Neuorganisation der Alpinausbildung im SAC

Den SAC als den alpinen Ausbilder bekannt zu machen ist eine der Kernforderungen des Marke-tingkonzepts. Der ZV hat im August 1998 das vorgelegte Ausbildungskonzept verabschiedet und den Bergführer Emanuel Wassermann als Ausbildungsbeauftragten gewählt.1 Neu wird eine Ausbildungskommission diesen Bereich begleiten.

Die Alpinausbildung im SAC heute In Leitbild, Clubpolitik, Statuten und Marketingkonzept ist die Alpinausbildung der SAC-Mitglieder als Kernaufgabe des Verbands festgehalten, denn gut ausgebildete Tourenteilnehmer und -leiter verringern nicht nur das Risiko, sondern erhöhen auch die Attraktivität des Bergsteigens. Die Alpinausbildung ist ein wichtiges Motiv für den Beitritt zum SAC und gleichzeitig eine seiner Hauptaufgaben: So nehmen jährlich rund 1300 Personen an den vom Zentralverband organisierten Ausbildungskursen teil. Das in diesen Kursen angeeignete Fachwissen soll multipliziert weitergegeben werden können. Frischer Schwung in der Ausbildung bietet die Chance, wieder vermehrt Leute für unsere Kernaktivitäten, das Bergsteigen in all seinen Facetten, zu motivieren.

Die Leitideen der SAC-Alpinausbildung Das Ausbildungsangebot soll so gestaltet sein, dass die verschiedenen Bedürfnisse der Mitglieder - und potentieller Neumitglieder- im Mittelpunkt stehen und dass es eine Bergsteigerin, einen Bergsteiger ein ganzes Leben lang begleiten kann. Es soll das Verantwortungsbewusstsein fördern und natürlich Freude bereiten. Wichtige Voraussetzungen dazu sind die Bereitschaft, neue Ideen,

Stufenorientierte Ausbildung

Ausbildungsziel Stufe Ansprechpersonen Ausbildungs-verantwortung Sektionen mit Unterstützung des Zentralverbandes Basis Interessierte Öffentlichkeit, Clubmitglieder sicheres Mitgehen auf Clubtouren und selbständiges, verantwortungsbewusstes Bergsteigen Touren- Clubmitglieder leiter/ innen Zentralverband, z.T. ehrenamtliche, gut ausge -Sektionen mit Unter- bildete und verantwor-stützung durchtungsbewusste Tourenlei- Zentralverbandter für die Sektionen Zentralverbandkompetentes, professio- nelles, verantwortungsbewusstes Ausbildungsteam zur Vermittlung SAC-spezif ischer Ausbildung Ausbil- Ausbilder, die in der dungs- auszubildenden Thematik kader professionell tätig sind ( z.. " " .B. Bergführer, Trainer, Psychologen, Wissenschaftler u.a. ) Techniken und Disziplinen des Alpinismus in die Ausbildung einfliessen zu lassen und in wichtigen Fragen einen Konsens zu haben.

Die Ausbildungspyramide: Ausbildungsstufen und -kanäle Auf den drei Ausbildungsstufen Basis ( Einführung, Grundausbildung, Weiterbildung ), Tourenleiter- und Kaderausbildung sollen ganz spezifische Zielgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungszielen stufengerecht angesprochen werden ( vgl. Tabelle und Fig. ). Die drei Ausbildungs-kanäle zeigen, dass Ausbildung über das eigentliche Kurswesen hinaus geht und auch über die Kanäle « Individuelle Beratung » und « Informati-on/Publikation » koordiniert erfolgen soll. « Individuelle Beratung » soll er- möglichen, künftig Clubmitglieder und Sektionsverantwortliche ( Tourenchefs und -leiter ) in Ausbildungs-belangen zu beraten und so ihre Ausbildungstätigkeit in den Sektionen zu unterstützen. Der Kanal « Information/Publikation » soll auf allen Stufen über alpine Ausbildung und Sicherheit informieren und die verschiedenen offiziellen Publikationen zu diesen Themen koordinieren.

