Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen, 1944-1945

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Zusammengestellt von Max Oechslin

1944 und 1945, mit Nachträgen ( Schluis ) 54. Mittagfluh ( 1866 m ). Bei Boltigen. Vermutlich erste Begehung des Südgrates. Am 21. Oktober 1945. Durch Armin Balzer, Walter Baumgartner, Wolfgang Diehl und Edwin Krähenbühl f.

Vom oberen Rand des kleinen Wäldchens am Südwestfuss des Gipfelstockes, oberhalb der Nüschletenalp, auf Rasenbändern schwach ansteigend unter der senkrechten Südwestwand des Südgipfels hindurch und zuletzt durch ein kurzes Couloir auf eine markante Schulter des Südgrates am Fuss seines Steilaufschwunges. Über diesen hinauf über abwärtsgeschichteten, z.T. brüchigen Fels ( Hakensicherung ). Nach 80 bis 100 m Höhe legt sich der Grat zurück und führt ohne besondere Hindernisse zum Südgipfel. Exponierte Kletterei.Nach Kurzbericht von Wolfgang Diehl im Jahresbericht des A.A.C.B., 1945:

55. Morgenhorn ( 3629 m ). Erster direkter Durchstieg der Nordwand 1. Juli 1942, durch Alfred Missland und Ed. Thomann, Spiez.

In der Gipfelfallinie befindet sich unterhalb des Hängegletschers ein grosser Felstrichter. Ein deutliches Couloir reicht von diesem zum Gamchigletscher hinab. Rechts davon ist ein zweites Couloir, das in den untersten 80 Metern mehr einer überdachten Rinne gleicht. Der Einstieg erfolgte durch diese Rinne, dann, nach 80 m, nach links, über ein kleines Firnfeld, rechts über eine Rippe mit plattigen, abwärts geschichteten Felsen zu einem ca. 80 m langen Quergang. ( Am 1. Juli 1942 vereist. ) Über diesen auf die Rippe, die zum grossen Wandturm führt, und zur Felskanzel unter dem Gletscherabbruch. Dieser erreichte ca. 30 m senkrechte Höhe und musste rechts überstiegen werden. Weiter nach links über den Gletscher; Überschreitung des Bergschrundes direkt in der Gipfelfallinie und zum Gipfel. Eine Felsbankmuss an der schmälsten Stelle gequert werden ( über derselben befindet sich als Anhaltspunkt ein grosser Felskopf ). Einstieg in die Wand 05 30 Uhr, Kanzel unter dem Gletscher 11 30 Uhr, Morgenhorn-Gipfel 21 00 Uhr.

Nach brieflicher Mitteilung von Ed. Thomann.

56. Morgenhorn ( 3629 m ). Erste Begehung der Nordrippe am 22. Juli 1945. Durch Hermann Etter und Ernst Reiss.

Die ausgeprägte Nordrippe zieht sich in der östlichen Hälfte der Nordwand vom untern Ende des Gamchigletschers ca. 800 m hinauf zum Ostgrat des Morgenhorns.

