Oder vielleicht doch Piz Sol?

Zum Artikel «Sonnig oder hoch?», «Die Alpen» 05/2016

Im Artikel zweifelt This Fetzer die seit 1893 bestehende Schreibweise der SAC-Sektion Piz Sol an. Diesbezügliche Diskussionen sind jedoch nicht neu, wie ein Beitrag von F. W. Sprecher im SAC-Jahrbuch von 1913 (!) zeigt, der von ­Fetzer wohl kaum berücksichtigt wurde. Denn F. W. Sprecher erläutert in «Über Ortsnamen des Taminagebietes» ­ausführlich u.a. auch die Herkunft des Namens Piz Sol. Im Gegensatz zu neueren Ansichten sieht er diesen im Lateinischen mit der Begründung, dass dies ein Grenzberg der ehemaligen Herrschaft Pfäfers war und das Kloster für viele Ortsnamen Latein verwendete. Dies war auch beim benachbarten ­Monte Luna der Fall, welcher auf alten Karten von 1734 und 1825 noch so ­benannt wird, erst ab 1889 Monteluna und heute Muntaluna. Nach Sprecher wurde der Name Monte Sol wohl kaum gebraucht, weil der Berg damals wenig Interesse bot. Erst in der Dufourkarte von 1859 wurde für den höchsten der «Grauen Hörner» die romanisch ­klingende Form Piz Sol verwendet. Im Nachtrag von 1916 erwähnt Sprecher weiter, dass seinen Begründungen nicht widersprochen wurde. Die seiner ­Ansicht nach unpassende Bezeichnung Pizol, verwendet im topografischen ­Atlas der Schweiz ab 1889, ist seiner Meinung nach wahrscheinlich auf falsch verstandene Aussprache zurückzuführen. Die Meinungen darüber, ob nun Piz Sol oder Pizol «richtig» ist, dürften ­weiterhin unterschiedlich sein.

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