Nachträge und Vervollständigungen

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Dr. E. v. Fellenberg ( Section Bern ).

III. Nachträge und Vervollständigungen Von Seethal. Beim oberen Satz: Amphibolit, Serpentin.

Bietschthal. In den Rämi. Molybdänglanz, eingesprengt in Granit.

Baltschiederthal. Im Trolerengraben ( oder Blysch-graben ?). Kalkspath, sehr hübsche rhomboëdrische Krystalle mit Quarz in Klüften eines glimmerigen Kalkschiefers. Kleine, sehr flächenreiche Kalkspathe von rhomboëdrischem Habitus auf eisenschüssigen Quarzkrystallen. Ebendaher: Dolomitspath. Kleine Krystalle mit Quarz in dolomitischem Kalk ( Röthidolomit ). B. Henzen fand das Ausstreichen eines Ganges von Arsenkies von weißer Farbe und sehr mildem Bruch, mit Kupferkies vergesellschaftet, ob dem Sennthum im Thalgrund.

Steinbruchgraben unter den Todten flühen, im Eingang des Baltschiederthales, IV2 Stunden von Baltschieder; Flußspath: wasserhelle bis röthlichblaue Krystalle, ein- und aufgewachsen in Drusen des dolomitischen Kalksteins ( Röthidolomits ). Einzelne vom reinsten Wasser und sehr flächenreich ( Pluoritdia-manten ). Kalkspath: in Gruppen sehr flächenreicher Krystalle des rhomboedrischen Habitus mit gerundeten Flächen, die bisweilen beinahe knollig und kugelförmig werden, von hier oder von der Schiltfurgge. Neuerdings kamen im dolomitischen Kalkstein des Steinbruchgrabens mit Dolomitspath, Braunspath und wasserhellem Flußspath und Quarz auch größere isolirte Orthoklaskrystalle ( Adular ) von der einfachsten Form vor, welche durch Imprägnation von Dolomit die Farbe des Braunspaths zeigen; ähnlich imprägnirt von Dolomit von gleicher Farbe kommen Bergkrystalle vor, die meist gespalten und von Dolomit wieder verkittet sind. Ebendaselbst fand sich in neuester Zeit zart himmelblauer und weißer Stilbit, eingewachsen zwischen wasserhellem Flußspath und weißem Albit. Im gleichen dolomitischen Kalk ist Bleiglanz, krystallisirt und derb, eingesprengt. In Partien krystallinisch körnigen Dolomits ebendaher oder von der Schiltfurgge fand sich auch, ähnlich wie im ähnlichen Gestein des Binnenthaies, gelblich-braune bis wein-gelbe, lebhaft glänzende Zinkblende, fein eingesprengt, vor, ebenso Bleiglanz in blättrigen und körnigen Partien. Der Steinbruchgraben verspricht noch manchen mineralogisch interessanten Fund.

Schiltfurgge ( zwischen Baltschieder- und Gredetsch- thal ). Sehr schöne Dolomit- und Braunspathkrystalle in Drusen- und Schnüren des dolomitischen Kalksteins ( Röthidolomits ), viele Krystalle mit sattelförmig gebogenen Flächen ( Sattelspath ), ferner Bergkrystall und gelblich-bräunlicher Adular in krustenförmigen Ueber-zügen. Kalkspath, in Gruppen sehr ftächenreicher Krystalle ( von hier oder aus dem Steinbruchgraben ). Die von hier und aus dem Trolerengraben angegebenen Fluorite, Bleiglanz und Blende und bräunlichgelben Adulare scheinen vom Steinbruchgraben herzustam-men, welcher Fundort bisher von den „ Strahlern " geflissentlich verheimlicht wurde.

Im Granitgneiß ( Granit ): Molybdänglanz ( eingesprengt ), rosenrother Flußspath in Octaëdern, Rauchquarz und Morion, sowie Bergkrystall, mitunter in sehr verzerrten, wie angefressen aussehenden Individuen. Molybdänglanz in derben Massen, dicht und eingesprengt im Eilend ( zwischen Baltschieder- und Gredetschthal; wurde eine Zeit lang bergmännisch ausgebeutet ). ( B. Henzen. ) Bleiglanz, derb und eingesprengt, ebendaher, und am Fuß des Rothlauihorns nicht hoch über dem Sennthum „ im Boden " ( scheint hier gangförmig aufzutreten ).

