Protokoll der 51. Abgeordnetenversammlung.

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der

der 51. Abgeordnetenversammlung des Schweizer Alpenclub Samstag den 13. September 1913, vormittags lO'/a—12'/4, nachmittags 2-61/« Uhr, im Grossratssaal in Luzern.

1. Appell: Es sind anwesend sämtliche Mitglieder des Zentralkomitees und folgende Abgeordnete der Sektionen:

Aarau: Brodmann Ed., Henz H., Grob W.; Am Albis: Gut H.; Alteis: Dr. Biehly; Bachtel: Eimer Fried., Baumann-Merz H., Brunner Jakob, Wunderli Fritz; Basel: Dr. Raillard A., Derksen E., Egger C, Dr. Mähli, Dr. Forrer C, Dr. Oswald C.; Bern: Dr. Dübi H., Dr. Graf J. H., Grimmer O., König A., Peter F., Montandon Ch., Utinger P., Dr. König H., Dir. Lips; Bernina: Pfr. Michel, Saratz, Müller, Pidermann, Keller K.; Biel: Ing. Leuenberger, Studer-Boß, Bonny Charles, Ackeret H.; Blümlisalp: Ziegler H., Fahrni Otto, Kunz R.; Bodan: Scherb Rud., Bächinger H., Galluser; Burgdorf: Margot J., Egger O., Schmid O.; Chaux-de-Fonds: Payot Th., Muller Louis, Neukomm A., Girard Jules, Gabus Georges; Davos: Rzewuski, Lang, Dr. Leemann; Diablerets: Dr. Fses, Centurier, Nicole, Chaubert, Dr. Barbey, Dr. Jacot, Wan-ner-Roussy; Yverdon: Fuchs Aug.; Einsiedeln: Schlageter O., Bettschart Aug.; Emmental: Grütter Paul, Leuenberger Emil; Engelberg: Amrhein W., Heß Jos., Gasser Alois; Genevoise: Bernoud A., Eggermann J., Boveyron Ch., Hufschmid G., Cevey J., Miney Samuel, Delétra D., Muller Ch., Thury E., Dunand Emile, Viollier Ed., Langdorff J., Perottet E., Lagier Louis; Gotthard: Eichenberger Fr.; Grindelwald: Gsteiger E., Tännler B., Borter G.; Hoher Rohn: Frey Hans, Naumann W.; Jaman: Brossy, Ferner, Ruchonnet, Bach; Kamor: Bänziger Ed., Dierauer; Lägern: Müller H., Dr. Müller A.; Lauterbrunnen: Jenny O.; Leventina: Lisibach L., Röllin A.; Lindenberg: Dr. Müller, Meier A.; Moléson: de Reyff B., Daguet Léon, Sieber A., Challamel V.; Monte Rosa: Couchepin G., Sautier John, Morand Marius; Montreux: Nicollier M., Vittoz John, Rufenacht E., Wellauer H., Kues P.; Mythen: Ineichen B.; Neuchâteloise: Wacker Albert, Bertran Thomas, Jacot-Guillarmod M., Liechti Emile; Oberaargau: Pfr. Amsler, Dr. Hiltbrunner; Oberhasli: Anderegg Melch., Kessi E., Großenbacher E.; Oberland: Frehner Casp., König Adolf, Spinnler; Olten: Kofel Karl; Pfannenstiel: Gut Jean, Notar, Leemann Hans, Dr. jur.; Pilatus: Weber J., Oberst, Dr. Brun Hans, Marx Felix, Geißhüsler Rob., Zgraggen Ernst, Labhardt Eugen; Piz Sol: Grosjean, Sennhauser, Bernold; Piz Terri: Tschopp; Prättigau: Walty G.; Randen: Fehr Jakob, Bahnmeier, Bollinger A., Gehring Conr.; Rhätia: Lindenmann A., Grünenfelder G., Wunderli G., Brunold J.; Rhein: entschuldigt; Rorschach: Stump J., Roth H.; Roßberg: Dr. Bossard, Landtwing Alois, Dändliker P.; St. Gallen: Tobler-Willi J. U., Ludwig A., Buchenhorner O., Kreßler Hugo, Dr. Janggen A., Hartmann E., Buholzer M.; Säntis: Alder Paul, Buchli Hans, Lutz Albert; Thurgau: Handschin A., Dr. Vogler O., Dr. Altweg; Ticino: Schröder, Patocchi; Titlis: Flury Remigi, Vokinger Walter; Tödi: Wild H., Affeltranger A., Bäschlin J., Schießer J. J.; Toggenburg: Tschudy-Grob M., Freudiger G.; Uto: Dr. Täuber C, Dr. Wehrli Leo, Hausheer H., Rüegg Emil, Zellweger D., Dr. Walder E., Käch Ernst, Dr. Gisin E., Rüd Emil, Zollinger E., Keller Hch., Bär A., Fritsch Jean; Weißenstein: Bodenehr E., Dr. Schöpfer R., Dr. Brunner E., Flury-Saladin, Branschi J.; Winterthur: Dr. Näf Ed., Denzler, Notar, Pfenninger A., Bachmann E., Rüegg, Redaktor; Zofingen: Siegfried E., Dr. Jenny.

Von den Sektionen Am Albis, Oberaargau, Rhein, Unterengadin hat niemand beim Appell geantwortet. Es stellte sich dann später heraus, daß die Sektion Am Albis durch Herrn H. Gut und Oberaargau durch Herrn Pfarrer Amsler und Dr. Hiltbrunner vertreten waren. Entschuldigt hatte sich die Sektion Rhein und Unterengadin. Somit total anwesend: 198 Mitglieder aus 56 Sektionen.

2. Als Stimmenzähler werden gewählt: H. Bächinger ( Bodan ), Jakob Brunner ( Bachtel ), A. Wacker ( Neuchâtel ), L. Daguet ( Moléson ).

Als Übersetzer ins Französische wurden bestimmt: Oberstl. Zuan vom Zentralkomitee und Dr. Barbey, Diablerets.

