Punkte statt Striche

Auf den neuen Landeskarten 1: 25 000 ändert sich einiges. Für Berggänger ganz neu ist die Art, wie swisstopo Routen ohne Wegspur einzeichnet. Zu beachten ist auch, dass Höhenangaben ändern.

Im Januar löste eine Welle von Artikeln bei Berggängern eine grosse Befürchtung aus: swisstopo wolle alle Routen, die auf Luftbildern nicht sichtbar seien, auf den neuen Landeskarten streichen. Was war dran?

Es stimmt, auf den ersten vier Kartenblättern haben wir diese Wegabschnitte weggelassen. Insgesamt betraf das rund 0,02% des Wegnetzes auf den Blättern. Es war aber nie die Absicht, diese Wegabschnitte auf allen Karten wegzulassen, im Gegenteil!

 

Warum erschienen die Wegspuren zum Beispiel auf dem Blatt Aarau nicht?

Man muss sich vorstellen: Wir bauen die Kartenproduktion vollständig neu auf! Von den Abläufen her, aber auch von den Signaturen. Gleichzeitig führen wir die Blätter nach. Bei den ersten Blättern gab es viel Agglomeration und wenig Berg darzustellen. Die Frage, wie die im Gelände nicht sichtbaren, aber markierten Routen darzustellen wären, stellten wir darum zurück.

 

Bald erscheinen die ersten Blätter im Berggebiet. Hat swisstopo jetzt eine Lösung?

Ja, nach vielen Entwürfen haben wir uns entschieden, die betreffenden Wegabschnitte mit einer engen Punktlinie (siehe Bsp. oben) darzustellen.

Auf den alten Karten waren Routen dieser Art mit einer losen, gestrichelten Linie dargestellt. Warum ändert swisstopo die Signatur?

Wir wollten erreichen, dass die Bergwanderer klarer auf der Karte erkennen können, ob im Gelände eine Wegspur sichtbar ist oder nicht. Vorher waren sowohl Wegspuren als auch markierte Routen ohne Wegspur mit einer lose gestrichelten Linie dargestellt. Beim Kartenlesen wusste man aber nie: Gibt es da im Gelände einen Weg oder nicht? Das haben wir jetzt geändert.

Wir sind überzeugt: Mit der neuen Lösung kann man sich viel besser und vor allem sicherer orientieren.

 

Eine weitere markante Änderung betrifft Namen und Höhenangaben. Auf der neuen Karte weichen etliche von den alten Angaben ab. Warum?

Das stimmt, bei den Namen greifen wir auf amtliche Grundlagen zurück, die zum Beispiel von den Kantonen kommen. Da führen wir viel nach, das schon länger amtlich geändert wurde.

Bei Höhen unter 2000 m gibt es viele Änderungen, weil der Vermessungspunkt leicht verschoben ist oder auf Vollstellen abgerundet wurde. Was Höhen über 2000 Meter betrifft, liegt der neuen Landeskarte ein viel genaueres Datenmodell zugrunde. Höhenangaben, die nicht von markierten Vermessungspunkten kommen, können darum um ein paar Meter abweichen.

Für Berggipfel mit Vermessungspunkten kommen andere Messmethoden zum Einsatz. Hier werden keine grösseren Abweichungen auftreten.

 

Bei wem kann ich mich beschweren, wenn ein Flurname oder Routenabschnitt nicht mehr eingezeichnet ist?

Wir tragen auf den Karten ein, was uns die Topografen an Daten liefern. Wenn also etwas fehlt oder falsch eingezeichnet ist, dann meldet man das am besten über den Revisionsdienst im Internet unter http://map.revision.admin.ch.

SAC-Führer und Karten

Höhenangaben auf der neuen LK 1: 25 000 werden teilweise um einen oder mehr Meter von den alten Angaben abweichen. Berggänger kann dies sehr irritieren, wenn sie mit einem SAC-Führer die Route planen und diese dann auf einer neuen Karte nachvollziehen wollen. Denn die aktuellen Führer berufen sich auf die alten Landeskarten. Swisstopo selber wird sechs Jahre benötigen, bis alle Karten erneuert sind. Der SAC Verlag gibt über 150 Bücher heraus und kann pro Jahr jeweils rund zehn Bücher erneuern. Laut Verlagsleiter Hans Ott werde es daher 10 bis 15 Jahren dauern, bis alle Bücher auf den neuen Landeskarten beruhen.

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