Siebzehnter Geschäftsbericht des Central-Comité des S. A. C

des

III. Siebzehnter Geschäftsbericht des

Central-Comité des Schweizer Alpenclubs für 1880.

Wenn wir einen Rückblick auf die Thätigkeit des S.A.C. im verflossenen Jahre werfen und die Zahl der erledigten Geschäfte uns vergegenwärtigen, so dürfen wir das Jahr 1880 zu den bewegteren des S.A.C. zählen. Die stete Ausdehnung der Alpenvereine bringt neue Gedanken, frische Anregungen, vermehrte Ansprüche von verschiedenen Seiten, nebst zahlreichen Berührungspunkten mit verwandten Gesellschaften des In- und Auslandes. Diesen Erscheinungen gegenüber dürfen wir denn auch den Begriff der Aufgaben des S.A.C. nicht zu knapp fassen mit alleiniger Beziehung auf Hütten- und Führerwesen, sondern es ist wohl unbedingt eine weitere Auffassung und Auslegung der Hauptaufgabe „ Erforschung der Alpen " wohl begründet. Diesem Ziele wurde mit Bewußtsein zugesteuert; wenn auch Sturm und Ungewitter drohten, so brach sich doch das ernste Bestreben nach gründlichen Forschungen Bahn und wir sind überzeugt, daß dasselbe nicht nur volle Anerkennung finden, sondern auch ein den S.A.C. ehrendes Werk zu Stande bringen werde, ohne daß dadurch das ebenso berechtigte spezifische Element der edlen Bergsteigern Einbuße erleidet. Es wird dieses letztere stets dazu dienen, die Begeisterung zu den Alpen wach zu halten, in dem Verein den feurigen Schwung, die Thatkraft immer neu anzufachen; aber vor Verflachung und geistiger Erlahmung kann nur andauernde ernste Arbeit bewahren, nur diese wird unser Vereinsleben auf gesunder Bahn erhalten.

Stand der Mitgliederzahl Ende 1880.

Ehrenmitglieder 8 Sectionen:

Aarau20 Mitglieder Zofingen .49Sentis58Base1117Bern172Burgdorf34Ober1and99B1üm1isa1p36Wi1dhorn25 Moléson101Genf357Tödi. .98Khätia107Pilatus86Neuenburg73 Mythen26St. Gallen102Toggenburg21Alvier31Titlis16 Monte Kosa94Diab1erets266üto298Bachte164Winterthur57Tota1 2407 Mitglieder.

Die Vermehrung beträgt 92 Mitglieder. Neu eingetreten sind im Laufe des Jahres 268, ausgetreten und gestorben 176. 9 Mitglieder der Section Monte Rosa sind noch im Ausstand mit dem Beitrag von 1880.

Nach dem Feste in Wald sind neu eingetreten 98 Mitglieder. Ein neues, mit größter Sorgfalt ausgearbeitetes Mitgliederverzeichniß giebt über den Stand des Vereins Auskunft.

Eine Anfrage aus dem Kanton Tessin ließ uns hoffen, wieder eine tessinische Section erstehen zu sehen. Seither kamen uns jedoch keine weiteren Nachrichten zu.

Es ist Pflicht, an dieser Stelle eines leider zu früh heimgegangenen Mitbegründers unseres Vereins zu gedenken, des von uns allen hochgeschätzten und tief betrauerten Dr. Abr. Roth. Seiner Einsicht und Thätigkeit ist zum guten Theil der Erfolg unseres Jahrbuches zu verdanken und es gebührt ihm der wärmste Dank und die Anerkennung des S.A.C. Wir schulden ferner dem verstorbenen Herrn Schaller von Freiburg ein ehrendes und dankbares Andenken, indem derselbe dem S.A.C. ein Legat von Fr. 2500 aussetzte, welches uns durch die freundliche Vermittlung des Herrn Bourgknecht baar ausgerichtet wurde, wobei von Seite des Staatsraths von Freiburg dem S.A.C. die ehrende Anerkennung zu Theil wurde, daß in Berücksichtigung seines gemeinnützigen Wirkens die Erbschaftssteuer auf 2°/o herabgesetzt wurde.