3. In seinem Eröffnungswort erinnert der Zentralpräsident A. Henne in wenigen Worten an das im August uns entrissene Mitglied des Zentralkomitees, Simeon Meißer, und ersucht die Versammlung, sich zur Ehrung des treuen Mitarbeiters zu erheben. Dies geschieht. Hierauf macht er zur Geschäftsordnung darauf aufmerksam, daß wegen Nichtanwesenheit des Referenten Traktandum 7 eventuell später behandelt werden muß.

4. Der Jahresbericht pro 1912/13 ist in Nr. 16 resp. 17 der „ Alpina " veröffentlicht worden. Die Verlesung wird nicht verlangt. Der Zentralpräsident trägt nach, daß vergessen wurde, eines Beitrages für die Militäraviatik Erwähnung zu tun. Das Zentralkomitee sei von dem Initiativkomitee ersucht worden, das Ausschreiben mit zu unterzeichnen, und daraus sei die moralische Pflicht erwachsen, einen Beitrag zu zeichnen. Das Zentralkomitee ersuche um nachträgliche Genehmigung dieses Beitrages von Fr. 1000.. Hierauf beginnt die Diskussion zum Geschäftsbericht.

Dr. Täuber ( Uto ) fragt an a ) wie es mit der Finanzierung des Alpinen Museums stehe.

b ) Er rügt, daß ein Führerkurs, der am Gotthard stattgefunden habe, nicht im Bericht erwähnt sei. ( Derselbe fand 1912 statt und figurierte im 44. Geschäftsbericht .) c ) An der Furka machen sich Leute mit dem Klubzeichen an die Fremden heran und versuchen dann, als Führer engagiert zu werden, ohne daß sie das Führerpatent haben.

d ) Er wünscht, das Zentralkomitee solle die Frage untersuchen, ob nicht eine Kontrollstelle für Fuhrerseile, wo diese alljährlich auf ihre Festigkeit geprüft würden, zu schaffen sei.

Couchepin ( Monte Rosa ) bedauert, daß das Zentralkomitee im Sinne habe, die Hörnlihütte eingehen zu lassen. Da die Hütte auf Gemeindeboden und auch sonst ungünstig liege, sollte man ihre Dislozierung ins Auge fassen, aber nicht die Sache ganz fallen lassen Fehr ( Randen ) verdankt dem Zentralkomitee die Veröffentlichung der Berner-Oberlandkarte. Er wünscht, daß der S A. C. die Eingabe der geologischen Kommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft betreffend Herausgabe einer Karte des Alpengebiets im Maßstab 1: 25,000 lebhaft unterstütze. Es sei Ehrenpflicht des S.A.C., der s. Z. bei der Herausgabe des topographischen Atlas so kräftig mitgewirkt, daß er auch jetzt wieder tatkräftig eingreife. Die Mittel könnten teilweise dem Jahrbuchfonds und dem Vereinsvermögen entnommen werden.

Cevey ( Genf ) reklamiert, daß die romanischen Mitglieder, welche das Jahrbuch nicht abonniert haben, die als Beilage zu demselben erschienenen Karten nicht erhalten, und wünscht, daß die Karten in Zukunft allen C. Mitgliedem in gleicher Weise zugänglich werden, um die absolute Gleichheit der deutschen und romanischen Sektionen herzustellen.

Langdorff ( Genf ) ersucht das Zentralkomitee, die vom Schweiz.T.urnverein bei den Bundesbahnen gemachte Eingabe zu unterstützen und auch für Sektionsausflüge des S.A.C. zu erhalten. Dieselbe betrifft eine Reduktion von 50°'o des Fahrpreises f¾jr Kollektivkarten für mindestens 5 Mitglieder.

De Reyff ( Moléson ) rügt, daß im Geschäftsbericht mit keinem Worte die Frage erwähnt sei, ob nicht eine Versicherung auf Gegenseitigkeit für den S.A.C. zweckmäßig wäre.

Der Zentralpräsident beantwortet die verschiedenen Anfragen wie folgt: Gemäß Beschluß der Abgeordnetenversammlung in Zug wurden in den drei verflossenen Jahren von der Zentralkasse Fr. 25,000. für das Alpine Museum zurückgestellt. Mehr ist dem Zentralkomitee nicht bekannt; die Sektion Bern wird aber wohl nähere Auskunft geben können.

Prof. Graf ( Bern ) beantwortet die Interpellation hierauf ausführlicher: Es ist nicht gelungen, von dem Berner Ausstellungskomitee eine Subvention zu erhalten, weil die ganze Ausstellung auf einen Platz vereinigt bleiben soll. Dagegen hat die Regierung Herrn Topograph Simon verpflichtet, sein zwölfteiliges Alpenpanorama für das Alpine Museum fertigzustellen. Da nun im bisherigen Gebäude kein Platz für dieses große Relief ist, so muß eben Platz geschaffen werden, und wird der Staat also erklecklich an ein neues Museum beitragen. Der Sprecher appelliert an den Opfersinn aller Alpenklubisten.

Der Zentralpräsident fährt in seiner Antwort fort:

Aus Versehen wurde des Fuhrerkurses Andermatt nicht Erwähnung getan. Das Zentralkomitee hat Kenntnis von den Vorkommnissen an der Furka und ist bereit, die Sache zu prüfen.

Ebenso soll der Seilprüfungsanstalt nähergetreten werden.

Die Interpellation Couchepin gibt Anlaß, das Verhältnis des Zentralkomitees zur Sektion Monte Rosa, zur Gemeinde Zermatt und zur Walliser Regierung klarzustellen. Der Verkehr ist ein so schleppender und schwieriger, daß sich die mißlichen Verhältnisse endlos in die Länge ziehen. Das Zentralkomitee ist der Ansicht, am jetzigen Hüttenplatz sei ein Auskommen zwischen Klubhütte und Hotel nicht möglich. Die Verlegung an einen anderen Platz ist etwas ganz Neues und wurde bisher noch gar nicht geprüft.

