Naturerlebnis Klettern

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Felix Maurhofer, Köniz ( BE )

Die Lust, im Fels zu klettern, kennt keine Grenzen ( bei Morgiou, Calanques F ) Verbindende Seil-Kame-radschaft ( Silberfinger, Engelhörner ) Auf dem Weg zum Einstieg spielen deine Gedanken nur noch mit den Kletterstellen, die im Führer beschrieben sind. Mehrmals schweifen deine Blicke zur Wand empor, dabei versucht sich ein bisschen Furcht bei dir einzuschleichen. Aber mit dem Anseilen und Sortieren des Klettermaterials werden diese Gefühle verdrängt. Sorgfältig knüpfst du den Anseilknoten und ziehst die Schnürsenkel der Kletterschuhe noch einmal nach. Beim Klettern versuchst du jede Faser deines Körpers dem Fels hinzugeben, deine Sinne sind nur noch mit den schmalen Griffen und unscheinbaren Tritten verbunden. Das Höhersteigen bringt dir viel Freude, und dein Glücksgefühl wird mit jeder schwierigen Kletterstelle grösser. Du bist endlich weg -weg von den andern, die dir das Leben oft schwer machen. Deine Probleme scheinen im Fels aufgelöst zu sein. Du fügst jeden Griff und Tritt zu einer Leiter zusammen, die zum Gipfel führt. Niemand kann dir dreinreden, nur der Fels zeigt dir den Weg nach oben. Wenn dein Gefährte Dem Himmel entgegen ( En Vau, Calanques F ) nachklettert, hast du Zeit, deine Umgebung zu betrachten. Wie grossartig können doch die Bergdohlen fliegen; wenn du ihnen zuschaust, fühlst du dich ein wenig vom Fels losgelöst. Es wird dir schwindlig, wenn sie in luftiger Höhe umherkreisen und ihre Akrobatikstückchen präsentieren. Nun ist der Gefährte angekommen, und du steigst weiter. Er ist der, der dir die Sicherheit des bremsenden Sturzes gibt. Du kannst dich voll und ganz auf ihn verlassen, und es ist schön, wenn man jemandem sein Vertrauen schenken kann. Der Fels ist oft grau und manchmal sogar schwarz, doch wenn dann in einer Felsnische dir ein paar Flühblümchen entgegenlächeln, hast du die ernsthafte Umgebung schnell vergessen. Dann die letzten Meter zum Gipfel - du kannst es kaum erwarten, endlich oben zu sein. Obschon deine Glieder müde sind, strebt dein ganzer Wille danach, bald droben zu sein. Und auf dem Gipfel das unaussprechliche Gefühl, deine Ängste überwunden zu haben, und ein Erlebnis mehr, das du in das Register deiner Erinnerungen einreihen kannst. Völlig entspannt kannst du die Bilder der vorüberziehenden Wolken betrachten und mit deinem Kameraden den schönsten Kletterstellen nochmals nachgehen.

Sonnenuntergang -Schauspiel der Natur ( Drei Zinnen, Dolomiten I ) Die letzten Meter zum Gipfel ( Üeschenen BO )

Feedback