Außerberg. ( Großtrog, zwischen Raron und dem Dorfe Baltschieder. ) Hier bricht in Nestern und Schnüren des dolomitischen Kalks ( Röthidolomits ) mit Quarz der zum Stylotyp gehörende Studerit, ein dem Annivit verwandtes Fahlerz. Ebendaselbst kommt fein eingesprengter Bleiglanz vor.

Aletschthal. In einer Moräne des großen Aletschgletschers fand sich ein Block mit blättrigem und fein- körnigem Bleiglanz. Am Sattelhorn fand Prof. Schulz ausgezeichnete Bergkrystalle und Adular mit Chlorit-überzug. Umgebung des Finsteraarhorns: schön gelb -gefärbte Bergkrystalle ( Citrine ), ebenso am Scheuchzerhorn mit Adular. Oberaletschgletscher: auf der Granitmoräne am Fuß des Thurberges auf einer eisenschüssigen Kluft des Granits: Molybdänglanz eingesprengt; Fuchsit ( Chromglimmer ) in grünen Schiefern^ Asbest, Amphibolit, Adular und Bergkrystall nicht selten auf Blöcken der Moränen.

Fiescherthal. An der sog. Burg am Fieschergletscher, einer erst seit Zurückgehen des Fieschergletschers bloßgelegten Felswand, fanden sich in den letzten Jahren prachtvolle Exemplare von Stilbit ( Heulandit ), Desmin, Adular ( in bis kopfgroßen Krystallen und prachtvollen Gruppen ), ausgezeichnete Bergkrystalle, seltener wasserhelle Apatite und Bysso-lyth ( Amianth ), Skolezit und Titanit ( Sphen ). Interessant sind die hier vorkommenden Gruppen in einer Linie aneinander gereihter Adularkrystalle. Seit langer Zeit bekannt sind die perlmutterglänzenden Stilbite ( Heulandite ) sowie die grünen und weißen octàëdrischen Flußspathe aus dem Gieblisbachgraben ( Giebelsbach ) bei Fiesch.

An dem Ostabsturz des Eggishorns unterhalb der Märjelenalp, kamen früher ebenfalls ausgezeichnete Adularkrystalle in oft wundervollen Gruppen, meist von Chlorit überzogen, vor.

In der Rhoneschlucht unterhalb Aernen fanden sich ausgezeichnete Krystalle von Albit ( Periklin ) in Klüften des Sericitgneißes. Von hier werden auch gelblich-braune Kalkspathkrystalle von rhomboëdri- schem Habitus in verschiedenen Combinationen der Krystalle angegeben. ( W. Biderbost. ) Im Gorpi bei Fiesch. Skalenoëdrisehe Kalkspathkrystalle von brauner Farbe, Rutilnadeln in Bergkrystall, Rutil aufgewachsen, Eisenglanz in Rosen und einzelnen Kristallen. Von hier werden auch große Einzelkrystalle eines durchscheinenden, oberflächlich etwas eisenschüssigen Adulars, dem sog. Mondstein, angegeben. ( W. Biderbost. ) In der Fürganggen Lamm ( Klamm ) vorzügliche Gruppen von Eisenglanz ( Eisenrosen ). ( W. Biderbost. ) Bieligertal. ( Wallithal. ) Hier ist der Hauptfundort der schönsten Amethyste am Gälmiengrat ( s. Jahrbuch S.A.C., XIX, p. 93 ).

Am Löffelhorn sollen auch Amethyste vorgekommen sein, was Cl. Guntren bestreitet. Dagegen fanden sich welche in der Kette der Sidelhörner und ebendaselbst Scepterkrystalle von Amethyst und Bergkrystall. Amethyste werden auch erwähnt von den Zinkenstöcken ( Amethyst auf Rauchquarz ). ( M. Otth. ) Umgegend von Reckingen. Sehr schöne Gruppen von Eisenglanz ( Eisenrosen auf Gneiß ) aus dem südlich gelegenen Rappenthal. In der Nähe von Reckingen wurden vor einigen Jahren in der sogenannten Lauene einige vorzügliche Krystalle des so seltenen Phenakits gefunden, ein für die Schweiz ganz neues Vorkommen.