Das Zentralkomitee hat die Eingabe betreffend Karten im Maßstabe 1: 25,000 unterstützt und empfiehlt den Sektionen, ein Gleiches zu tun. In bezug auf zu weit gehende Mitarbert ist der Kosten wegen große Vorsicht geboten.

Das Zentralkomitee begreift, daß die romanischen Sektionen auch gerne die Beilagen zum Jahrbuch für alle Mitglieder hätten. Es kann ihnen aber nicht entsprochen werden, weil nach 19 und 20 die Beilagen zum Jahrbuch gehören. Es könnte den romanischen Sektionen in der Weise entgegengekommen werden, daß ein neuer Weg eingeschlagen würde mit einem Extra-Kartenkonto, oder die romanischen Sektionen erkundigen sich beim Zentralkomitee, was für Beilagen erscheinen und erhalten diese dann extra zum Selbstkostenpreis, wenn sie sie rechtzeitig bestellen. Mit diesem letzteren Modus sind die romanischen Sektionen einverstanden.

Die Anregung Langdorff wird angenommen.

Die Frage des „ Secours Mutuel " kommt bei Behandlung des neuen Versicherungsvertrages zur Sprache und konnte deshalb im Geschäftsbericht wegfallen.

Da kein Gebrauch von der Diskussion mehr gemacht wird, wird dieselbe geschlossen und der Geschäftsbericht einstimmig genehmigt.

5. Die Jahresrechnung und der Bericht der Rechnungsrevisoren pro 1912 liegen gedruckt vor. Von der Verlesung wird Umgang genommen.

Grünenfelder ( Rhätia ) rügt, daß einige niederverzinsliche, langfristige Obligationen im Inventar voll aufgeführt seien; man sollte sie verkaufen.

Der Zentralkassier teilt mit, diese Papiere stammen von früher, ein rascher Verkauf würde einen größeren Verlust bringen, als abwarten, bis sie ausgelost werden; dagegen habe ein Revisor die Schaffung einer Kursreserve empfohlen zur Deckung eventueller Verluste. Nachdem noch mehrere Redner diesen Wunsch unterstützt, wird die Diskussion geschlossen und die Jahresrechnung und der Revisorenbericht mit großer Mehrheit genehmigt.

6. Der vom Zentralkassier mündlich erstattete Bericht über den Stand der Finanzen und das Budget geben zu keiner Diskussion Anlaß und werden genehmigt.

7. Als Rechnungsrevisoren wird vorgeschlagen, ususgemäß die bisherigen Suppleanten vorrücken zu lassen und neue Suppleanten zu bestimmen. Es werden gewählt als Rechnungsrevisoren: Streuli ( Winterthur ), Patocchi ( Ticino ). Als Suppleanten: Ch. Bonny ( Biel ), Cl. Saratz ( Bernina ).

Da der Vizepräsident, Dr. Grob, nicht anwesend und die Zeit stark vorgeschritten, wird Traktandum 7 verschoben und 12 vorgenommen.

8. Die Amtsdauer des bisherigen Zentralkomitees läuft mit 31. Dezember 1913 ab. Die Zentralleitung schlägt als neue Vorortssektion St. Gallen und als Zentral-Präsidenten Herrn Dr. Janggen daselbst vor. Der Vorschlag wird mit Akklamation angenommen. Herr Dr. Janggen verdankt das Zutrauen des S.A.C. und erklärt sich namens der Sektion St. Gallen bereit, die Zentralleitnng zu übernehmen.

9. Der Präsident teilt mit, daß das Buch über Pater a Spescha erschienen ist. Die Subskription zu niedrigerem Preis für Klubmitglieder schließt mit 30. September. Subskriptionsbogen liegen beim Bureau.

10. In der Nachmittagssitzung gelangt zuerst das Skiführerreglement zur Behandlung. Dr. Grob referiert namens des Zentralkomitees. Durch die Zunahme des Skifahrens im allgemeinen und der Wintertouren im besonderen ist der Wunsch nach tüchtigen Führern immer dringender geworden. Damit sich nicht minderwertige Elemente eindrängen und den Fuhrerberuf mißkreditieren, ist es nötig, daß das Skiführerwesen reglementiert werde. In der Frage, ob es Sache des S.A.C. oder des S.S.V. sei, diese Organisation durchzuführen, ist das Zentralkomitee der Meinung, es müsse dies vom S.A.C. in Verbindung mit dem S.S.V. gemacht werden, um ein organisches Ganzes von Sommer- und Winterführern zu erhalten und den Verkehr mit den Behörden besorgen zu können. Vom S.S.V. sind in letzter Stunde einige Abänderungsvorschläge gemacht worden. Da sie nur einzelne Punkte betreffen, werden sie bei den betreffenden Paragraphen behandelt. Das Zentralkomitee hat es sich angelegen sein lassen, mit dem S.S.V. in Fühlung zu treten, und hofft auch in Zukunft in gemeinsamer Arbeit mit demselben die Frage zu lösen. Es empfiehlt die Annahme der Vorlage.

Die Eintretensfrage wird ohne Diskussion gutgeheißen und es beginnt die artikelweise Durchberatung.

Zu Art. 1 wünscht der S.S.V. unter Alinea b einen Zusatz, lautend: nimmt er „ in Verbindung mit dem S.S.V ." etc.

Das Zentralkomitee hat dagegen nichts einzuwenden. 1 wird mit dem Zusatz angenommen.

Zu 2 wünscht Couchepin ( Monte Rosa ) den Zusatz „ professionnels " hinter guides im französischen Text, um die Amateurführer auszuschließen. Akzeptiert.

Zu 3 wünscht der S.S.V ., daß die Kurse auch unter Leitung des S.S.V. stehen können, ohne eine Sektion oder das Zentralkomitee des 8. A. C. begrüßen zu müssen, weil es unter Umständen schwer sei, dieselben dafür zu gewinnen.

