Schweizer Alpen-Zeitung

Hinweis: Dieser Artikel ist nur in einer Sprache verfügbar. In der Vergangenheit wurden die Jahresbücher nicht übersetzt.

Ich habe in den zwei ersten Jahren meiner Redaktion über das zweimal monatlich erscheinende „ Organ für die deutschen Sektionen des Schweizer Alpenclub " im Jahrbuch S.A.C. nicht referiert, weil dessen Stellung zum Schweizer Alpenclub eine objektive Beurteilung erschwerte und wenigstens für ausländische Leser immer unklar bleiben mußte. Ich komme also erst jetzt dazu, die Verdienste dieser Zeitung zu rühmen, wo sie nicht mehr ist. Wenn ich ihr aber Gutes nachsage, so ist das nicht nur eine verdächtige laudatio funebris, sondern das Bekenntnis, daß die Schweizer Alpenzeitung für das Jahrbuch eine erwünschte Konkurrentin war. Sie hat manches aufgenommen, was der allgemeinen Kenntnisnahme der Clubgenossen wert war, und sehr selten dem Jahrbuch etwas vorweggenommen. Auch der letzte Jahrgang bietet eine gute Abwechslung des Stoffes. Die touristischen Aufsätze betreffen meist die Schweiz: Silvrettagruppe, Wallis, Groß-Litzner, Doldenhorn, Sustenhorn, Jungfrau, Falknis u. s. w.; seltener das Ausland: Drei Schwestern, Zillerthal, Hohe Tatra. Die Aufsätze sind größtenteils von weiterreichender Bedeutung: Unsere Pflanzen im Volksmund, von G. Heer, Adolf Körber f, von H. Baumgartner, Finanzgeschichtliches aus der Sektion Tödi, von H. Streift ", das Bergsteigen, seine Reize und Gefahren, von D. Stokar, sind diejenigen Arbeiten, die uns inhaltlich oder formell am meisten angesprochen haben. Auch in den kleinen Mitteilungen, auf welche solche periodische Zeitschriften besonders angewiesen sind, hatte die Schweizer Alpenzeitung in den letzten Jahrgängen mit Beziehung auf Vollständigkeit und Aktualität Fortschritte gemacht und eine gewisse Lebenskraft genau in dem Augenblick erreicht, wo ihr das Lebenslicht ausgeblasen wurde. Man wird es mir vielleicht übel nehmen, wenn ich aus den zwei vorhergehenden Recensionen und der vorliegenden den nur für mich verbindlichen Schluß ziehe, daß eine sachgemäße Entwicklung der Privatpublikationen der Sektionen ( die Schweizer Alpenzeitung war bekanntlich das Schmerzenskind der Sektion Uto ) vielleicht das nicht unbedenkliche Experiment mit der „ Alpina " unnötig gemacht hätte. Und wenn der Verleger der Schweizer Alpenzeitung in seinem Schlußwort von Täuschungen redet, vor denen er den S.A.C. und sich selber bewahren wollte, so haben ihm die Ereignisse, fürchte ich, bereits Recht gegeben, wie sie auch meine pessimistischen Erwartungen über den Einfluß auf das Jahrbuch bestätigt haben.Red.

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