brauchten sie viel Feuer­werk, wie auf dem Foto der Staumauer (S. 43).

Die Ideen wuchsen mit den Möglichkeiten, sie kauften sich Maschinen, um Lampen im Kreis drehen zu lassen, oder einen Astrotracker, ein Gerät, das die Kamera so schnell bewegt, wie die Erde sich dreht. Mit dessen Hilfe entsteht trotz Langzeitbelichtung der Eindruck, die Sterne seien eingefroren, so wie auf dem Titelbild.

Bei aller Technik interessiert den 25-jährigen Bumann am Ende aber nicht der Knalleffekt, sondern eine ganz bestimmte Stimmung, ein ­Moment in der Nacht, den man von blossem Auge kaum wahrnimmt, der aber sichtbar wird – wenn man genau und sehr, sehr lange hinschaut.

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