Das Zentralkomitee ist nicht dieser Ansicht. Wenn der S.A.C. eine finanzielle Unterstützung an die Kurse gebe, die Patentierung und Versicherung der Führer übernehme, so müsse ihm auch das Recht eingeräumt werden, bei allen Kursen begrüßt zu werden. Zudem seien die Mitglieder des S.S.V. zumeist auch Mitglieder des S.A.C.

Derksen ( Basel ) wünscht, daß dem S.S.V. entsprochen werde, auch deshalb, weil der letztere Verband skitechnisch eher auf der Höhe sei und deshalb die Leitung des skitechnischen Teils besser übernehmen könne.

Dr. Müller ( Lindenberg ) stellt den Abänderungsantrag, zu sagen, statt „ in Verbindung mit einer Sektion des 8. A. C ", in Verbindung mit dem Zentralkomitee des S.A.C.

Der Vertreter des Zentralkomitees berichtet, daß das Zentralkomitee sowieso verständigt wird, daß aber der Verkehr mit einer Sektion leichter sei. Gegenüber Derksen erklärt er nochmals den Standpunkt des Zentralkomitees.

Derksen macht den Vorschlag: bei Kursen, welche vom S.S.V. geleitet werden, könnte derselbe die Subventionierung übernehmen.

Dr. Faes ( Diablerets ) ersucht das Zentralkomitee, mit dem Skiverband zu unterhandeln, ob derselbe nicht geneigt wäre, alle Skiführerkurse zu subventionieren, auch wenn dieselben nicht nur vom S.S.V. organisiert sind. Es stehen sich also 2 Eventualanträge und 2 Hauptanträge gegenüber.

1. Eventualantrag: Die Subvention der Kurse durch den S.S.V. geschieht nur bei Kursen, welche vom S.S.V. allein durchgeführt werden.

2. Eventualantrag: Die Subvention des S.S.V. greift bei allen Kursen ein. Der Eventualantrag 2 siegt mit 112 gegen 21 Stimmen.

In der Hauptabstimmung siegt die Fassung des Zentralkomitees mit 130 gegen 35 Stimmen gegen das Amendement des S.S.V ., immerhin in der Meinung, daß die beiden Verbände im weitgehendsten Sinne zusammenarbeiten sollen.

Walty ( Davos ) wünscht zu lit. c den Zusatz 6: Kenntnisse der für den Winter günstigen Hochtouren und ihrer Stützpunkte. Entsprochen.

Bernoud ( Genf ) macht bei 4 eine redaktionelle Bemerkung zum französischen Text. Er wünscht zu schreiben: „ Indemnité personnelle ".

In 5 soll es im französischen Text einfach heißen: La caisse centrale sub-ventionnera les cours à raison de fr. 15. par guide déjà patenté du C.A.S.

Egger ( Basel ) findet den Ausdruck unterstützungsberechtigt überflüssig.

Der Vertreter des Zentralkomitees widersetzt sich dieser Streichung, weil an den Kursen auch Leute teilnehmen können, für die der 8. A. C. nicht zu sorgen hat.

Prof. Graf ( Bern ) wünscht den Ausdruck „ vom S.A.C. anerkannte Führer " abgeändert in „ Führer, welche die vom S.A.C. aufgestellten Tarife anerkennen ". Da aber nur solche Führer, welche unsere Tarife anerkennen, vom S.A.C. patentiert, resp. anerkannt werden, so sind die Begriffe gleichbedeutend.

Baumann ( Bachtel ) schlägt eine einfachere Fassung des ganzen Paragraphen vor, und zwar: Die Zentralkasse des S.A.C., leistet an die Kosten des Kurses einen Beitrag von Fr. 15. per Teilnehmer. Die Redaktion des französischen Textes wird vorbehalten.

6 wird ohne Diskussion genehmigt.

Zu 7 wünscht der S.S.V. einen Zusatz, dahin lautend: Der Kursleitung muß mindestens ein vom Z. V. des S.S.V. bestimmtes Mitglied angehören. Das Zentralkomitee des S.A.C. ist bereit, den Zusatz in der Fassung zu akzeptieren: Der Kursleitung soll, wenn möglich, mindestens ein vom Z. V. des S.S.V. gewähltes Mitglied angehören, weil es eintreffen kann, daß niemand von diesem Verbände Zeit hat, mitzumachen. Akzeptiert.

Zu 8 ist dem Zentralkomitee ein Schreiben einer Sektion eingegangen, in dem ausgeführt wird, daß man einen Termin für die Übergangszeit ansetzen sollte, damit nicht später, wenn genügend tüchtige Skiführer herangebildet sind, immer noch Leute ohne eigentlichen Skiführerkurs das Patent verlangen können.

Demgemäß hat das Zentralkomitee einen Zusatz gemacht folgenden Inhalts: Diese Bestimmung gilt nur für Bergführer, welche sich über genügende Kenntnisse für Wintertouren ausgewiesen und sich innert Jahresfrist angemeldet haben.

Im französischen Text wird von Bernoud ( Genf ) gewünscht, daß der letzte Satz ersetzt werde durch den Nachsatz: „ mais seront tenus de se conformer au règlement pour les guides-skieurs adopté par le C.A.S. "

In 9 ist der Ausdruck Skireparatursack zu ersetzen durch Skireparaturzeug.

10 bleibt unverändert.

Bei 11 wünscht Viollier ( Genf ) eine Erweiterung, dahin gehend, daß die Skiführer ein Spezialabkommen unterzeichnen müssen zum Schütze der Klubhütten. Es lautet:

1. Sie unterwerfen sich dem Hüttenreglement.

2. Sie geben sofort nach Benützung der Hütte einen Bericht an die Eigentümer-sektion über allfällig fehlerhaften Zustand der Hütte ab.

3. Sie zeigen dem Hüttenwart jede Hüttenbenützung an. Gegen diese Ergänzung wird nicht opponiert.

Das Skiführerreglement wird noch en bloc der Abstimmung unterworfen und mit großem Mehr angenommen.

Die Anfrage, wie es mit der Aufstellung der Taxen zu halten sei, wird dahin beantwortet, daß diese von den Sektionen vorzubereiten und vom Zentralkomitee und den Regierungen zu genehmigen seien.

