Nerven aus Stahl, Fels aus Beton

Die weltweit längste künstliche Kletterroute im Bleniotal Kürzlich wurde zuhinterst im Bleniotal ( TI ) eine neue Attraktion für Kletterinnen und Kletterer mit guten Nerven eingeweiht: die mit 165 Metern längste künstliche Kletterroute der Welt!

An der Staumauer des Luzzone-Stau-sees, zuhinterst im Bleniotal, wurde unter der Leitung des Tessiner Bergführers Luciano Schacher in anstrengender Arbeit die längste künstliche Kletterroute der Welt eingerichtet. Die Fünfseillängentour zieht sich als farbige Schlange aus 650 künstlichen Griffen und Tritten durch die mächtige Betonwand und endet zuoberst auf der Krone des Staudamms.

Die längste künstliche Kletterroute beeindruckt durch die ungewohnte Ambiance und die enorme Ausgesetztheit.

der Vorsteiger muss aber über eine gesunde Psyche verfügen: Die Tour ist sehr ausgesetzt!

Keine Fixpunkte Je weiter oben man in der Wand steht, desto mehr verstärkt sich das Gefühl der Ausgesetztheit: Dem Auge bieten sich keine Fixpunkte mehr wie im natürlichen Fels, und auch der Standplatz befindet sich nicht auf einem bequemen Band oder in einer netten Nische, sondern an zwei Schrauben hängend auf einer schmalen Leiste!

Die Einrichtung der Route erforderte sorgfältige Vorarbeiten. Sie wurde Schritt für Schritt im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren bei Zürich geplant und ausprobiert, bevor sich die Einrichter ans Bohren, Dübeln und Kleben im Beton machten.

Auch wenn sich das Naturerlebnis bei dieser künstlichen Kletterei auf den Ausblick beschränkt, hinterlässt eine Begehung durch die ungewohnte Ambiance, die Neigung und Ausgesetztheit der Wand dennoch einen bleibenden Eindruck. Beim Ausstieg auf die Staumauerkrone ist man froh, nicht schon vor dem Beginn der Tour einen Blick nach unten geworfen zu haben!

Die Tour beginnt aber eigentlich genau am Rand der Staumauerkrone: Hier oben, im Restaurant Luzzone, bezieht man den Schlüssel für die Einstiegsleiter, hinterlegt ein Depot von 100 Franken und bezahlt den Eintritt von 20 Franken. Kletterer, die in die Route einsteigen wollen, müssen volljährige, geübte Sportler sein und im Restaurant Luzzone eine Haf-tungserklärung unterzeichnen.

Christine Kopp, Unterseen Diese aussergewöhnliche Wandfreske, die eine Jagdszene zeigt, schmückt ein im 16. Jahrhundert erbautes Gebäude im zentralen Wallis.

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