Die Seilschaft Etter-Reiss verliess die Gspaltenhornhütte um 0315 Uhr, über den Gamchilückenweg zur rechten Randmoräne, dann auf den Gamchigletscher absteigend und zum Fussfelsen der Nordrippe. Dieser ist vom Gletscher glattgeschliffen und grifflos. Der Einstieg erfolgte über eine Firnschneezunge, die sich rechts der Felsrippe hinaufzieht und im obern Ende zu einem schwach ausgeprägten Geröllband führt. Dieses erlaubt eine Querung zur Kante. Einstieg in die Querung, wie der ganze Aufstieg, über plattig-abwärtsgeschichteten Fels. Etwas rechts über lose geschichtete Platten bis zu einem kurzen, steilen Grataufschwung ( Steinmann ), durch den sich, links, eine Wasserrinne zieht. Gerade hinauf bis zur Hälfte des Absatzes, dann nach rechts querend zu einem kleinen Felsbalkon und von hier mit Klimmzug über eine kurze, senkrechte Stufe zu weniger steilem Fels. Es folgt das Mittelstück mit viel Schutt auf Tritten und Griffen. Dann 3-4 Seillängen auf einen Felskopf hinauf, ohne besondere Schwierigkeiten ( Steinmann ), über losen Felsen, rechts ausweichend durch einen kaminartigen Riss von drei Seillängen, in welchem der Steilaufschwung überwunden wird. Das nachfolgende horizontale, plattige und schwierig zu begehende Gratstück muss auf der rechten Gratseite bezwungen werden. Es ist mit Schutt stark belegt und endet unterhalb des letzten Grataufschwungs, der links über eine im obern Teil scharf ausgeprägte Kante bezwungen wird. Hier erreicht man den Ostgrat und folgt diesem zum Gipfel. Zeiten: Hütte bis Einstieg: % Stunden, Nordrippe 6 Stunden, Ostgratstück 2 % Stunden. Der Gipfel wurde um 12 15 Uhr erreicht.

Nach brieflicher Mitteilung Herrn. Elter, Kallnach.

57. Pointe de Mourty ( 3585 m ). Erster Durchstieg der Nordflanke am 13. August 1945. Durch Pierre und Henri Honegger ( Genf ) und Robert Mercier ( Lau-sanne).Siehe « Die Alpen », 1945, Varia, Seite 289/290.

58. Grand Muveran ( 3061 m ). Neuer direkter Aufstieg über die Arête de la Frète de Sailles, am 2. September 1945. Durch P. Hirschy, G. Gorghit, H. Ramel, A. Balissat und H. Spycher.

Die Überkletterung des rund 500 m langen Grates erforderte vom Einstieg bis zum Gipfel 5 Stunden.Siehe « Die Alpen », 1945, Varia, Seite 257.

59. Obergabclhorn ( 4073 m ). Direkter Durchstieg der Südwand am 23. August 1944. Durch die Seilschaften Alexander Graven und Alfred Sutter, Alexander Taugwalder, Eugen Wenzel und Frau Wenzel.

Siehe « Die Alpen », 1945, Seiten 228—232.

60. Oldenhorn ( 3126 m ). Erste Begehung des Südwestgrates am 18. Juli 1941. Durch R. und J. C. Stehli und Pierre Vittoz.

Vom nördlichen Felsvorsprung im Glacier de Zanfleuron durch einen überhängenden Kamin zum Grat und zur Grossen Schulter. Über den Grat bis zu den weissen Felsbänken, wo in die Südflanke ausgewichen werden muss, dann durch eine Rinne zu einer markanten Scharte im Grat zurück und direkt zum Gipfel. 4 Stunden. Nach brieflicher Mitteilung Pierre Vittoz, Lausanne.

61. Ortstock ( 2720 m ). Erste Begehung des ganzen Ostgrates, am 15. August 1936. Durch die Bergführer Jakob Hefti und Jakob Marti. Bockalpeli bis Gipfel: 6 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

62. Monte Rosa-Nordend. Die Beschreibung einer Erstbegehung des Nordostgrates des Nordends, Monte Rosa ( « Die Alpen », August 1946 ) ist nach Prüfung der Angelegenheit dahin zu berichtigen, dass es sich lediglich um eine Variante der Route T. Graham Brown-Alexander Graven-Alfred Aufdenblatten handelt ( Guide des Alpes Valaisannes, III a, von Marcel Kurz, Route 215 ). Die Aufstiegsroute Armin Vogt-Walter Perren-Edmund Petrig liegt im Einstieg ca. 150 m weiter westlich der Route 215 und endet ebenfalls auf Punkt 3986.

S3. Piz Roseg ( 3942 ). Erster Durchstieg der Nordostwand, am 13. Juni 1943. Durch Hannes Huss, Ruedi Müller und Walti Gut.

NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN Der Durchstieg erfolgte ziemlich in der Fallirne des Nordgipfels ( Schneekuppe ). Einstieg auf der Route 152 des Berninaführers, dann in der Richtung des rechten der beiden Eisüberhänge. Den Eisüberhang umgeht man links über meistens vereiste, schwierige Felsen. Dann immer in der Fallirne des Gipfels gerade hinauf, bis unterhalb des Nordgipfels ein Eisüberhang den direkten Weiterweg sperrt. Man quert eine Seillänge nach rechts und erreicht den Grat ca. 30 m unterhalb der Schneekuppe. Die Wand zeigt in der obersten Partie ca. 70° Neigung und verlangt viel Eishackarbeit. Zeit: Bergschrund bis Nordgipfel 8 Stunden. Sehr schwierige Eistour.

Nach brieflicher Mitteilung Hannes Huss, Wiesendangen.

64. Ruchenfcnsterturon. Erste Besteigung am 24. Juli 1945. Durch Otto Gerecht, Hannes Huss, Hans Rein und F. Wörndle.

Der Turm wurde bisher immer umgangen. Die Besteigung erforderte schwierigste Kletterarbeit während 10 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht.

65. Schcienberg ( 2609 m ). Erster Durchstieg der Südwand am 7. Oktober 1942. Durch die Bergführer Jak. Marti und Jak. Hefti. Alphütte Ober-frittern bis Gipfel: 4% Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

6(5. Titlis ( 3242 m [2710] ). Erster Durchstieg der Nordwand am 13. September 1943. Durch Herbert Sievers, Jean Wyss und Henri Freléchoux.

Der Einstieg erfolgte von der Alp Bödmen aus. Bei der Vogelsmatt wurde in die Wand hinübergequert bis zu einem grasbesetzten Felskopf, etwas östlich der Gipfelfallinie.Von hier aus über eine Rippe mit abwärtsgeschichteten Felsplatten ( Hakensicherung ) bis zu halber Wandhöhe, wo ein Kletterhammer und in der Wand steckend ein Haken vorgefunden wurden ( höher noch drei. Die Haken stammen von einem frühern Versuch, die Wand zu begehen, der von einer Zürcher Seilschaft unternommen worden war ). Ein Überhang folgt, der schwerste Kletterarbeit verlangt. Über demselben drei Seillängen zu einem Felskopf, links über glatte Platten zu einem Riss und zu einer Höhle, die über einem kleinen Felsabsatz sich öffnet. Alp Bödmern ab 07 30 Uhr, Höhle an 19 30 Uhr abends, nach einem Gewitter mit Hagel. Weiterweg durch eine Querung nach rechts, dann durch ein kleines Couloir hinauf über sich zurücklegenden Fels bis auf den Nordgrat, der um 21 00 Uhr erreicht wurde. Über den Grat bis unter die senkrechte Gipfelwand — Biwak in einer Kluft. Weiterweg am frühen Morgen über die bankige Felswand zu P. 2710, Traversierung des Gletschers zur Rotegg, 2752, und Abstieg gegen Trübsee.

Siehe « Die Alpen », 1944, Seiten 123-126, und « Der Naturfreund », Heft 4/6, April 1943.

67. Tödl ( 3623 m ). Erster Durchstieg der Nordwand des Piz Rusein am 26. Juli 1942. Durch Paul Schafflützel f und Ernst Anderegg. 10 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

68. Tödi ( 3623 m ). Die Nordwestwand des Tödi-Piz Rusein wurde über die Route Schafflützel t am 5. August 1945 zum zweitenmal begangen. Durch J. Hajdukiewicz und M. Mischke ( Polnischer Bergklub, Hochschullager Winterthur ).

Route Paul Schafflützel: siehe « Die Alpen », 1946, Seiten 5—7.

Nach brieflicher Mitteilung M. Mischke.

NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN 69. Tschingelhörncr ( 2850 m ). Erste Ost-West-Traversierung bis zum Felssturz am Segnespass am 13. August 1944. Durch Karl Brühwiler und David Schiesser. Ca. 3 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel -f.