11. Klubhüttensubventionen.

a ) Sektion Bernina, Wiederaufbau der neuen Bovalhütte. Subvention 40 °/o ( Kostenvoranschlag Fr. 22,000. ), Maximum Fr. 9000. zahlbar in 2 Raten 1914 und 1915.

Der Zentralhüttenwart E. Meißer erinnert an die Ursache dieses Gesuchs, den Lawinensturz vom 3. April 1913. Er weist die Notwendigkeit des Wiederaufbaues nach, da die Hütte ein wichtiger Stützpunkt für viele Touren im Berninagebiet sei. Die Sektion Bernina habe für 7 Hütten zu sorgen und gerade jetzt für Reparaturen an mehreren Hütten viel Geld aufgewendet. Die Einrichtung sehe verschiedene Verbesserungen vor, welche bei der Größe der Hütte die Bausumme verstehen lassen. Er empfiehlt die Subvention zur Annahme.

Payot ( Chaux-de-Fonds ) ist bereit, die Subvention zu genehmigen, wünscht aber, daß die Frage gründlich geprüft werde, ob der 8. A. C. sich in Zukunft nicht mehr einschränken und nur kleinere Hütten in ganz abgelegenen Gegenden erstellen sollte.

Michel ( Bernina ) verdankt das Entgegenkommen des Zentralkomitees und erklärt die hohen Baukosten.

Die Subvention wird mit 159 Stimmen genehmigt.

b ) Sektion Roßberg, Sustlialphütte. Subvention 50% ( Kostenvoranschlag 12,350 Franken ), Maximum 6200 Franken.

Der Zentralkomiteereferent führt aus: Eine Hütte in diesem Gebiet ist im Hütten-bebauungsplan mit 1. Dringlichkeit aufgeführt. Fünf Sektionen haben sich für eine solche ausgesprochen. Er orientiert über den Bauplatz und die ganze Anlage abseits vom großen Touristenverkehr, in der Nähe von 14 schweren bis mittelschweren Gipfeln.

Kälin ( Basel ) beantragt Nichtgenehmigung, weil die Gipfel von nahen Orten aus ebenso leicht bestiegen werden können, weil die Hütte zu nahe an den Sustenpaß komme, und weil der Hüttenbebauungsplan noch nicht genehmigt sei.

Dr. Boßhard ( Roßberg ) stellt einige Unrichtigkeiten des Vorredners richtig, orientiert noch genauer über den Bauplatz und die Gründe, warum die Sektion das Projekt aufgegriffen habe.

Er wird sekundiert von Dr. Täuber ( Uto ) und Dr. König ( Bern ).

Der Antrag wird mit 164 Stimmen angenommen.

c ) Sektion Blümlisalp, Umbau und Erweiterung der Blümlisalphütte. Subvention 6O°/o, Voranschlag Fr. 12,600., Maximum Fr. 7,800..

E. Meißer berichtet: Die Hütte am Hohtürlipaß ist eine der stärkst frequentierten des S.A.C. Die Eröffnung der Lötschbergbahn wird noch mehr Verkehr bringen. Die Hütte kann den Anforderungen schon lange nicht mehr genügen und müssen stets viele im Freien übernachten. In Anbetracht des dringenden Bedürfnisses einer Änderung und der kleinen Mitgliederzahl der Sektion empfiehlt das Zentralkomitee eine Subvention von 60 °/o.

Zellweger ( Uto ) stellt den Antrag auf Ablehnung. Die Verhältnisse am Hohtürli mit Schlafgelegenheit für 100 Besucher seien nicht mehr vom S.A.C. zu regeln. Die Klubhütten sollen nicht Ausflugsziele für Familien, sondern Refugien für Hochtouristen sein.

Dr. Müller ( Lindenberg ) kommt wieder auf die prinzipielle Frage zu sprechen, wie weit der S.A.C. mit dem Klubhüttenbau gehen dürfe. Er ist der Ansicht, der S.A.C. sollte auch ganz große bewirtschaftete Hütten bauen, da nun einmal die Touristik gewaltige Dimensionen angenommen habe. Er empfiehlt das Gesuch.

Prof. Graf ( Bern ) stellt einen Verschiebungsantrag, dahin gehend: Das neue Zentralkomitee solle gemeinsam mit der Sektion Blümlisalp die Frage genau prüfen und eventuell eine neue Hütte an abgelegenerem Ort ins Auge fassen. Dann soll das Zentralkomitee aber auch die prinzipielle Frage der Hüttenbauten studieren.

Ziegler ( Blümlisalp ) begründet das Gesuch seiner Sektion. Wenn man nicht umbauen will, so ist eine Reparatur dringend. Die Sektion hätte eine Platzvermehrung vorgezogen. Andere Plätze wurden auch inspiziert; Sprengarbeiten und Transportkosten wären unverhältnismäßig teurer. Die Frequenz ist häufig bis 200 Personen.

Jacot ( Diablerets ) spricht ebenfalls für Ablehnung, wäre geneigt, zu entsprechen, wenn ein abgelegenerer Platz gewählt würde, beantragt deshalb Verschiebung.

Eimer ( Bachtel ) begrüßt das Zunehmen der Touristik, der S.A.C. kann aber nicht so weit gehen im Hüttenwesen. Er unterstützt den Antrag Graf auf prinzipielle Regelung der Frage durch das Zentralkomitee.

Ebendahin sprechen sich Zellweger ( Uto ) und Bodenehr ( Solothurn ) aus. Letzterer regt die Erhöhung der'Taxen für Nichtmitglieder an.

Dr. Biehly ( Alteis ) tritt der Hüttenerweiterung auch entgegen und bringt einen anderen Hüttenplatz höher oben in Vorschlag.

Dr. Schöpfer ( Solothurn ) findet, es sei nötig, daß das Zentralkomitee mit der Sektion Blümlisalp die Sache nochmals prüfe, und stellt den Antrag: Die Subventionierung sei zu verschieben und dem Zentralkomitee der Auftrag zu erteilen, gemeinsam mit der Sektion Blümlisalp die Frage auch in der Richtung zu prüfen, ob nicht ein neuer Hüttenplatz zu wählen sei.

