Olympische Spiele 2022: inkonsequenter SAC

Als ich vor zehn Jahren Mitglied des SAC wurde, war ich sehr stolz darauf, Teil der Bewegung zum Schutz der alpinen Umwelt zu sein. Heute sind die Herausforderungen vielleicht anders, der Druck ist stärker. Fest steht, dass der SAC nicht immer mit seinem Leitbild in Einklang zu sein scheint. In der Ausgabe 1/2013 der Zeitschrift «Die Alpen» präsentiert er sich als Anwalt der Berge und verlangt, bei Bauvorhaben für die Energieerzeugung konsultiert zu werden. In der gleichen Ausgabe erklärt er jedoch, er sei für die Durchführung von Olympischen Spielen in Graubünden, sofern sie ökologisch umgesetzt werden. Paradox, oder nicht?

Die Partnerschaft mit AXPO oder die omnipräsente Werbung im Heft kann ja noch mit den finanziellen Bedürfnissen (auch wenn sie mit dem Schutz der Umwelt nicht kompatibel sind) erklärt werden, aber mit der Bauerei in der Berglandschaft geht das nicht mehr. Olympische Spiele, die mit der Umwelt schonend umgehen – das ist ja wohl ein Witz! Ich erwarte vom SAC eine standhaftere Position zugunsten unserer Naturschätze. Wenn Graubünden den Zuschlag für 2022 erhält, wäre es mir lieber, unser SAC hätte damit nichts zu tun gehabt.

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