Mt. Kinabalu (4101 m)

Was aber führt nun zwei Berner ausgerechnet zu diesem Berg, in diese wenig bekannte Region im Norden Borneos? Auf der Suche nach etwas längeren Aufenthalts-möglichkeiten auf dem weiten Flug nach Australien und Neuseeland entschieden wir uns, aufgrund der Lektüre von Führern und dem Einholen weiterer Informationen, zuerst für einen Besuch von Lombok in Indonesien und von Sabah. Es sind dies zwei Länder mit wenig Tourismus, dafür viel Natur und hohen Bergen. Unser erstes Ziel, der 3726 m hohe Vulkan Rinjani und der ihn umgebende Nationalpark, befand sich zur Zeit unseres Aufenthaltes zwischen Weihnachten und Neujahr 1990 ständig im Einflussbereich einer Regen- und Gewitterfront, so dass an eine Besteigung nicht zu denken war. Daraufhin haben wir uns dem Mt. Kinabalu ( 4101 m ), der bis vor 10000 Jahren noch vergletschert war, zugewendet. Erstbestiegen wurde der Mt. Kinabalu vor mehr als einem Jahrhundert und später ( 1964 ) samt seiner Umgebung zum Nationalpark erklärt. Er bildet einen Anziehungspunkt für Bergsteiger aus aller Welt, vor allem aber aus dem asiatischen Raum. An seinen verschiedenen Felsformationen, besonders im Gipfelbereich, gibt es auch mehrere Klettermöglichkeiten. Ebenfalls sind auch schon Gleitschirmpiloten vom Berg hinuntergeflogen.

Durch den Urwald zum Mt. Kinabalu Kota Kinabalu in Sabah ist eine aufstrebende Stadt mit viel Verkehr, grosser Bautätigkeit und einer freundlichen, aus Einheimischen, Malaysiern, Chinesen und Filipinos sich zusammensetzenden Bevölkerung. Die Bewilligung für den Besuch des Mt.Kina-balu-Nationalparks sowie für die Besteigung des Berges muss bei der städtischen Nationalparkverwaltung eingeholt werden, was uns zwei Personen ( inkl. zwei Übernachtungen ) ca. 140 Malaysische Dollars kostet.

Nun können wir uns in den Bus nach Rha-nau setzen, der allerdings erst abfährt, wenn alle Plätze besetzt sind. So finden wir uns schliesslich mit unseren Rucksäcken zwischen einheimischen Bauern, verschleierten Mohammedanerfrauen und schlafenden Kindern. Sie alle haben wohl andere Ziele als wir, vielleicht ein kleines Dorf irgendwo vor uns in Borneos Urwald. Im Informationszentrum des Nationalparks, das wir nach ungefähr dreistündiger Fahrt erreichen, müssen Eindrücke bei einer Ur-waldwanderung auf dem Liwangu River Trail wir unsere Bewilligungen und Pässe vorweisen und erneut Formulare ausfüllen. In Ostasien braucht alles seine Zeit und hat seine Ordnung. So hatten wir bereits in Lombok gelernt, dass freundliches Lächeln und Geduld manche Schranke öffnet.

Der Kinabalu-Park mit seinen verschiedenen Vegetationszonen, seiner besonderen Flora und Fauna ist im übrigen nicht etwa nur für Bergsteiger interessant, sondern übt auch auf Naturforscher und Zoologen aus aller Welt eine grosse Anziehungskraft aus. Es gibt eine Unmenge von Baum- und Farnar-ten, von Rhododendron- und Orchideenarten. Ausserdem blüht in der Zeit von August bis September die Rafflesia, die grösste Blume der Welt, deren Blüten einen Meter Durchmesser erreichen. Von den Tieren des Regenwaldes sieht man bis auf einige farbige Vögel, Käfer und Spinnen und den Squirrel ( eine Art Einhörnchen ) hingegen nicht viel, da sie sich vor den Besuchern in die grossen unberührten Gebiete des Parkes zurückziehen können.