Aus Lötschen ( siehe Itinerarium für 1881-83 ) möchte noch nachzutragen sein:

Molybdänglanz: fein eingesprengt in grünem Gneiß ( Sericit-Helvetangneiß aus der Sc Zone der geolog.

Karte Dufour XVIII ) von der Moräne des Distelberg-gletschers.

Bergkrystall in fasrigem Asbest vom Jägiknubel am Langengletscher. Epidot von braun-grüner Farbe in Quarz verwachsen mit Asbest von Jieizel ob Goppistein. Ebendaselbst kommt weißer dünnfasriger Asbest ( Bergflachs ) und plattig verfilzter ( Bergleder ) vor.

Der wichtigste neuere Fund in Lötschen ist der mächtige ( bis 1 Meter Durchmesser messende ) Kalk-spathgang in einer kleinen Klippe dolomitischen Kalkes in der Kaufmannskumme, unterhalb des Lötschenpasses, welcher fußhohe Skalenoe'der eines gelblichgrauen Kalkspaths geliefert hat. Eine große Gruppe dieses Kalkspaths ( 3 Centner wiegend ) steht im Berner Museum ( der „ große Knüßel " B. Henzens ). Ein anderer interessanter Fundort von Kalkspath ist eine Kluft im Liaskalk des Ferdenrothhorns, oberhalb der Alp Oberferden. Diese Kluft liefert wohlausgebildete zolllange Skalenoëder von Kalkspath, von graulich-weißer und weißer Farbe mit einem dunkeln Kern in der Mitte der Krystalle. B. Henzen hat dort schon Hunderte von Kalkspathkrystallen ausgebeutet.

Endlich gehört hieher noch die Aufzählung einiger Minerale von Grindelwald, die noch nirgends erwähnt sind. Auf der Moräne des untern Grindelwaldgletschers fand sich in den 60er Jahren ein kleiner Block reinen grünen Agalmatoliths ( Bildstein ). Dieses zart apfel-grüne, von schwärzlichen Streifen durchsetzte Mineral wurde von meinem Vater, Prof. v. Fellenberg, chemisch analysirt und als ächter Agalmatolith bestimmt.

Er muß aus der Zone der grünen Schiefer des Fieschergrates herstammen.

Beim Bau der Dépendance zum Hotel Adler daselbst kam in Klüften des dort anstehenden grauen und schwarzen Schiefers Arragonit vor in nierenförmi-gen und traubigen Ueberzügen des Schiefers, ähnlich dem Vorkommen der sogen. Eisenblüthe von Eisenerz in Steyermark.

Interessant sind auch wasserhelle Bergkrystall-gruppen, mit Kalkspath verwachsen, in Schnüren und Adern des Kalksteins an der Nellenbalmhöhle am rechten Ufer des untern Grindelwaldgletschers. In Gneißblöcken der Stirnmoräne des untern Grindelwaldgletschers findet sich mitunter Quarz, Adular und Asbest.

Aus dem Lauterbrunnenthale wäre hier noch zu erwähnen außer dem Bleiglanz und Baryt der früher ausgebeuteten Minen im Hauri bei Trachsellauinen ( schon beschrieben in der Alpina von Steinmüller ) der nun ausgebeutete, violette und rosenrothe, sehr reine Doppelspath aus der Chorbalmhöhle nördlich des Eingangs in 's Trümmletenthal.

