Neue Berghütte im Binntal

( Privathütte ) Die neue Mittlenbärghütte ( 2395 m ) liegt zuhinterst im Binntal ( VS ), Koord. 664.550/137.500. Sie ist ab Fäld in ca. 3 Std. auf Forststrasse und Wanderweg erreichbar. Informationen: Roger Mathieu ( Bergführer ), Tel. 027/9272865, Fax 027/9272765, Hüttentel. 027/9714548'Der Name der Hütte wurde in der Sendung erwähnt.

Brot nicht auf der Speisekarte steht und also auch nicht zu erhalten ist.

Mit diesen zwei Extrembeispielen wird in etwa das Spannungsfeld abgesteckt, das sich primär auf Grund der menschlichen Voraussetzungen ( des Hüttenwarts/der Hüttenwartin ) ergibt. Es geht hier nicht darum zu dramatisieren. Aber als Kunde hat man in Berghütten ab und zu den Eindruck, Nebensache zu sein, im Weg zu stehen und nur Umtriebe zu verursachen. Spätestens wenn daraus negative Gäste-Reaktionen oder schlechte Medienberichte resultieren, entsteht Handlungsbedarf.

Vom Verkäufer zum Käufermarkt Abgelegene Standorte hin, beschränkte Saison her, SAC-Hütten sind heute touristische Dienstlei-stungsträger wie Bergbahnen, Hotels oder Souvenirläden. Deren Besucher lassen die meisten ihrer Gewohnheiten nicht im Tal, und so ist es erfolgversprechender für die Anbieter ( hüttenbesitzende Sektionen für die « Hardware » und Hüttenwarte für die « Software » ), sich nach den Bedürfnissen der Konsumenten zu richten. Das beginnt schon beim Empfang: Wenn der Blick des ankommenden Hütten-besuchers zuerst auf ein halbes Dutzend Verbotstafeln fällt, wird ihn wohl, in Erwartung von noch Schlimmerem, eine böse Ahnung befallen, und auch der tadelnde Blick des Hüttenwarts auf die Uhr verbessert die Stimmung des kurz nach dem offiziellen Abendessen eintrudelnden erschöpften Ankömmlings nicht. Wenn er dann noch mit einem missmutig zubereiteten Teller Spaghetti ohne Sauce abgespeist und ihm anderntags eine Vollpensionsrechnung präsentiert wird, so meidet er in Zukunft diese Hütte. Und viele andere werden es ihm gleichtun.

Verbesserung der Dienstlei-stungsbereitschaft Freundlicher Empfang und zuvorkommende Bedienung Anbieter von Dienstleistungen müssen aufhören, Pannen und Mängel mit organisatorischen Unzulänglichkeiten zu erklären. Den Gast interessieren solche Begründungen nicht. Unsere Dienstleistungsverant-wortlichen sollen sich endlich mit ihrer Haltung zur Dienstleistung selbst befassen. Alle möglichen Formen des Umgangs mit dem Gast - Tourismus-manager sprechen von « Kunden » -sind anzutreffen, nur eine viel zu selten: das konsequente Eingehen auf den Kunden und der Wille, dem Gast das zu bieten, was er so dringend möchte, nämlich freundlich empfangen und zuvorkommend bedient werden, so dass er sich wie im Urlaub fühlt. Eine solche Dienstleistung kann erbringen, wer Selbstsicherheit und Freude an seiner Aufgabe ausstrahlt. Serviles sich Anpassen ist nicht notwendig. Gefragt sind Phantasie, Kreativität, Freude am Umgang mit-z.. " " .T. auch schwierigen - Menschen sowie eine zeitgemässe Dienstlei-stungsauffassung. Das kostet zunächst keinen Rappen. Was es bringen kann, wurde in der Radiosendung am Beispiel der Medelserhütte erwähnt: zufriedene Gäste, die via Mund-zu-Mund-Propaganda neue Gäste werben, und einen steigenden Umsatz. Das seinerseits motiviert wieder den Hüttenwart und schafft eine gute Stimmung in der Hütte. Der Kreislauf schliesst sich.