Ein noch immer unaufgeklärtes Verhängniß raffte Herrn Dr. Haller von Burgdorf mit seinen zwei braven Führern Rubi und Roth von Grindelwald mitten aus seiner clubistischen Thätigkeit dahin. Das traurige Ereigniß war um so erschütternder, als die wiederholten höchst verdankenswerthen Nachforschungen von Seite mehrerer Clubisten, namentlich des Herrn Pfarrer Straßer und der Herren Burckhardt und Lüscher, sowie der wackern Führerschaft von Grindelwald und Guttannen, keinerlei Aufklärung verschafften weder über den Ort des Unglücks, noch über die muthmaßliche Ursache.

Der Vermögensbestand weist selbstverständlich einen bedeutenden Eückgang auf in Folge der Zahlung von Fr. 13,500 an das topographische Bureau und von Fr. 2000 für die Vermessungsarbeiten im Herbst 1880. Abgesehen von diesen Extraleistungen und ebenso von dem Legat Schaller würde sich ein Ueberschuß der Ausgaben von Fr 3357. 30 ergeben haben, herrührend von den je das zweite Jahr zu verrech-nenden Ausgaben für Itinerar, Excursionskarten und Mitgliederverzeiohniß. Gegenüber dem Zuwachs vom Jahre 1879 von Fr. 5161. 39 giebt dieser Eückgang pro 1880 zu keinen Befürchtungen Anlaß.

Jahrbuch. Für Band XV wurde eine Auflage von 1900 Exemplaren angeordnet und in Folge davon der Vertrag mit der Dalp'schen Buchhandlung soweit nöthig abgeändert, bei welcher Gelegenheit Herr Schmid neuerdings in zuvorkommendster Weise einen Theil der Mehrkosten übernahm. Der Umstand, daß die Beigabe des grandiosen Monte Rosa-Panorama von Imfeid erst beschlossen wurde, als alle anderen artistischen Beilagen schon in Ausführung begriffen waren, zog eine wohl ganz gerechtfertigte Ueberschreitung des gewöhnlichen Credits nach sich. Die Erstellungskosten betragen Fr. 12,282. 15, woran das Panorama mit Fr. 3000 participirt. Grundsätzlich wurde beschlossen, das Jahrbuch auch den zwei bestehenden Sous-Sectionen zukommen zu lassen.

Für das Echo des Alpes gestattete das eidgen. topographische Bureau einen weiteren Abzug der Karte des Berninagebietes.

Itinerar. Diese von Herrn Prof. Renevier treff-lieh bearbeitete Monographie der Diablerets-Gruppe erschien im Laufe des Berichtsjahres und wird allen Be- Suchern, namentlich auch den Geologen und Botanikern, ein zuverlässiger Führer sein. Bezüglich des Excursionsgebietes verweisen wir daher auf diese eingehende Arbeit, sowie auf einen Aufsatz des Herrn Pfarrer Htirner, welcher das Wildhorn auf einem neuen Wege erstieg, und einige andere Aufsätze, welche im Jahrbuch 1880 enthalten sind. Leider geriethen aus verschiedenen Gründen die Excursionskarten sehr in Rückstand und konnten erst nach dem Feste vertheilt werden. Dieselben sind vollständig revidirt dem Band XVI beigegeben. Es steht nun zu erwarten, daß unser diesjähriges Excursionsgebiet das Ziel zahlreicher Ausflüge sein werde.

Auf Anregung des Herrn Prof. Heim wurde für die Mitglieder des S.A.C. ein besonderer Abzug der von der Erdbebencommission veranlaßten Brochure nule Erdbeben und deren Beobachtung " angeordnet und vertheilt. Zeitgemäßer konnte eine solche Anleitung nicht veröffentlicht werden; an Gelegenheit zu Beobachtungen hat es wenigstens nicht gefehlt.

Auch dieses Jahr fahndeten wir nach einem Redaktor des Gletscherbuchs, leider lehnten mehrere vorzügliche Fachmänner die Uebernahme dieser Arbeit wegen Mangel an Zeit ab.

Clubhütten. Reparaturen wurden unter Aufsicht der betreffenden Sectionen vorgenommen: an der Su-vretta-, Mortel-, Boval-, Thierwiesen- und Trifthütte mit zusammen Fr. 400. 70 Kosten. Neu erbaut wurden: die Gleckstein- oder Weißhornhütte am Wetterhorn. Die alte Hütte, in einer dem Schmelz- und Regenwasser zu sehr ausgesetzten Mulde gelegen, war nach und nach in einen so bedenklichen Zustand gerathen, daß eine Verlegung an einen zweckmäßigeren Platz nothwendig wurde. Der Neubau kostete Fr. 2025, welche gedeckt wurden durch einen Beitrag der Centralcasse von Fr. 1000, durch Uebernahme des Transports von Seite der Grindelwalder Führer mit Fr. 845 und durch Beiträge der Section Blümlisalp und einiger Herreu Wirthe.

