Simeli und Vreneli

Wer in Grindelwald von der First zum Faulhorn läuft, sieht unterwegs links das unbedeutende Simelihorn. Ein weiterer Berg, der nach einem einstigen Alpenbesitzer benannt wurde, einem Simon oder Simeli? Nein: Sinwel ist das mittelhochdeutsche Wort für rund. Daraus ­wurde später simel, simbel, simpel, was zwar missverständlich ist, aber in vielen Namen vorkommt. Das Simelihorn entspricht also dem Pizzo Rotondo zwischen dem Bedrettotal und Goms. Und wenn im berühmten Guggisbergerlied die Liebe zwischen dem Vreneli ab em Guggisbärg und dem Simes Hans-Joggeli änet em Bärg unerfüllt bleibt, so ist der in jeder Strophe erwähnte Simelibärg nicht nach Hans-Joggeli, einem Sprössling der Familie Simmen, benannt. Vielmehr steht der Simelibärg für einen der benachbarten, auffällig runden Berge Guggershörnli und Schwendelberg, die zwischen Guggisberg und dem nahen Wyden liegen. Dort nämlich soll besagter Hans-Joggeli gelebt haben, auf einem heute noch bestehenden Hof namens Simeli.

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