Erlebnis Hüttenaufenthalt Auch die Preise sind zunehmend ein Thema. Wenn die Übernachtungstaxen in den SAC-Hütten die Zimmerpreise von Hotels im Tal erreichen, gibt es Fragen. Um so wichtiger ist es, dem Gast die Besonderheiten und die Vorzüge eines Aufenthalts in einer Berghütte zu vermitteln. Der Hüttenbesuch muss zum aussergewöhnlichen Erlebnis werden, muss sich abheben - dann darf er auch etwas kosten. Haupt-Gestalter dieses Erlebnisses ist der Hüttenwart und/ oder die Hüttenwartin. Dabei hängt der Wert jeder Dienstleistung vom persönlichen Engagement ab, ganz nach dem Spruch in einem alten Walserhaus: « Schlacht Wätter dussnä, häb Geduld, schlächt Wätter dinne, selber tschuld ».

Kreative Ausnützung der Möglichkeiten Insbesondere in den von weniger ambitionierten Ausflüglern und Wanderern frequentierten Unterkünften bietet sich ein riesiges Feld von Möglichkeiten, die bisher kaum genutzt worden sind: regionale Spezialitäten aus der Küche, frische Zutaten aus der örtlichen Alp- und Landwirtschaft, kleine Rahmenprogram-me am Abend oder bei Schlechtwetter, eine gut bestückte Leseecke, passende Dekoration in der Stube und den Zimmern, klare und positive Kommunikation aller für den Hütten- Ais erstes trifft der Besucher auf eine Tafel mit einem freundlichen Willkommensgruss, der ihn die SAC-Hütte bereits mit einer positiven Einstimmung betreten lässt.

Auch in den SAC-Hütten finden sich neue Gästeschichten ein, die Dienstleistungen erwarten, wie sie sie aus andern Gastbe-trieben gewohnt sind.

aufenthalt wichtigen Mitteilungen, Informationen über die nähere landschaftliche Umgebung, stimmige Vermittlung des aussergewöhnlichen Bergerlebnisses usw. Natürlich bestehen Grenzen, zum Beispiel baulicher Art, doch sie sollten keinen Hüttenwart daran hindern, nach seinen Möglichkeiten aktiv zu werden. Bei An- und Umbauten könnte die Sektion sich die entsprechenden Überlegungen machen. So will die Sektion Thurgau beim nächsten Bauvorhaben in der Etzlihütte den geänderten Kundenbedürfnissen Rechnung tragen. Im Vordergrund muss das Bemühen stehen, aus der Notwendigkeit, in einer Hütte zu übernachten, ein Erlebnis zu gestalten, an das man sich mit Freude zurückerinnert.

Bedeutung und Inhalt von Werbemassnahmen Aufgeschreckt von sinkenden Übernachtungszahlen machte sich die Sektion Bernina schon vor einigen Jahren Gedanken zum Hütten-Marketing und schuf einen Prospekt, der den Erlebniswert der Hütten hervorhebt, jede ihrer alpinen Unterkünfte einzeln beschreibt und für die jeweiligen Zielgruppen ( Tagesbesucher, Wanderer, Skitouristen, Hochalpinisten, Familien ) attraktiv darstellt. Auch andere Sektionen sind diesbezüglich aktiv geworden.

SAC-Hütten sind Eintrittspforten ins Hochgebirge. Ihnen fällt damit auch eine « didaktische » Rolle zu, die wahrzunehmen viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Von Hütten und Biwaks a. < Werbemassnahmen müssen allerdings glaubwürdig sein, wenn sie Erfolg haben sollen. Nichts ist enttäuschender, als wenn Erwartungen geweckt werden, denen dann die Wirklichkeit nicht entspricht.

Jedem Besucher recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann Die zwei in der Radiosendung genannten Hütten bringen uns auch zu einem heiklen Punkt der betreffenden « Konsumenten-Informationssen-dung ». Die Radiosendung war subjektiv gestaltet - und das ist gar nicht so abwegig: Die sehr persönliche Anschauungsweise widerspiegelt den Alltag, so wie ihn der einzelne Gast erfährt. Während der eine Hüttenbesucher mit einem Stück Käse und Brot hochzufrieden ist, vermisst der andere die Dusche oder den frischen Salat.