Am Fusse des Mt. Kinabalu gibt es einige interessante Trecks durch das Gebiet des Regenwaldes, die sich gut als Vorbereitung für die Besteigung eignen. Wir wählen den Liwangu-River-Weg ( ca. 4 Stunden ), der als schmaler Pfad durch eine Urwaldschlucht führt und uns die üppige und prächtige Vegetation des Regenwaldes hautnah erleben Der Crocker-Range Nationalpark vom South-Peak aus Im Flugzeug über dem Mt. Kinabalu lässt. Schon nach kurzer Zeit sind wir allerdings auch nass bis auf die Haut, und meine Frau Margrit macht Bekanntschaft mit Blutegeln. Wir entdecken einige schöne Orchideen, fleischfressende Pflanzen, unbekannte Blumen und farbige Vögel, wovon einige nur gerade in diesem Gebiet vorkommen sollen.

Auf dem Weg zum Gipfel Am anderen Morgen müssen wir uns wieder im Parkhauptquartier melden. Für die Besteigung des Mt. Kinabalu werden den verschiedenen Gruppen obligatorisch Führer ( gegen Entgelt ) zugeteilt. Uns gibt man einen jungen einheimischen Bauern aus der Umgebung, der uns nun die zwei Tage auf den Gipfel und wieder zurück begleiten wird. Sopinggih, wie unser Bergführer heisst, ist schon mehr als hundertmal mit Leuten aus aller Welt diesen Weg gegangen, für ihn und seine Familie ein willkommener Nebenverdienst. Zur Zeit herrscht am Berg ein relativ grosser Andrang. Nicht zuletzt, weil in Sabah gerade Ferienzeit ist und deshalb auch einige ältere Schülergruppen, alle in Turnschuhen und mit leichtem Gepäck, unterwegs sind.

Sie staunen über unsere schweren Rucksäcke. Der Weg, einst in den dichten Tropenwald gehauen, führt über Tausende von Holz- oder Steinstufen steil den Berg empor. Unterwegs treffen wir auf verschiedene Unterstände, die jeweils Standort und Höhe anzeigen. Aussichtspunkte sind selten, nur von einer Krete aus öffnet sich hin und wieder der Blick auf die umgebende Landschaft. Sopinggih macht uns auf verschiedene gebräuchliche Heilpflanzen aufmerksam und zeigt uns viele der im Dschungel wachsenden schönen Blumen. Ohne ihn hätten wir sicher die seltenen blühenden Kannen- oder Becherblumen nicht entdeckt. Nach etwa 4 Stunden ( auf ca. 3000 m Höhe ) verändert sich die Vegetation und geht in einen blühenden Bergregenwald über. Wir sind jetzt unter uns, zusammen mit Tim, einem sympathischen jungen Mann aus London, der sich uns für die Besteigung angeschlossen hat. Von den jungen malaysischen Leuten ist nichts mehr zu sehen, da sie am Anfang viel zu schnell gegangen sind und nun die Höhe zu spüren bekommen haben. Nach 5 Stunden erreichen wir die Laban-Rata-Hütte. Wir sind erstaunt über die gute Küche und das schmucke Aussehen der Unterkunft. Aufziehende Wolken hüllen nun lautlos die nähere und weitere Umgebung ein und tauchen sie in ein gespenstisches Licht. Erst am Abend klart es auf, so dass der Blick auf den weiten, dunklen Urwaldteppich und die sich darüber erhebenden Berge wieder frei wird.

Am nächsten Morgen ist schon um 2.30 Uhr Tagwache. Nach einem kräftigen Frühstück begeben wir uns in die Nacht hinaus und suchen mit Hilfe der Stirnlampen den Weg. Tim, der Engländer, ist gespannt, ob er diesen Gipfeltrip durchhalten wird. Die höchste Erhebung, die er bis jetzt bestiegen hat, misst bescheidene 800 Meter. Etwa eine Stunde später lassen wir den Regenwald hinter uns und treten in das karge Reich der Felsregion. Überall sind nun Fixseile angebracht, die die Richtung weisen. Margrit und ich freuen uns auf den Felskontakt und klettern deshalb überall dort hinauf, wo es gerade geht. Vor dem Gipfelaufbau muss schliesslich noch ein weit sich hinziehendes, jedoch wenig steiles Plateau überquert werden. Dabei begegnen wir erneut jungen Malaysiern, die erschöpft und schlotternd auf dem Fels sitzen oder liegen. Etwa um 6 Uhr morgens erreichen wir den Gipfel des Low's Peak. Es ist kalt, und wir sind froh um unsere dicken Jacken. Gross ist die Freude und zahlreich sind die Glückwünsche, die hier oben in diesem bunt zusammengewürfelten Völ-ker- und Sprachengemisch ausgetauscht werden. Ganz besonders freut sich natürlich Tim über seinen ersten Viertausender.

