SAC soll Airbags empfehlen

Zum Artikel «Wer oben bleibt, lebt länger», «Die Alpen» 2/2015

Zur Verwendung von Lawinenairbags wird Bruno Hasler, Fachleiter Ausbildung beim SAC, mit den Worten zitiert, er begrüsse die Verwendung von Airbags. Entscheidend ist aber der Nachsatz: «Wir wollen nicht, dass diese Rucksäcke als Standardausrüstung für Skitouren deklariert werden.» Das heisst: Der SAC begrüsst Lawinenairbags, findet es aber unnötig, seine Mitglieder aufzufordern, sie zu tragen. Das erstaunt: Bereits 2014 zeigte das Konsumentenmagazin «K-Tipp» in Zusammenarbeit mit dem SLF die Wirksamkeit von Airbags klar auf. Die Behauptung, «der positive Effekt von Lawinenairbags sei weniger markant als bisher angenommen», muss angezweifelt werden. Schwachpunkt der von Yves Brechbühler zitierten Studie ist, dass kleinere Lawinen mit nur einem Verschütteten nicht berücksichtigt werden konnten. Der Datensatz enthielt hauptsächlich grosse Lawinen mit mehreren Erfassten. Die Untersuchung des «K-Tipps» zeigte dagegen deutlich, dass der Airbag bei kleineren Lawinen sehr gut wirkte – er war oft sichtbar, und die Verschüttungstiefe der Puppen war teilweise so klein, dass sich ein Opfer selber hätte befreien können. Folglich steigt die Überlebenschance mit einem Airbag in kleineren Lawinen deutlich. Sie ist also nicht bei 50%, sondern höher. Die Aussage, Tourengänger würden sich in falscher Sicherheit wiegen, ist lediglich eine Behauptung. Es gibt bislang keine empirische Studie zur Risikokompensation im Verhalten von Tourengehern, die einen Airbag benützen. Der SAC müsste Airbags nicht nur begrüssen, sondern seinen Mitgliedern dringend ans Herz legen, sie auch zu tragen.

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