Am wichtigsten war der Bau einer neuen Matterhorn-hütte. Der Zustand der kleinen Steinhütte war so elend und unreinlich geworden, daß von allen Seiten Klagen einliefen; am gleichen Orte und in gleicher Höhe wäre auch mit großen Kosten kaum etwas Besseres zu erstellen möglich gewesen. Man verständigte sich daher mit Herrn Seiler und anderen Sachverständigen dahin, eine neue Hütte unmittelbar am Fuße der Pyramide in der Nähe des frühern Bivouaks Whymper's bei Anlaß der ersten Ersteigung zu errichten. Das Central-Comité ging hiebei von der Ansicht aus, es sei der Bau nicht zu groß und in aller Einfachheit auszuführen, derselbe dürfe nicht so beschaffen sein, daß dadurch Leute zum Besuch des Berges verlockt werden, welche der dazu nöthigen Befähigung ermangeln. Die Devissumme wurde festgesetzt auf Fr. 3000, der Beitrag der Centralcasse auf 1500.

Als dritte wurde unter Leitung der Section Uto eine Hütte am Spannort gebaut mit Fr. 2273 Kosten, woran die Centralcasse beitrug Fr. 800, die Wirthe mit der Führerschaft von Engelberg und die Section Uto den Best. Die Aufsicht wurde von der Section Titlis unter Assistenz der Section Uto übernommen.

Die allgemein anerkannte Wünschbarkeit der Errichtung einer neuen Glärnischhütte gab zu längeren Verhandlungen Anlaß. Während aber die Section Tödi ein zur Unterbringung von 50 Mann berechnetes Holzgebäude anstrebte, hielt das Central-Comité an der Anschauung fest, daß es nicht Aufgabe des S.A.C. sei, Unterkunftshäuser für Sonntags-Caravanen und Gesellschaftsausflüge der verschiedensten Art zur Verfügung zu stellen, sondern daß es vielmehr Sache der Privatspeculation sei, für solche Bedürfnisse zu sorgen. Ein Holzbau wurde nicht nur wegen seiner Feuergefährlichkeit, sondern auch wegen der durch den Transport des Holzes verursachten größeren Kosten als nicht rathsam erachtet Immerhin stellte das Central-Comité für den Fall, daß seinen Bemerkungen Rechnung getragen werde, einen Beitrag von Fr. 1500 in Aussicht. Weiter zu gehen, könnte das Central-Comité nicht verantworten.

Führercurse. Ein solcher wurde von der Section Tödi organisirt. An dem durch Herrn Ingenieur Becker geleiteten Unterricht nahmen 11 Mann Theil, welche an 6 Sonntagen, je für 6 Stunden, in Glarus und einen Sonntag in Linththal sich einfanden und die gebotene Gelegenheit, ihre Kenntnisse zu bereichern, fleißig benutzten. Behandelt wurden: Terrainkunde, Lesen und Gebrauch der Karten, Orientirung mit und ohne Compaß, allgemeine Gebirgskunde, Vaterlands- und Sagenkunde, Anwendung von Seil und Pickel, Vorsichtsmaßregeln in Ruhe und Marsch, Hülfeleistung, Führerpflichten. An die Kosten trug die Centralcasse Fr. 150 bei.