Haslithal und Grimsel. Sehr reich an schönen Mineralien ist auch das Haslithal und hier namentlich die Umgebung von Guttannen. In der sogen. Rothlaui kommen vor: Vorzügliche Titanit- ( Sphen)-Krystalle von gelblich weißer Farbe, oft in Zwillingsverwachsung, vielfach mit Chlorit überzogen, auf Quarz und Epidot sitzend, auch isolirt in kreuzförmigen Zwillingen in Chlorit; Bergkrystall in stengligen Gruppen aneinander gereihter Individuen, öfter ge- bogen und von den wunderlichsten Formen, meist von Chlorit überzogen, mit Einschlüssen von Chlorit und Epidot; Epidot in dunkel schwärzlich grünen und bräunlichen, stengligen Gruppen, ferner Amianth und Adular. Neuerdings hat sich jedoch an der Kammegg oberhalb der Rothlaui ein Mineral gefunden, welches für die Schweiz neu ist, nämlich der Scheelit, und zwar in Krystallen von einer Größe, wie sie nur äußerst selten bis jetzt vorgekommen sind. Diese Scheelitkrystalle sitzen vollständig ausgebildet in einer mehrere Zoll dicken Lage verwitterten erdigen As-bests ( Amianths ) oder in Drusen von in Brauneisenstein umgewandeltem Chlorit. Sie sind graulich gelb und aschgrau von Farbe, einzelne beinahe wasserhell und durchsichtig, und erreichen eine nie gekannte Größe. Der größte daselbst gefundene Scheelitkrystall wiegt 9322/3 Gramm. Zusammen mit dem Scheelit sitzen im zersetzten Amianth prächtige Gruppen eines bräunlich-grünen Epidots mit vorzüglich erhaltenen Endflächen, ebenso wie einzelne stangenförmige isolirte Krystalle dieses Minerals. Ganze Flächen der Amianth -drusen sind mit graulich weißen Adularkrystallen bedeckt, die sich durch stark gebogene Flächen ( sattelförmige ) auszeichnen. i ) Ebendaselbst kommt auch Chlorit in kugligstrahligen Aggregaten vor.

Bächlithal. Dieses Seitenthal des Aarethaies ist seit alter Zeit seiner schönen Bergkrystalle, Eauch- quarze und Morione wegen berühmt. Ein prachtvoller Rauchquarzkrystall mit tadellosen Flächen und Kanten, von über 35 Kilo Gewicht, mit eingeschlossenen Ana-taskryställchen, ziert die Berner Sammlung ( aus dem Bürki - Nachlaß ). Er soll auf dem Gletscher durch Schmelzen des Eises ( worin er eingebacken war ) gewonnen worden sein. Der Granitgneiß des Bächlithales ( Brunberghörner, Juchlistock, Bächlistock, Brandlammhorn ) hat auch öfters prächtigen rosenrothen Flußspath geliefert ( so zollhohe Krystalle im Berner Museum ). Geheim gehalten wurde jedoch von den Strahlern der Fundort der prächtigen Cuboctaëder von Flußspath, der in den 60er Jahren entdeckt wurde und wohl die schönsten Flußspathe geliefert hat, die man überhaupt kennt. Die Krystalle sind wasserhell, mit einem grünlichen oder violetten größeren Kern, der wiederum einen intensiv rosenrothen kleineren innersten Kern umschließt. Die Krystalle dieses wundervollen Flußspathvorkommens sind prächtig ausgebildet und zeigen spiegelnde Flächen. In derselben Gegend kamen auch violette und schmutzigrothe und bräunliche Flußspathe vor, die auf Rauchquarz aufsitzen und auf letzterem krystallinische Ueberzüge bildeten. Man hat mir auch grünlich-weiße Flußspathe gezeigt, die aus dieser Gegend stammen sollen, aber wer weiß, wie man den Angaben der „ Strahler " trauen kann, wird sich in vielen Fällen lieber der Angabe eines nicht sicher constatirten Fundortes^enthalten. Bekannt sind die großen „ Krystallkeller ", welche in früheren Jahrhunderten in der Umgebung der Grimsel ( Aareschlucht, Zinkenstock, etc. ) ausgebeutet und von 25 Grüner, Altmann, Haller, Wyttenbach u. A. sattsam beschrieben und besungen worden sind. Beim Zinkenstock und Sidelhorn angelangt, kehren wir auf unserer mineralogischen Rundreise in 's Oberwallis zurück und erwähnen noch, daß nach der Aussage Melchior Otths in Guttannen auch die Zinkenstöcke schöne Amethyste geliefert haben, theils in blaßrosenrothen Scepterkrystallen, theils aufsitzend auf Rauchquarz, ähnlich zum Verwechseln dem prächtigen Vorkommen der beiden Quarzvarietäten an den „ Courtes et Droites " bei der Aiguille d' Argentière in Chamounix. Kenngott führt vom Bächlithal und vom Jöchli beim Handeckfall aus dem Granitgneiß auch noch Anatas an, der nebst Flußspath und mitunter als Einschluß in letzterem vorkömmt. Ebenso kommen daselbst Apatit, Kalkspath und Brookit vor.

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