Dieser Antrag wird mit großem Mehr angenommen.

12. Obligatorische Tourenversicherung. Der Vertreter des Zentralkomitees, B. Hatz, referiert über die Vorlage. Er erinnert an die Vorgeschichte bis zur Abgeordnetenversammlung in Baden. An derselben wurde hauptsächlich darüber debattiert, ob man überhaupt eine Versicherung wolle und ob dieselbe obligatorisch erklärt werden solle. Die Mehrzahl der Delegierten sprach sich in Baden für das Obligatorium aus. Dagegen war man nicht einverstanden mit dem Zentralkomitee, das die Versicherung mit einer nicht schweizerischen Versicherungsgesellschaft vorbereitet hatte. Es wurde deshalb die ganze Frage an das Zentralkomitee zurückgewiesen mit dem Auftrag, die obligatorische Tourenversicherung weiter zu bearbeiten, dabei aber auch die Selbstversicherung zu studieren oder sonst nur mit schweizerischen Gesellschaften zu unterhandeln. Die Frage der Selbstversicherung wurde aus folgenden Gründen fallen gelassen: Sie würde eine komplizierte Organisation und einen kostspieligen Verwaltungsapparat notwendig machen. Außer dem Prämieneinzug kommen Verwaltung, Prüfung der Schadenfälle, Bemessung des Invaliditätsgrades, Einleitung von Prozessen und die Führung der ganzen Komptabilität in Betracht, eine Arbeit, die einerseits die Zentralleitung nicht besorgen kann, die anderseits einen Stab fachtechnisch gebildeter Leute verlangt. Aber auch wenn dieser Verwaltungsapparat geschaffen würde, müßte die Oberaufsicht beim Zentralkomitee verbleiben, und da dasselbe alle drei Jahre wechselt, wäre es nicht die geeignete Instanz dazu. Ein weiterer Grund gegen die Selbstversicherung ist die große Möglichkeit von Massenunglück bei Sektions- oder Gesellschaftsexkursionen. Wie soll der S.A.C. von Anfang an die nötigen Reserven schaffen? Bei einer Rückversicherung würden voraussichtlich die Gesellschaften so hohe Prämien verlangen, daß eine Selbstversicherung mit Rückversicherung nicht konveniert. Die Tourenversicherung zu billigem Ansatz paßt den Gesellschaften nur, weil damit eine große Reklame für das Versicherungswerk verbunden ist.

Das Zentralkomitee hat dann mit Zuzug von Fachleuten ein Vertragsschema entworfen und an alle schweizerischen Unfallversicherungen versandt zur Offerten-eingabe. Nur 4 Firmen haben geantwortet und standen sich ziemlich gleich. Es sind „ Zürich ", „ Winterthur ", „ Helvetia " und „ La Suisse ", die sich zu einem Syndikat vereinigten.

Im Vergleich zum früheren Vertrag mit der Assicuratrice Italiana haben wir jetzt folgende Nachteile:

1. Die Versicherungsprämie ist von Fr. 1.65 auf Fr. 2. gestiegen.

2. Die A.J. hätte auch die Führer auf Privattouren versichert.

3. Sie gewährte auch Versicherung für berufliche Tätigkeit im Gebirge unter gewissen Vorbehalten.

Dagegen haben wir jetzt verschiedene Besserstellungen:

1. sind die neuen Bestimmungen viel präziser und klarer gehalten.

2. sind Umfang und Ursachen des Tourenunfalles genau umschrieben. 4, 5, 8. 3: sind weitere Unfallursachen ( Temperatureinflüsse, Unwohlsein ) eingeschlossen. 5.

4. sind Tal- und Straßenwanderungen auch versichert, so daß jeder Tourist vom Abgang von seinem Wohnort bis zu seiner Rückkehr dahin versichert ist. 9.

5. Es kann durch eine kleine Zuschlagsprämie auch eine Taggeldprämie versichert werden. 15.

6. Die genannten Gesellschaften bieten Gewähr für größere. Sicherheit.

Zurzeit wird es nicht möglich sein, bessere Bedingungen zu erzielen. Der Referent empfiehlt daher den Vorschlag zur Annahme und spricht im Anschluß daran noch über die Ausführungsbestimmungen:

1. Die Versicherungsprämie wird mit dem Jahresbeitrag durch die Sektionskassiere von den Mitgliedern erhoben und an die Zentralkasse abgeliefert.

2. Für Ehrenmitglieder bezahlt die Zentralkasse den Beitrag.

3. Das Zentralkomitee ist ermächtigt, Abänderungen zu vereinbaren, sofern sie nicht eine Erhöhung der Prämie oder Einschränkung des versicherten Risikos betreffen.

4. Das Zentralkomitee soll die Frage untersuchen, ob ohne oder mit einer Statutenänderung ein Prämienbeitrag aus der Zentralkasse zu leisten sei.

Übersetzung des Referates wird nicht verlangt. Der Zentralpräsident macht darauf aufmerksam, daß eine Diskussion über die Eintretensfrage nicht nötig sei, weil das Zentralkomitee die Vorlage aus Auftrag der letzten Abgeordnetenversammlung ausgearbeitet habe, und eröffnet die Diskussion.

Dr. Raillard ( Basel ) stellt den Antrag, die Einzelberatung sei an die Abgeordnetenversammlung 1914 zurückzuweisen, da die Sektionen und ihre Abgeordneten nicht Zeit gehabt hätten, die Vorlage zu prüfen. ( Durch Erkrankung eines Mit- gliedes der Spezialkommission, Verhinderung der Experten und Verzögerung in der Drucklegung kam der Entwurf erst 8, resp. 3 Tage vor der Abgeordnetenversammlung in die Hand der Sektionen. ) Redner vermißt eine Klarlegung der finanziellen Seite, indem nicht ausgeführt sei, wer die Kosten zu tragen habe, ob der einzelne, die Sektion oder die Zentralkasse.