Führer-Assecuranz. Gerne hätte das Central-Comité über den Stand dieser Angelegenheit an der letzten Delegirtenversammlung Bericht erstattet; die vorgerückte Zeit gestattete aber nicht, in diese schwierige und complicirte Materie einzutreten. Wir erlauben uns auch hier nur zu bemerken, daß die von der Section Oberland formulirten Anträge nach mehreren Richtungen der Ergänzung bedurften und daher weitere Verhandlungen als nothwendig sich herausstellten. Das Central-Comité neigt sich im allgemeinen der Ansicht zu, es könne eine ersprießliche Ordnung solcher Versicherungen nur dann erzielt werden, wenn sowohl die betreffenden Kantonsregierungen als der S.A.C. und die Führer selbst mitwirken. Ein erster Versuch, in einer unserer Berggegenden diese drei Factoren zu vereinigen, möchte sich sehr empfehlen, da im Falle des Gelingens weitere Anschlüsse sich leichter bewerkstelligen ließen, als wenn von Anfang an die Organisation in zu großer Ausdehnung angelegt würde. In- 38 zwischen wird, und zwar nicht zum Nachtheil der Betreffenden, der bisherige Modus der freien Sammlungen im Fall von unverschuldetem Unglück befolgt werden. Wir dürfen uns aber nicht verhehlen, daß diese Quelle der Unterstützung sehr preeärer Natur ist und, je nachdem die öffentliche Aufmerksamkeit angeregt wird, mehr oder minder reichlich fließt. Für die Hinterlassenen der mit Herrn Dr. Haller verunglückten Führer Rubi und Roth wurden schöne Spenden gesammelt, das Central-Comité betheiligte sich mit Fr. 500, Herr Seiler erfreute uns mit einer Sammlung von Zermatt im Betrage von Fr. 834; auch flößen Gaben von Seite mehrerer Sectionen. Für den am Roththalsattel schwer beschädigten und bis heute noch arbeitsunfähigen Inäbnit wurde bisher beinahe ausschließlich nur von der Familie des betreffenden Reisenden gesorgt und doch verdient auch dieser Unglücksfall alle Sympathie der Alpenfreunde. In einer Assecuranz sollte daher auch auf solche Fälle Bedacht genommen werden.

Im Schöße des Central-Comités sowohl als des Vereins wurden außer den gewöhnlichen Geschäften drei Fragen von größerer Bedeutung behandelt. Die erste betraf die Aufnahme von Damen zu Mitgliedern, welche begreiflicherweise eifrige Verfechter, aber auch, versteht sich nicht persönliche, sondern principielle Gegner fand. Es steht zu hoffen, daß der in Rappers-, wyl beliebte Ausweg, den Sectionen die Aufnahme von Damen als Ehren- oder Passivmitglieder zu gestatten, auch die geehrten Freundinnen der Alpenwelt um so mehr befriedigen werde, als sie sonst unter Umständen hätten befürchten müssen, das eine oder andere dornenvolle Amt zu übernehmen.

Eine neue Bethätigung eröffnete sich für den S.A.C. in Folge zweier Ansuchen um Mitwirkung bei Erstellung von meteorologischen Bergstationen. Der italienische Alpenclub widmet diesen Beobachtungen seit Jahren seine volle Aufmerksamkeit und es mußten solche Bemühungen in der Schweiz auch im Schooße des S.A.C. großes Interesse erwecken. Für die projectirte Hauptstation auf dem Sentis wurde daher an der letzten Generalversammlung für 3 Jahre eine Subvention von Fr. 1000 jährlich erkannt. Ferner wurde durch Herrn Hecht in Interlaken ein selbstregistrirendes Thermometer auf dem Faulhorn aufgestellt. Zur Bestreitung der Transportkosten bewilligte das Central-Comité Fr. 150. Das gleiche Instrument, sowie ein zweites ähnliches funktioniren diesen Winter in Mürren. Von größter Bedeutung war unstreitig die Frage der Wiederaufnahme der Rhonegletscher - Vermessung durch den S.A.C. Um Wiederholungen zu vermeiden, verweisen wir bezüglich des Ganges dieser Angelegenheit und ihrer Entwicklung auf die in den Protokollen hievor enthaltenen Berichte und Discussionen, sowie auf die verschiedenen Circulare des Central-Comités. Von Anfang an wies das Central-Comité auf die großen Schwierigkeiten hin, welche einer neuen Anhandnahme dieses Projectes entgegenstünden, auch hat der mühsame Verlauf der Verhandlungen bewiesen, wie große Bedenken obwalteten; allein nachdem die obersten schweizerischen Behörden ihre Ansichten und Wünsche in so bestimmter Form ausgesprochen hatten, mußte es Pflicht und Aufgabe des Central-Comités sein, eine den Kräften des S.A.C. entsprechende ehrenhafte Lösung der obschwebenden Differenzen anzustreben. Unsere Stellung zu den Behörden, die verschiedener Auslegung fähigen Rechtsfragen, die Rücksicht auf die früher vom S.A.C. ergriffene Initiative in dieser Sache und auf die bereits beschlossenen, wenn auch nicht gebrachten Opfer, das Interesse, welches diese Beobachtungen im Schöße des S. Â. C. gefunden, alle diese Motive zusammen führten zu einer freundschaftlichen Verständigung und ermöglichten, in dem neuen Vertrag sowohl die Besitzesfrage, als die regelmäßige Fortsetzung der Vermessung zu ordnen. Seit der Delegirtenversammlung ist nun auch das Eigenthumsrecht auf die prächtigen Photographien gesichert. Ohne Säumen wurden ferner die nöthigen einleitenden Schritte gethan, damit das Unternehmen in gedeihlicher Weise sich entwickle. In Folge der veränderten Verhältnisse mußte die frühere Gletschercommission als nicht mehr bestehend angesehen werden, es erschien aber angemessen, dieses Verhältniß auch in formeller Beziehung zu ordnen und sich mit dem Vorstand der Naturforschenden Gesellschaft dahin zu verständigen, daß jede der beiden Gesellschaften die von ihr ernannten Vertreter unter bester Verdankung ihrer Bemühungen von der Auflösung der Gletschercommission in Kenntniß setze. Eine Berathung von Fachmännern zur Ausarbeitung eines auf 6 Jahre berechneten Programms erwies sich aber als nothwendig, und es erklärten sich die Herren Professoren Rütimeyer, Hagenbach und Rambert nebst Herrn Forstinspector Coaz freundlichst bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.