70. Tsehingelgrat-Tschingelturm-Ellstab. Begehung am 6. August 1944 durch Arthur Krähenbühl f und W. Diehl.

Siehe Bericht im 39. Jahresbericht des A.A.C.B., 1944.

71. Tschingelspitz-Ostgrat. Neubeschreibung der Route durch Jörg Wyss.

Siehe Bericht im 39. Jahresbericht des A. A. G. B., 1944.

72. Tschingelspitz ( 3323 m ). Erste Begehung über die Südwand am 13. August 1944. Durch Edwin Krähenbühl t und Hans Wyttenbach f- Vom Sackdepot am Fuss des Gspaltenhorns durch das Schneeband, das sich horizontal der Tschingelspitz-Südwand entlang zieht. ( Dieses Band vermittelt auch den besten Zugang zum Tschingelgrat. ) Einstieg in die Wand je nach Schneeverhältnissen, da die Felsen glatt und ziemlich steil sind. Die Seilschaft Krähenbühl-Wyttenbach stieg zwischen den Felsrippen der Mittelwand ein, in der Richtung deren Treffpunkt, anfänglich über glatte Kalkbuckel, dann über nicht sehr steilen, gut gegliederten Fels. Auf der Höhe des ersten Turmes der östlichen Rippe durch die Mulde nach rechts aufwärtsquerend — in ungefährer Richtung der Felsbänder — bis zur Wandrippe, die auf der flachsten Stelle oberhalb des Turms erreicht wird. Die Rippe wird bis zum Treffpunkt mit der westlichen Rippe verfolgt, wobei zwei Steilaufschwünge erhebliche Schwierigkeiten bieten, aber östlich umgangen werden können. Der Fels ist stark verwittert und etwas abwärts gerichtet. Nach Überkletterung des ersten Steilaufschwunges wird dem zweiten nach rechts ausgewichen, durch eine ziemlich schwierige Rinne zur Kanzel, bei der sich die beiden Südwandrippen treffen. Schneeband bis Kanzel 1 % Stunden. Varianten sind möglich. Von der Kanzel aus schwingt sich eine schwach ausgeprägte Kante zum Gipfel hinauf, durch welche die Wand in zwei Hälften geteilt wird. Schräg rechts hinauf und durch eine schiefe Verschneidung zurück zur Kante. Die nachfolgenden 50 m bieten die Hauptschwierigkeiten: rechts der Kante über schlechte Felsplatten, dann vermittels Haken über einen Überhang ( schwierig und Steinschlag ausgesetzt ). Mit Hilfe von Schulterstand und Seilzug wurde ob dem Überhang ein tiefer Kamin erreicht, in welchem eine gute Hakensicherung möglich ist. Ca. 10 m im Kamin hinauf, bis es sich stark verengt und nach vorn überwölbt und zum Ausweichen in die glatte, westliche Begrenzungswand zwingt, wo ein zweiter, ca. 30 m langer Kamin erreicht wird, der nach links auf die Kante zurück führt, ca. 25-30 m unterhalb des Gipfels. Auf abschüssigem Band wird ca. 10 m horizontal nach Osten gequert, dann um einen Klemmblock zum Couloir, das von Südwesten her direkt zum Steinmann führt. Eine letzte Schwierigkeit bietet eine senkrechte, grifflose Platte rechts des Couloirs. Schwierige Kletterei. Schlusswand: 3 Stunden.

Nach Bericht Edwin Krähenbühl, 39. Jahresbericht A.A.C.B., 1944.