Dr. Faes ( Diablerets ) unterstützt den Antrag Basel.

Dr. Müller ( Lindenberg ) spricht für Eintreten. Diejenigen Abgeordneten, die sich um die Sache interessieren, haben auch in zwei Tagen den Vertrag durchsehen können; es handelt sich für uns nicht um die Abänderung einzelner Paragraphen, sondern nur um die Frage: Wollen wir den Vertrag annehmen oder nicht. Der Vertrag bietet alles, was erreicht werden konnte.

Dr. König ( Bern ) ergänzt die Ausführungen des Referenten des Zentralkomitees, indem er als Fachmann an der Entstehung der Vorlage mitgearbeitet hat, und empfiehlt ebenfalls Genehmigung.

Denzler ( Winterthur ) ist für Rückweisung der Vorlage, weil die Prämienzahlung weder dem Gesamtklub noch dem einzelnen zugemutet werden könne.

Dr. Leo Wehrli ( Uto ) tritt warm ein für die Annahme.

Hufschmied ( Genf ), Payot ( Chaux-de-Fonds ) und Nicohier ( Montreux ) sprechen für Verschiebung, trotzdem sie nicht prinzipiell gegen den Abschluß eines Versicherungsvertrages seien. Letztere mit der motivierten Protokollerklärung: Daß sie sich einer Teilnahme an der Abstimmung enthalten müßten, bis es ihnen möglich gewesen, in einer Versammlung der Sektion die Frage zu besprechen und schlüssig zu werden. Letzteres sei unmöglich gewesen, da ihnen die Probeverträge erst am 10. September übergeben worden seien.

Prof. Graf ( Bern ) tritt für Eintreten auf. Der Vertrag sei in dem Rahmen abgefaßt, in dem er überhaupt erreichbar war. Es sei besser, denselben mit dem Zentralkomitee zu Ende zu bringen, das die ganze Arbeit geleistet habe und die Materie kenne, und man wisse nicht, ob die Versicherungsgesellschaften nicht zurücktreten, wenn man nicht rasch vorwärts mache. Wenn jetzt von gewisser Seite Prügel in den Weg gelegt werden, so sei es merkwürdig, daß diese Kreise nicht früher an dem Werk mitgearbeitet haben.

Gegen diese Bemerkung erheben Wellauer ( Montreux ) und Muller ( Genf ) heftigen Protest. In Sachen führen beide aus, daß eine Beratung in den Sektionen unmöglich gewesen sei, und eine Abstimmung heute eine überstürzte Sache wäre.

Da niemand sich mehr zum Wort meldet, erklärt Hatz nochmals mit chronologischen Daten den Werdegang der Arbeit und entschuldigt sich und das Zentralkomitee, daß die Verzögerung eingetreten. Am letzten Aufschub ist dasselbe unschuldig, indem die Drucklegung nicht glatt vor sich ging. In der Abstimmung siegt der Rückweisungsantrag Basel mit 82 gegen 76 Stimmen. Der Antrag ist so aufzufassen, daß der Vertrag tale quale wieder vorgelegt werden soll und nichts daran geändert wird.

Gleich nach der Abstimmung geht ein Antrag Kaech und Wehrli ( Uto ) ein, es soll eine außerordentliche Abgeordnetenversammlung noch diesen Herbst zur Behandlung dieser Vorlage einberufen werden. Die Begründung übernimmt Dr. Täuber ( Uto ). Er führt aus, daß wir mit der Vorlage zu Ende kommen müssen:

1. damit sich die Versicherungsgesellschaften nicht zurückziehen; 2. damit die Sache beim jetzigen Zentralkomitee, das auf dem Laufenden sei, erledigt werde; 3. damit nicht ein Jahr Versicherungsmöglichkeit verloren gehe.

Dr. König ( Bern ) unterstützt den Antrag Uto und wünscht dann auch, die Regelung der Klubhüttenfrage besprochen zu wissen.

Pfr. Muller ( Genf ) bittet, daß das Referat des Kommissionsmitgliedes Hatz übersetzt werde.

In der Abstimmung wird der Termin zur Abhaltung der außerordentlichen Versammlung auf zwei Monate angesetzt.

13. Antrag der Sektion Montreux und Diablerets: Das Zentralkomitee soll seine Begründungen 6 Tage vor der Abgeordnetenversammlung den Abgeordneten zustellen. Antrag des Zentralkomitees: Ablehnung resp. nur unter Mitteilung der Gegengründe.

Der Zentralpräsident referiert: Das Traktandum ist alt, stammt aus der früheren Amtsperiode und kam schon mehrmals als Wunsch oder Anregung zur Sprache. Das Zentralkomitee hat immer dagegen opponiert. Die Geschäftslast des Zentralkomitees ist so groß, daß es schwer wird, Leute zu finden, welche so viel Zeit dem S.A.C. widmen können, um die nötigsten Dinge zu erledigen.

Wenn der Antrag angenommen wird, so entsteht verschiedene Mehrarbeit. Einmal muß das Referat viel sorgfältiger ausgearbeitet sein, der Übersetzer muß ebenfalls weiter ausholen, während er bisher nur das Markanteste notierte. Dann muß das Manuskript gesetzt, korrigiert, übersetzt und wieder korrigiert sein. Im weiteren könnte der Versand nur an die Sektionen gerichtet werden, indem die Namen der Abgeordneten dem Zentralkomitee häufig erst in den letzten Tagen vor der Versammlung oder gar nicht mitgeteilt werden. Dazu kommt, daß sich jeder Abgeordnete in Ruhe einen Angriffsplan zurechtlegen kann; bei der Zahl derselben also eine Schar von Angriffen, gegen die das Zentralkomitee wehrlos dasteht, solange ihm nicht die Gegengründe bekanntgegeben werden. Das Zentralkomitee ist dann nicht orientiert in der Sache, und die Verhandlungen werden verzögert, statt abgekürzt.