Möge es nun den vereinten Bemühungen gelingen, nach und nach die etwa noch vorhandene Mißstimmung zu versöhnen und das schöne Werk zu einem gedeihlichen Abschluß zu bringen.

Gehen wir schließlich zu den Beziehungen des S.A.C. zu den auswärtigen Alpenvereinen über, so bewegten sich dieselben hauptsächlich in einem regen Austausch der zahlreichen Publicationen. Auf Einladung des italienischen Alpenclubs betheiligten sich 11 Clubisten, größtentheils Genfer, an dem Fest in Catanea, bei welchem Anlaß unseren Landsleuten nicht nur die größte Gastfreundschaft, sondern auch der hohe Genuß einer Etna-Besteigung zu Theil wurde. Andere freundliche Einladungen, wie zum Besuche des Festes des deutsch-österreichischen Alpenvereins in Reichenhall, nach Laveno durch die Società degli Alpinisti Tridentini, ferner an die Einweihung der Erzherzog Johann-Hütte und des Kaiserkreuzes auf dem Großglockner von Seite des österreichischen Alpenclubs, sowie zur Betheiligung an der Eröffnung einiger Schirmhütten des C.A.I. im Bernina- und Disgrazia-Gebiet, konnten aus verschiedenen Gründen nicht durch persönliche Abordnungen beantwortet und verdankt werden, dagegen glaubte das Central-Comité die Anfrage des Vorstandes des deutsch-österreichischen Alpenvereins, ob der S.A.C. den in Aussicht genommenen internationalen Congreß in Salzburg 1882 zu beschicken gedenke, zustimmend erwidern zu sollen. Correspondenzen wurden gepflogen über Führerassecuranz und Führercurse, eingelaufene Klagen über Verhalten und Unfähigkeit von Führern untersucht und betreffenden Orts Abhülfe verlangt. Wenn in solcher Weise der Verkehr ein sehr collegialischer war, so sah sich das Central-Comité in einzelnen Fällen seinerseits veranlaßt, einseitige Berichte über Vorfälle, welche den S.A.C. berührten, zu berichtigen; wir können uns auch nicht enthalten, unser Befremden auszusprechen, daß ein auswärtiges alpines Blatt bei Besprechung einer wichtigen inneren Angelegenheit unseres Vereins in einseitiger Weise nur die Anschauung der einen Partei veröffentlichte, von anderen Kundgebungen aber keine Notiz nahm.

Ein Jahr mit viel Arbeit und Sorge liegt hinter uns, wir hoffen, daß die während desselben zu Tage getretenen Meinungsverschiedenheiten sich wieder ausgleichen und daß die Thatkraft, der Muth, auch größeren Aufgaben sich zuzuwenden, gute Früchte tragen werde.

R. Lindt, Central-Präsident.

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