Die neue Organisationsstruktur In der vereinfachten Organisationsstruktur übernimmt neu eine Ausbildungskommission die Ausbildungs-verantwortung für alle Disziplinen des klassischen Alpinismus vom Kin-der- bis zum Seniorenbergsteigen. Diese Kommission hat die Aufgabe, neue Trends und Bedürfnisse zu erkennen und entsprechende Strategien festzulegen. Zudem kann nun der

sbildungspyramide

SAC auch im Ausbildungsbereich die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen gezielt an die Hand nehmen und beispielsweise bei der Herausgabe von Lehrunterlagen und der Kaderausbildung Synergien nutzen.

Die Pyramide ist im Bau Das Ausbildungskursprogramm 1999 hat eben mit den Lawinenkursen begonnen. Schrittweise wird jetzt die Ausbildungsverantwortung an die neue Ausbildungskommission und den Ausbildungsbeauftragten übergehen. Das Kursprogramm im Jahr 2000 soll dann ganz nach dem neuem Konzept gestaltet sein.

Die « Individuelle Beratung » und « Information/Publikation » sollen auf-und ausgebaut werden und hoffentlich bald als koordinierte zusätzliche Dienstleistung für die Sektionen genutzt werden können.

Emanuel Wassermann, Ausbildungsbeauftragter SAC Bei der neuen SAC-Alpinausbildung werden die verschiedenen Bedürfnisse der Mitglieder - und potentieller Neumitglieder-im Mittelpunkt stehen und eine Bergsteigerin, einen Bergsteiger ein ganzes Leben lang begleiten.

I Sport- und Wettkampfklettern i Arrampicata libera e di competizione i Escalade libre / Compétition Michel ( « Mischu » ) Wirth, Bern

Im Klettergebiet von Wanaka

Erste Eindrücke

Heiss brennt mir die Sonne ins Gesicht. Die Fusse habe ich hochgelagert, und ich bin so träge, dass mir selbst der Griff hinüber zu Mikes legendären Backwaren zuviel ist. Aus der Jukebox hinter mir plätschert « Road to Nowhere » von den Talking Heads. Ich bin in Wanaka, einem kleinen Dörfchen am idyllischen Lake Wanaka auf der Südinsel Neuseelands, der so unergründlich türkisblau in der Berglandschaft liegt, dass es mir hier auf Anhieb gefällt. Das « Kai Whaka Pai », was auf Maori so viel heisst wie « gutes, heisses Essen », ist der Coffeeshop und Treffpunkt der hiesigen Kletterszene. Hier gibt es die grossen Milchkaffees, und hier werden die brandheissen Stories aus der Kletterküche ausgetauscht. Heute ist Glenns neu eingebohrte Route No Sweat Tagesgespräch.

Unmengen Kaffee später sind wir in einem alten Dodge unterwegs und fahren den See entlang Richtung Klettergebiet. Die alte Karre hupt auf der holprigen Kiesstrasse andauernd ohne unser Zutun, Trevor, ihr Besitzer, hat wahrscheinlich noch heute nicht herausgefunden warum.

An den Felsen im Sektor Sunnyside herrscht für wanakische Verhältnisse reges Treiben. Die « Locals » von Wanaka sind bereits da, um die neue Route zu testen. Schnell werde ich im Kreise der Erlauchten aufgenommen, und schon sind wir in der Route Bastard from Clearndale am Einklettern. Ed hat sie gebohrt, nachdem ihm seine Frau von einem älteren Herrn aus Clearndale ausgespannt worden war. Er nennt die Route seine persönliche Verarbeitung des Problems. Meine anfängliche Skepsis angesichts des wenig einladend aussehenden Felsen weicht hellem Entzücken. Flächige Aufleger wechseln ab mit kleinen Leisten, die wiederum zu grossen Löchern übergehen. Ein kleiner Runout zur Aus-stiegskette ergänzt Eds « persönliche Verarbeitung » mit einem psychischen Kick.

Es ist übrigens interessant, wie die Routen jeweils zu ihren Namen kommen. Hinter fast jeder Bezeichnung steckt eine Geschichte, die zuerst erzählt sein muss, bevor man dann mit dem ganzen Wissen um Hintergründe und « Umfeld » in die Route einsteigen darf. No Sweat, ein Name, der bereits viel verrät. Die Sonne scheint heiss, und die grossen abschüssigen Griffe leiten mich langsam,

Dave klettert im Sektor Sunny Side ( Wanaka ).

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