Nepal ist nicht «im Abgrund»

Zum Artikel «Ein Land am Abgrund», «Die Alpen» 05/2016

Der Artikel von Billi Bierling hat mich stark beschäftigt. Ihre Kritik gegenüber der Verfassung teile ich nicht. Die neue Verfassung war das Resultat eines ­gewählten Verfassungsrats, der die Probleme mit einer Vielzahl von Ethnien bewältigen musste. Im Artikel steht, dass die Verfassung «seit 2009 in Bearbeitung» gewesen sei.

Was die Blockade der Versorgung durch Indien betrifft, so hat sie nicht den «Wiederaufbau mehr oder weniger zum Erliegen gebracht». Ich habe selber ­gesehen, dass die Arbeit weiterging, mit den Mitteln, die zur Verfügung standen. Ich habe seither den Norden des Landes besucht und sah keine «regelrecht ­abgeholzten Wälder». Wenn das ­andernorts der Fall ist, müsste das ­differenzierter dargestellt werden. Das Gleiche gilt für das Zitat, dass «viele Trekkingtouristen lieber in ein Land fahren wollen, in dem sie einen stressfreien Urlaub verbringen können». ­Unerwähnt bleibt, dass die meisten Tourismus­regio­nen und die Infrastruktur für Reisende intakt sind. Nein, ­meiner Meinung nach ist dieses Land nicht «im Abgrund».

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