73. Weisse Frau ( 3661 m ). Erste Begehung der Westflanke am 1. Juli 1945. Durch Hermann Etter und Ernst Reiss.

Abgang von der Blümlisalphütte um 02 45 Uhr, Einstieg unter der Wandmitte um 04 00 Uhr. Der Aufstieg führte bis zu ca. 2/3 Höhe durch eine steile Firnflanke von guter Beschaffenheit. Von da durch einen nach rechts, schräg-aufwärtsführenden Quergang, über vereiste Felsplatten zu einem kleinen Firn- NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN feld, über das ca. 3 Seillängen aufgestiegen wurde. Es folgten 150 m abschüssige, schlechtgriffige Felsplatten, die direkt zum Grat Weisse Frau–Blümlisalphorn führen. Bergschrund bis Gipfel: 4 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Herrn. Etter, Kallnach.

74. Wetterhorn ( 3708 m ). Erster Durchstieg der Nordwand am Pfingstsonntag 1945. Durch Herrn. Etter und Ernst Reiss.

Abgang von der Dossenhütte um 03 00 Uhr, Querung des Rosenlauigletschers und Abstieg zum Schwarzwaldalpgletscher. Einstieg am Fuss der Wandmitte um 06 30 Uhr. Anstieg durch ein steiles Schnee- und Eiscouloir, rechts der Gipfelfallinie, welche bis zu 2/3 der Wandhöhe über dem markanten Eisnollen verfolgt werden konnte.Von hier durch einen schräg aufwärtsführenden, heiklen Quergang nach links bis oberhalb der Eisnollen, wo ein steiles Eiscouloir den Weiterweg gestattet. Es endet nach zwei Seillängen in der plattigen Felswand. Der Weiterstieg erfolgte über die vereisten und schneebedeckten Platten direkt zum Gipfel, der um 21 00 Uhr erreicht wurde. Einstieg bis Gipfel: 14 y2 Stunden. Ausgesetzte Kletterei, die zur Sicherung 3 Eishaken und 3 Mauerhaken erforderte.

Nach brieflicher Mitteilung Herrn. Etter, Kallnach.

Die Seilschaft Hans Preis-Otti Brügger-Ernst Hiltbrand hat die Wand bis zum sogenannten grossen Band ( in ca. *j3 Höhe ) am 18. August 1940 begangen, musste dann aber infolge Eintritt der Nacht und Nässe auf den Nordgrat ausweichen und die Fahrt abbrechen. Der weitere Versuch der Seilschaft Preis-Brügger erfasste den Aufstieg vom Hengstengletscher über eine Felsrippe, die in südwestlicher Richtung ansteigt und auf der Höhe des grossen Schneebandes der Nordostflanke in einer Firnkuppe nahe dem Wettersattel endigt. Die Seilschaft querte dann auf dem grossen Band nach rechts in die Nordwand hinein und folgte der Gipfelfallinie durch den obern Drittel der Wand bis zum Nordgrat, der ca. 30 m nördlich des Gipfels betreten wurde. Diese Fahrt ist kein direkter Durchstieg der Wetterhorn-Nordwand. Preis-Brügger haben die Wand in zwei Malen bezwungen 1940 untere 2/3, 1944 oberen 1/3 ).

Nach Mitteilung Dr. Hans Preis, Zürich.

75. Wetterhorn ( 3708 m ). Erste Besteigung über die Westkante, am 25. Juni 1945. Durch Edwin Krähenbühl f und Jakob Pargätzi.

Siehe « Die Alpen », 1945, Varia, Seite 191.

76. Wetterhorn ( 3708 m ). Westgrat–Nordgrat-Überschreitung. Am 6. August 1944. Durch Hans Inäbnit, Adrien und Rose Voillat.

Briefliche Mitteilung A. Voillat.

77. Wichelplankstock ( 2979 m ). Erste Begehung des Nordgrates am 27. Juli 1943. Durch Otto Gerecht und Ferd. Wörndle.

Aufstieg von der Sustlihütte über Jutzfad, Kühfadplatten und Wichelplankfirn zum Fuss des Nordgrates und über diesen zum Gipfel. Schwierige, exponierte Kletterfahrt. Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

78. Kleine Windgälle ( 2988 m ). Erste Winterbegehung am 28. Februar 1943. Durch Otto Gerecht, Marcel Chappot und Jul. Zimmermann.

