«Muchas gracias» oder vom Klettern in Catalunya

Erlebnisse aus dem UIAA-Jugend-lager vom 19. bis 25. Juli 1998 in Spanien Nach einer 12stündigen Fahrt durch die Nacht stieg ich in Barcelona noch etwas verschlafen aus dem Zug. Ob ich den Treffpunkt für das internationale Lager wohl finden würde? Die Sorge erwies sich als unbegründet. Da ich meinen Kletterhelm aussen am Rucksack befestigt hatte, erkannte mich einer der Teilnehmer als Kletterin, und mir fiel ein Stein vom Herzen.

Als einzige Frau in der Gruppe Mit Schrecken stellte ich schon bald fest, dass ich unter den 17 Teilnehmern die einzige Frau war. Dazu kam, dass die meisten Spanier waren.

deren Sprachkenntnisse kaum über ihre Muttersprache hinaus reichten. Mir wurde etwas wohler, als ich so etwas ähnliches wie Deutsch hörte. In der Folge stellte sich heraus, dass noch drei Tiroler anwesend waren. Einer der fünf spanischen Bergführer sprach zudem fliessend Englisch, so dass auch wir Ausländer über das weitere Programm ausführlich informiert wurden.

Reich befrachtetes Programm Nach der Begrüssung ging es mit dem Autobus Richtung Norden, genauer nach Catalunya. In Saldes verliessen wir den gut gekühlten Bus und standen in der glühenden spanischen Sonne. Nach einer guten Stunde Marsch bei hochsommerlichen Temperaturen erreichten wir die Hütte. Dort fühlte ich mich sofort zu Hause, erinnerte sie mich doch an eine gemütliche SAC-Hütte. Oberhalb ( leine Rast auf dem Weg :um Einstieg in die Südwand; Ines Kropf, die Ver-asserin des vorliegenden leitrags ( 2. v. I. ), ist die einzige weibliche Teilneh-nerin.

Die Routen in der nordorientierten Wand oberhalb unserer Unterkunft erfordern bereits einiges an alpiner Erfahrung.

Entspannen; gemäss Programm ging 's sofort wieder bergab und unterwegs wurde noch eine weitere Route geklettert. Entsprechend müde war ich, als wir am Abend in der Hütte ankamen, aber gut gelaunt, denn ich hatte einen schönen Tag hinter mir.

Klettern in einem abwechslungsreichen Gebiet Ähnlich vollgepackt waren auch die nächsten Tage. Wir wagten uns langsam an etwas schwierigere Routen, und die alpine Kletterei begann mich zu faszinieren. Dennoch genoss ich es, als wir uns einem neuen Ziel, der Südwand unseres « Hüttenbergs », zuwandten, deren Routen gut mit zahlreichen Borhaken abgesichert sind. Im Gegensatz zur Nordwand ging es hier um Plattenkletterei in äusserst kompaktem Fels. Dazu kamen auch einige technische und ganz reizvolle Routen! Insgesamt hat mir dieses abwechslungsreiche Klettergebiet mit den vielen Möglichkeiten zum Sportklettern und zur alpinen Kletterei sehr gefallen.

Viel diskutiert und gelacht Die gute Kameradschaft und Leitung machten dieses Lager für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Trotz sprachlich bedingter Verständi-gungsprobleme fühlte ich mich in der Gruppe gut aufgenommen. Am Abend wurde bei einem Glas Wein unserer Unterkunft erhob sich eine prächtige nordorientierte Wand, die mir ganz schön Respekt einflösste. Als mir einer der spanischen Führer auch noch erklärte, dass es sich hier um alpine Kletterei handle und in dieser Wand kaum Borhaken zu finden seien, wurde mir schon etwas mulmig zu Mute.

Am nächsten Morgen ging es in Gruppen und mit Friends, Keilen und langen Schlingen am Klettergurt ausgerüstet auch schon los. Die gewählte Route lag etwa im vierten Schwierigkeitsgrad und erstreckte sich über 8 Seillängen.

Meine im Legen von eigenen Zwischensicherungen ungeübte Hand wurde gefordert. Um so grösser war die Befriedigung, als wir oben ankamen und die Aussicht auf Berge und Täler geniessen konnten. Aber da war keine Rede von Ausruhen und < o Die Unterkunft lässt Erinnerungen an eine gemütliche SAC-Hütte wach werden.

viel diskutiert und gelacht. Wir erzählten uns von Erlebnissen in den Bergen und von unserem Land und seiner Kultur. Ich glaube, es war eine gute Möglichkeit, Leute und Sitten Spaniens ein wenig kennenzulernen. Anhand von Dias aus früheren Lagern oder Klettertouren erhielt ich einen guten Einblick in die Bergwelt Spaniens. Ein Riesenspass waren der Wettbewerb in Form eines Marathons am letzten Abend und das anschliessende echt südländische Abschlussfest dieser Lagerwoche.

Am folgenden Morgen stiegen wir entsprechend müde und verkatert in den Bus. Zu unserer Überraschung gab es auf dem Weg zurück nach Barcelona noch einen Abstecher ins Freibad. Danach hiess es, endgültig Abschied zu nehmen: Adressen wurden ausgetauscht und Pläne für die Zukunft geschmiedet.

Als ich im Zug Richtung Norden sass, staunte ich darüber, wie schnell diese Lagerwoche vorbei gegangen war. In meinen Rucksack hatte ich nicht nur all die schmutzigen Kleider gestopft, sondern noch viel mehr an guten Erinnerungen und Erfahrungen. Den Veranstaltern ein ganz herzliches « muchas gracias » für die hervorragende Leistung.

Ines Kropf, Bern i Reisen, Begegnungen, Persönlichkeiten i Viaggi, incontri, personalità i Voyages, rencontres, personnalités Jacques Pahud, Lausanne

Von Nelson im Norden der Südinsel bis zum Dorf Mt. Cook verblüfft eine Abfolge unterschiedlichster Landschaften. Zunächst wendet man sich zur Ostküste mit ihren bewaldeten Hügeln, durchquert dann die landwirtschaftlich genutzten Ebenen der Region Christchurch, um schliesslich gegen das Landesinnere bis zu den Weidegebieten des Mc Kenzie Country vorzustossen. Auf die typischsten Bilder trifft man, sobald die Strasse die Küste verlässt und in Richtung West abbiegt. Herden von Schafen - einer der wichtigsten « Rohstoffe » des Landes - weiden überall in der von sanften Hügeln geprägten Landschaft.

Das Tasman-Tal unterhalb des Nationalparks. Ein paar Farmen verlieren sich in den Weiden, die zwischen den Hügeln und der riesigen Schwemmebene eingezwängt sind.

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