Die Forderungen der Radio-Wan-derer nach « abwechslungsreichem Menü, insbesondere mit Salat » sowie nach Duschen, deren Fehlen es notwendig macht, dass « man sich mit eiskaltem Gletscherwasser » waschen muss, berühren zentrale Themen. Wie weit soll der Komfort in Berghüt- ten getrieben werden? Sind SAC-Hüt-ten hochgelegene Hotels? Oder soll die Entwicklung umgekehrt werden und zurück zu den Wurzeln führen?

Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen Sehen wir den Tatsachen ins Auge - die Zeit der Petrollampen ist schon lange abgelaufen. Die Zeit der Mas-sen-Schnarch- und -Schlafräume muss ablaufen. Die Hüttenpolitik der Zukunft wird von pragmatischen ( finanziellen ) Überlegungen geleitet sein und den veränderten Gästeschichten und -bedürfnissen Rechnung tragen müssen. Eine Unterscheidung zwischen « Wandererhütten » und « Alpi-nistenhütten » erscheint sinnvoll. Die unterschiedlichen Hütten-Kategorien könnten unterschiedlich ausgestattet sein und ein auf die jeweilige ( Haupt- ) Gästeschicht abgestimmtes Angebot aufweisen. Eine-wie anzunehmen ist, sehr emotionale - Diskussion zum Thema « Duschen » dürfte im SAC bevorstehen.

Konkurrenz von Komfort und Bergerlebnis?

Hier spätestens beginnt eine heikle Gratwanderung, bei der die wichtigste Komponente nicht aus den Au- Wo die Einsamkeit regieren soll, muss der Komfort Grenzen haben.

gen gelassen werden darf: SAC-Hüt-ten sind Bergunterkünfte für Bergfreunde. Das Erlebnis Berg muss Mass aller Dinge sein. Alpine Unterkünfte dürfen nicht jedem zivilisatorischen Druck angepasst werden, sonst zerstören wir deren Grundlage selbst: Irgendwann gibt es keinen Grund mehr, in eine Hütte zu gehen, weil es dort ähnlich ist wie im Tal. Und es gilt, Unterschiede zu schaffen: Wenn eine Kategorie von Hütten in Zukunft mit noch mehr Komfort versehen wird, sollte bei einer Anzahl anderer Hütten der Komfort reduziert oder zumindest nicht weiter erhöht werden. Die ansteigende Entwick-lungslinie von der unbewarteten zur bewarteten, zur weiter ausgebauten und schliesslich zur dem letzten Stand angepassten Hütte muss dort unterbrochen werden, wo es gilt, Refugien für jene Bergfreunde zu bewahren, die eine gewisse Ursprünglichkeit suchen.

Bei allem Lamento über mangelhafte Dienstleistungen und aller Kritik an den touristischen Anbietern dürfen die Kunden nicht ausgenommen werden. Vielleicht sollte sich der eine oder andere tatsächlich überlegen, ob er nicht besser unten im Tal bleibt.

Peter Donatsch, Maienfeld

Jeue Routen und Gebiete

entdeckt wurden. Erstbegehung durch Michael Röthlisberger und Siegfried Bläsi ( freie Begehung ) am 9. Februar 1997.

4. Bewertung: 185 Meter, IV/5+, durchgehend 7080° mit einer anspruchsvollen Schlüsselstelle 5. Zeit: 3-5 Stunden, je nach Verhältnissen 6. Material: Nebst Eisschrauben einige Bohr- und Normalhaken zum Verstärken der Stände. Skitourenausrüstung für den Zustieg empfehlenswert 7. Route a ) Zugang und Einstieg: Der Eisfall liegt im Felsband, das sich etwa 200 Meter oberhalb von P. 1759 ( auf der Karte mit « Chalberspissi » bezeichnet ) befindet. Er ist nur vom Öschinensee aus sichtbar. Zum Einstieg geht man am besten auf der Skipiste, die man unterhalb des Öschinensees verlässt. Dort überquert man den Bach und gelangt so zum Einstieg von « Rübezahl » ( Staubbach ). Dort folgt man dem Felsband über steile Hänge bis unter den Eisfall. Bis zum Einstieg ca. 2 Std.

b ) Routenverlauf: gemäss Topo c ) Abstieg: Abseilen über die Route ( teilweise eingerichtet ) Siegfried Bläsi, Münsingen

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