Opposition gegen Wildruhezonen: eine Täuschung

Zur Ablehnung der Beschwerde gegen die Wildruhezonen von Nendaz und Zinal durch das Bundesgericht (siehe «Die Alpen» 7/2015, S. 22).

Ich bin sehr befriedigt vom Entscheid des Bundesgerichts, die Beschwerde der Wildruhezonengegner nicht zuzulassen. Es handelt sich um eine Entscheidung der Vernunft, und sie ist insofern sehr bedeutsam, als sie den Beschwerdeführern vorhält, gar nicht als glaubwürdige Vertreter der Sache «Natur» einspracheberechtigt zu sein.

Was die «Spasslobby» antreibt (Sportkreise, Freizeit, Tourismus und Hotellerie) ist: Kohle scheffeln. Alles ist dafür da, erschlossen zu werden, die Natur in ihrem ursprünglichen Zustand ist nur eine Etappe vor der Verwandlung durch den Menschen. Es ist am Menschen, die Interessen der «Stimmlosen», also von Natur und Umwelt, zu vertreten. Von jetzt an muss man aber einsichtig sein und die Wahrheit anerkennen: Diese Lobby teilt die Interessen der Natur einzig in dem Masse, als sie daraus Profit zieht. Sie ist deshalb in keiner Weise berechtigt, die Bedürfnisse der Natur zu verteidigen, und noch weniger, sich das Recht anzumassen, ihre Interessen zu vertreten. Um «angesagt» und glaubhaft zu sein, werden Projekte, Statuten und Argumente mit Slogans verkleidet wie «aus Respekt vor der Natur und der Fauna» oder «um besser zu schützen». Die Aktionen dieser Lobby sind invasiv: «… es ist unsere Aufgabe, den freien Zugang zu den Bergen zu schützen …» (Originalton SAC). Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis und der Walliser Staatsrat waren diesmal die wahren Verteidiger der Causa «Natur». Führen wir uns vor Augen, dass die Opposition gegen Wildruhezonen etwa eine gleich grosse Täuschung ist, wie wenn McDonald’s vorgibt, sich für gesunde Ernährung, Fitness und Gesundheit einzusetzen!

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