Das Zentralkomitee ist bereit, so weit entgegenzukommen, daß die Begründung veröffentlicht wird, verlangt dann aber, daß spätestens 14 Tage vor der Abgeordnetenversammlung ihm Mitteilung über die Opposition und ihre Begründung gemacht wird, damit die Referenten wissen, nach welcher Seite besonders sie sich zu wehren haben. Das Zentralkomitee ist überzeugt, daß in Analogie mit der bisherigen Praxis viele Sektionen ihre Gegengründe nicht kundgeben bis zum letzten Moment und macht diesen Vermittlungsvorschlag nur als weitgehendste Konzession. Der Referent empfiehlt vollständige Ablehnung.

Wellauer ( Montreux ) erklärt den Standpunkt der Antragsteller; er anerkennt, daß dem Zentralkomitee Mehrarbeit erwachse, glaube aber, daß in der Abgeordnetenversammlung viel Zeit erspart würde. Er hat Statistik gemacht, wie viel Zeit das Verlesen der Akten beanspruchte in Zug, Baden und Luzern. Die Abgeordnetenversammlung und das Zentralkomitee seien nicht Gegner, sondern Mitarbeiter.

Naef ( Winterthur ) unterstützt den Antrag Montreux.

Derksen ( Basel ) glaubt, man könnte die Referate nur in der „ Alpina " veröffentlichen, statt den Sektionen zustellen.

Denzler ( Winterthur ) stellt den Antrag: Das Zentralkomitee hat seinen Anträgen anläßlich der Publikation der Traktandenliste eine kurze Begründung beizufügen.

Schöpfer ( Weißenstein ) spricht als früheres Mitglied des Zentralkomitees: Wenn damals schon die Arbeit des Zentralkomitees eine große war, so ist es sicher, daß dieselbe im Laufe der Jahre wächst, und man alles Unnötige vermeiden soll. Er plädiert für Verwerfung des Antrages Montreux.

In der Abstimmung erhält der Antrag Montreux 42 Stimmen.

Für Verwerfung spricht sich die große Mehrheit aus.

14. Ernennung von Ehrenmitgliedern. Der Zentralpräsident referiert: Es ist Sitte, daß in den Jahren der Klubfeste Ehrenmitglieder des S.A.C. von der Abgeordnetenversammlung ernannt werden. In Anbetracht ihrer hervorragenden Leistungen um die Erforschung der Schweizer Alpen, und weil das diesjährige Fest das 50jährige Jubiläum des S.A.C. bedeutet, schlägt das Zentralkomitee 4 Herren vor. Es sind:

Herr Dr. Dübi, Redaktor des JahrbuchsJulien Gallet, Naturforscher, BexOberst L. Held, Chef des top. Bureau, BernProf. Dr. Schröter, Zürich.

Die Ernennung wird einstimmig gutgeheißen.

15. Bestimmung des nächsten Klubfestes und Antrag Genf. Henne referiert: Schon in Zug hatte Genf das Ansuchen gestellt, das Klubfest 1916 um ein Jahr vorzusetzen und in Genf, daß dann sein öOjähriges Jubiläum begehe, abzuhalten. Aus formellen Gründen, nämlich, weil die Bestimmung des Festortes Sache der Generalversammlung ist, wurde damals der Antrag vom Zentralkomitee abgewiesen. Heute schließt sich das Zentralkomitee dem Antrag Genf an. Die Frage, ob vom 3 jährigen Turnus der Klubfeste abgewichen werden darf, ist von der Abgeordnetenversammlung zu entscheiden. Die Statuten schreiben den Turnus vor; wenn aber eine große Sektion ein solches Fest übernehmen will, sollte man ihr nicht zu viel Schwierigkeiten machen. Das Zentralkomitee ist der Ansicht, man sollte den Antrag Genf genehmigen und der Generalversammlung Genf als Festort vorschlagen.

Müller ( Genf ) befürwortet den Wunsch seiner Sektion. Derselbe wird mit großem Enthusiasmus akzeptiert.

16. Verschiedenes. Dr. Forrer ( Basel ) reicht eine Motion von der Sektion Basel ein, folgenden Inhalts:

Die Sektion Basel, angesichts der außergewöhnlichen Vergrößerungen, welche gewisse Klubhütten zu erfordern beginnen und die in Wirklichkeit nur einen kleinen Teil unserer Mitglieder und eigentlichen Hochtouristen zugute kommen, in Erwägung, daß die dadurch in Aussicht gestellten weiteren Ausgaben für Unterhalt und die zu gewärtigenden Unzuträglichkeiten in der Bewirtschaftung und Verwaltung dieser Hütten überhaupt außerhalb des durch Statuten und Hüttenreglement vorgezeichneten Zweckes liegen, im Gegenteil befürchten lassen, daß dadurch eine gedeihliche Durchführung eines durch die Abgeordnetenversammlung sanktionierten Hüttenbebauungsplanes beeinträchtigt werden könnte, beschließt, es sei die Erstellung von Massen-quartieren für Bummler nach Art der Hotels des D. u. Ö.A.V. der Privatinitiative zu überlassen und ersucht das Zentralkomitee, einer nächsten Abgeordnetenversammlung Bericht und Antrag zu unterbreiten, wie es sich prinzipiell solchen anormalen Hüttenvergrößerungen gegenüber verhalten will, und welche Maßnahmen es zu treffen gedenkt, um unseren Traditionen und Satzungen gerecht zu werden.

( Unterzeichnet Dr. A. Raillard, Obmann der Sekt. Basel. ) Der Zentralpräsident erklärt, das Zentralkomitee könne nicht ohne Beratung zur Vorlage Stellung nehmen, nehme aber dieselbe in Form eines Wunsches mit allen Vorbehalten entgegen.

17. Prof. Graf ladet die Versammlung ein, nächstes Jahr die Abgeordneten Versammlung in Bern abzuhalten.

Schluß der Verhandlungen 6 M*, Uhr.

Chur, im September 1913.

Namens des Zentralkomitees des S.A.C., Der Aktuar:Der Präsident:

Dr. R. Bener.Henne.

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