Orts- und Flurnamen von ­Safien und Tenna

2236 Flurnamen finden sich auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinden Safien und Tenna. Einer hat sie alle gesammelt: Mattli Hunger, aktiv in vielen Walservereinigungen und ­Autor des Mundartwerks Ärdenkt und ärzellt. Sòòfier Gschichtä vo äsiä und hüt. Hunger kennt das Tal wie kaum ein anderer. Und das merkt man dem Buch an. Was auf den ersten Blick wie ein Werk für wenige interessierte Sprachforscher aussieht, ist in Wahrheit eine Fundgrube der Walser-Berg­bauern­kultur. So erfährt man, wie die damalige Einzelsennerei funktionierte: Jeder Bauer hatte auf der Alp eine eigene Hütte zum Käsen, ein «Stupli» zum Wohnen und einen Stall. Unterstützt wurde er vom «Sannhirt», der die Kühe hütete – und mit heftigen Spitznamen bedacht wurde, wenn eine verloren ging: «Zuntelmutsch», «Chüeschwanz­gsicht» oder «Sannhirtsälig». Auch die Sagenwelt hat ihre Spuren in den Flurnamen hinterlassen: So erinnert die Wildmannli-Höhle auf 2600 Metern an ein Zwerglein, das hier einst Gämsen gemolken und aus ihrer Milch einen besonderen Käse hergestellt haben soll. Die 338 Seiten bieten zahlreiche weitere Trouvaillen und einen grossen Fundus an historischen Fotografien.

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