Photo M und h -R Im Osten geht der Mond über Kota Kinabalu unter.

Wirerleben einen prachtvollen Sonnenaufgang. Die verschiedenen markanten Felsgipfel des Mt. Kinabalu beginnen unter den flach einfallenden Strahlen in den verschiedensten Goldtönen aufzuleuchten,während auf der Ostseite der Mond über Kota Kinabalu und dem Meer untergeht. Dann schweift unser Blick nach Norden, wo er sich in einer fast tausend Meter tiefen dunklen Schlucht verliert.

Abstieg und Abschied Es ist kalt. Sopinggih, nur mit Turnschuhen ausgerüstet, friert an die Füsse, und Margrit hat ihre Handschuhe angezogen. So beschliessen wir etwa um 8.30 Uhr, wieder abzusteigen. Inzwischen ist es bereits allmählich wärmer und heller geworden, so dass wir die eigenartig geformte Gebirgslandschaft des Mt. Kinabalu und die Aussicht von seinem Gipfel noch richtig haben geniessen können. Auf unserem Rückweg kommen wir zu einem kleinen Bergsee, dem ( Sacrifice Pool ). Früher wurden hier zu Ehren der Götter Tiere geopfert. Und weiter geht es abwärts, an fremdartigen Bergblumen vorbei zur Hütte, wo wir noch etwas trinken und die dort zurückgelassenen Effekten aufladen. Der Abstieg ist lang, Tritt für Tritt über unzählige Stufen - Sopinggih schätzt deren Zahl auf 5500 bis 6000. Mit weichen Knien erreichen wir am Nachmittag das Parkhauptquartier. Tim zieht es weiter in den Urwald hinein, zu den heissen Quellen von Poring und zu neuen Abenteuern. Wir verabschieden uns von Sopinggih, dem freundlichen Bauern, der so viel über seinen Berg und sein Land zu erzählen wusste, und fahren mit dem Bus zurück nach Kota Kinabalu.

Auf unserem anschliessenden Flug nach Sandakan, an der Ostküste von Sabah, auf dem Weg zu einem Orang-Utan-Reservat sehen wir den Mt. Kinabalu noch einmal. Er scheint uns aus der Luft noch mächtiger und abweisender, als wir ihn erlebt haben.

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Publikationenchef CC Jaman Jean-Paul Corbaz, c/o Corbaz Imprimerie, av. des Planches 22,1820 Montreux, Telefon 021/96361 31, Telefax 021/963 57 34.

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Erscheinungsweise Monatsbulletin in der zweiten Monatshälfte, Quartalsheft in der zweiten Hälfte des letzten Quartalsmonats.

Umschlagbild:

Chörten zwischen Gemi und Charang ( Mustang, Nepal ) Photo: Giosanna Crivelli, Montagnola ( TI ) 181 224 Claude Remy, Vers-l'Eglise Die Wendenstöcke Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ): Schweiz, jährlich Fr. 42., Ausland, jährlich Fr. 58..

Quartalsheft einzeln für SAC-Mitglieder Fr. 7., für Nichtmitglieder Fr. 10.; Monatsbulletin Fr. 2..

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Beglaubigte Auflage: 71176 Exemplare.

Eindrücke, Gedanken, Erinnerungen Peter Donatsch, Mastrils ( Fotos ) und Henrik Rhyn, Bösingen ( Text ) Der Potala in Lhasa, Winterresidenz der Dalai Lamas. In seinen Mauern herrscht heute nur noch kümmerliches Leben.

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