Sichere Atomkraft

Ein Leserbriefschreiber beschwerte sich in der Ausgabe vom September über das «fragwürdige Sponsoring» der AXPO für den SAC. Dabei ist sein Hauptpunkt die anscheinende Gefährlichkeit der Nuklearanlage in Beznau. Das Abschätzen und Gewichten von Risiken war schon immer eine Schwäche der Öffentlichkeit. Professor Bernard Cohen publizierte 1991 eine Studie über zu erwartende verlorenen Lebensjahre durch diverse Aktivitäten. Am gefährlichsten ist Bergsteigen mit einer Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalls von 1 : 167 pro Jahr. Weitere Studien kommen zum Schluss, dass die nukleare die sicherste Form der Energieerzeugung ist mit 0,04 Toten pro Terawattstunde (Kohle 60, Gas 4, Wasser 1, Solar 0,4, Wind 0,15).

Einen anderen Beweis für die relativ hohe Gefährlichkeit der Berge hätte man sich am Tag, als die Fukushima-Havarie das Hauptthema einer Gratiszeitung war, ausrechnen können. Deren Schlagzeile lautete: «Drei Arbeiter verstrahlt!», was immer das auch bedeuten sollte. Einige Seiten weiter hinten ein kleiner Bericht mit dem Titel «200 Tote in den Alpen im letzten Jahr». Offenbar sind 200 Tote weniger schlimm als einige «Verstrahlte».

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