Mit den Ski von der Golzernalp über Oberkäsern und gegen Eisengrube. Auf der Route 38 des Urnerführers und durch das Loch auf den Gipfel über den Ostgrat Golzernalp bis Gipfel 4 Stunden. An Pfingsten 1944 wurde die Kleine Windgälle von der gleichen Seilschaft über die Route 39 von der Wind- NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN gällenlücke aus bestiegen. Dabei konnte das Furkeli in der Richtung Ost-West mit Ski überschritten werden.

Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

79. Zinalrothorn ( 4223 m ). Erster Durchstieg der Ostwand am 6. August 1945. Durch André Roch, Robert Gréloz, Ruedi Schmid.

Der Einstieg erfolgte vom Fuss der Wand über eine Rippe, die südlich des ausgeprägten Couloirs aufwärtssteigt. ( Blanchet stieg zweimal über diese Rippe, musste aber zum Kanzelgrat ausweichen. ) Die Rippe wurde vor dem sperrenden Steilaufschwung nach rechts, nördlich verlassen, in die Richtung der Gipfelfallinie. Steile und lockere Felsrippe! Nach einigen hundert Metern Rippe folgt ein schräg nach rechts oben führender Riss; Doppelseil, Sicherungshaken. Es folgt ein kleiner, ausgeprägter und senkrechter Grat, der bald links, bald rechts verfolgt wird. Einige Überhänge müssen mit Hakensicherung überwunden werden. Nach ca. 3 Stunden erreicht man das ca. 80 m unter der Gipfelpyramide durchführende, gegen NO weisende Schrägband. Man folgt diesem Band nach links bis zu einem Kamin, der auf den Gipfel führt. Diesen hinauf zu einem vereisten Loch, durch das man gerade noch durchkriechen kann und bis ca. 5 m unter das Gipfelsignal gelangt. Einstieg 05 00 Uhr, Gipfel 13 00 Uhr. Wandhöhe 750 m.

Nach dem ausführlichen Bericht von Ruedi Schmid, Jahresbericht des A.A.C.Z., 1944/1945, Seiten 16-19. Siehe auch « Die Alpen»r 1946, August.

80. Zinalrothornsehulter ( 4065 m ). Erste Besteigung der Schulter mit Ski, am 1: April 1945. Durch Koni Brunner, Ruedi Schmid und Ali Szepessy. Abgang von der Alphütte auf Alp Arpitette, P. 2091 TA, um 02 00 Uhr, längs des Baches und über die orographisch rechte Moräne zum ersten grossen Gletscherplateau des Glacier de Morning. Der Gletscherabbruch wurde mehr oder weniger den Felsen des Besso entlang überwunden; dann Traversierung des zweiten grossen Gletscherplateaus in Richtung Hohlichtpass bis zum zweiten äusserst steilen Gletscherabbruch, der zur langen und steilen Gletscherterrasse führt, die vom Hohlichtpass unter der Crête Morning durch bis zur Epaule du Rothorn de Zinal reicht. Diese Terrasse ist zum Teil ziemlich schmal und von einer grossen Zahl breiter Spalten durchzogen. Die grössten Schwierigkeiten bietet der steile Abbruch unter dem Hohlichtpass, da hier mit Eisabbrüchen ständig gerechnet werden muss und die Route stark von den jeweiligen Verhältnissen abhängig ist. Die Schulter wurde um 12 10 Uhr erreicht. Abfahrt auf der gleichen Route, innert 2% Stunden zurück zu P. 2091.

Nach dem Kurzbericht von Ruedi Schmid, Jahresbericht des A.A.C.Z., 1944/1945.

Wir schliessen auch diesen Bericht mit der Bitte, uns Neutouren und Erstbesteigungen laufend zu melden, wenn immer möglich mit einer kurzen Beschreibung der Route und unter Beilage eines Bildes ( für unser Archiv ).

Feedback