Säntis

Bergnamen

Viele Gipfelnamen bezeichneten zuerst Alpweiden und wurden später auf die Berge übertragen. So auch jener des Säntis, der ausserordentlich früh belegt ist. Schon im Jahr 850 taucht ein «Sambutinus» auf, 1155 findet sich die Bezeichnung «ad alpem Sambatinam», «bei der Sambatinischen Alp». Die Alp wurde offenbar nach einem einstigen Besitzer benannt, der einen romanischen Namen wie Sambutin(us) oder Sambatin(us) trug. Dieser Name war zu dieser Zeit weit verbreitet und ist etwa in Mönchslisten im Kloster Pfäfers belegt. Er bedeutet «der am Samstag Geborene». Im Gegensatz zum Namen des Alpbesitzers ist der Name der Alp selbst aber wohl nicht romanisch, sondern geht zurück auf eine Form von «des Sambutins Alp». Der zweite Teil dieses Namens fiel allmählich weg, und aus «Sambutins» wurde im Lauf der Zeit Sämbtis, schliesslich Sämtis und dann Säntis. Sämtis heisst heute noch eine Alp nordöstlich des Gipfels, Säntisalp eine südwestlich davon. Heute weiss zwar niemand mehr, wer Sambutin war – aber sein Bergbesitz ist weitherum beliebt.

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