Skilifte Eisigen (BO)

Da aufs Elsighorn ein Skilift erstellt wird, wird ab nächsten Winter ein weiteres Kleinod des Skitourenfahrers für immer verschwinden. Somit werden in Zukunft Pistenfahrer dieses Gebiet in Anspruch nehmen. Schade, wirklich schade.

Ad. Schmid-Mürner, Kandergrund tat, um Akzeptanz, Sponsoren und die Gunst der Medien wirbt. Die nähere Zukunft wird zeigen, wo und wie sich das Wettkampfklettern etabliert oder möglicherweise neu definiert.

Qualifikationsrunden und Rahmenprogramm Das samstägliche Programm in der Sportanlage Hirslen stand ganz im Zeichen einer Kombination der Qualifikationsrunden für die Schweizer Meisterschaft und des in den Jahren zuvor bereits sehr erfolgreich ausgetragenen Bülacher Regionalwett-kampfes. Ob sich dieses nicht zum ersten Mal im Rahmen eines nationalen Wettkampfes angewandte System bewähren wird, wird sich zeigen. Das Showklettern mit bekannten Schweizer Sportgrössen wie Denise Biell-mann und Bernhard Russi, die faszinierende « Dance-Vertical-Show » von Erika Engler und ihrer Tanzgruppe sowie der « Paarwettkampf » bildeten den gelungenen Abschluss des ersten Wettkampftages.

Halbfinal vom Sonntagmorgen Neben den aufgrund ihrer Position im Swiss Ranking bereits qualifizierten Wettkämpferinnen und Wettkämpfern traten die « Glücklichen », die die Qualifikationen überstanden Reto Hug im Jugendfinale, in dem er den 4. Platz erreichte Sport- und Wettkampfklettem hatten, zum Halbfinal in den Kategorien Damen, Herren, Senioren, Junio-£ ren und Jugend an. In der mit Verspä-? tung beginnenden Wettkampfrunde c wurde um die wenigen Finalplätze jj. wie immer äusserst engagiert geklet-* tert. Die Halbfinalrouten waren nicht 5 allzu schwer « geschraubt », und so hm qualifizierten sich mehr Teilnehmerin-14 nen und Teilnehmer als sonst für die Finals.

Sonntagabend: Finalrunde Die bis spät in die Nacht dauernden Finals boten wie immer guten Sport, und die etwas unkonventionellen Routen forderten von den Finalistinnen und Finalisten ihr gesamtes « Kletterkönnen ». Den Final der Kategorie Jugend entschied der für sein Alter bereits recht seibstbewusst kletternde Bündner Roman Felix für sich. Mit einem Vorsprung von einigen Klettermetern distanzierte er seine Wettkampfkollegen Dominic Geisseier und Julien Braun deutlich und wurde somit neuer Schweizer Jugend-meister im Sportklettern.

Juniorenfinal Bei den Junioren teilte eine kleine Leiste das Finalfeld in zwei Gruppen - diejenigen, die sich überwinden konnten, besagte Leiste kompromisslos zu halten, kamen weit nach oben, die anderen, unter ihnen einige der Favoriten, mussten sich mit den Plätzen 5 bis 10 begnügen. Urs Schönenberger aus Stein a. Rhein und Raphael Lâchât aus Porrentruy kletterten beide top. Schliesslich entschied Urs Schönenberger den Superfinal, der zu später Stunde in der Finalroute der Herren ausgetragen wurde, für sich. Ein schöner Erfolg für ihn, besonders noch unter dem Aspekt des kurz zuvor erfolgreich bestandenen KV-Lehrabschlusses.

Damenfinal Auch bei den Damen kam es, wie schon manches Mal, zum Superfinal. Dass Iva Hartmann aus Maienfeld darin vertreten war, kann bereits als beinahe selbstverständlich angesehen werden, aber für Maria Rüdisühli aus Buchs war es der erste Superfinal. Dem gewohnten « Wettkampf-Duell » zwischen Iva Hartmann und Anna Tina Schultz, in das sonst nur noch Karin Bless-Reith eingreifen kann, sowie dem Schweizer Frauen-Wett-kampfklettern im allgemeinen schadet es sicherlich nicht, wenn Klette- Elie Chevieux ( Schweizer Meister 1996 ) in der Herren-finalroute rinnen wie Maria die Spitze der Konkurrentinnen verbreitern. Vor allem im Final, das Iva und Maria als einzige top kletterten, zeigte letztere, dass der Weg zum Erfolg nicht nur von Sicherheit, sondern auch vom kalku-lierten Risiko im richtigen Moment geprägt sein kann. Im anschliessenden Superfinal, das in der Junioren-route ausgetragen wurde, setzte sich dann aber Ivas Routine durch, und sie wurde neue ( und alte ) Schweizer Meisterin im Sportklettern.

Seniorenfinal Die Senioren-Wertung, die bis jetzt nur an wenigen Wettkämpfen durchgeführt wurde, entschied Michel Piola aus Genf vor dem Tessiner Athos Balestro für sich. Diese Kategorie, die zukünftig vermehrt gefördert werden soll, wird mit Sicherheit eine Bereicherung der Kletterwettkämpfe mit sich bringen. Schliesslich werden wir alle nicht jünger, und warum sollen Wettkämpfe, in denen wir uns der Herausforderung stellen können, eine Route on sight möglichst hoch zu klettern, nur etwas für « Junge » sein?

Herrenfinal Das Herrenteilnehmerfeld, das-länger als sonst üblich - in der Isolation auf seinen Einsatz wartete, sah sich bei der Routenbesichtigung mit einer unübersichtlichen Dachquerung konfrontiert. Dass die Konzentrationsfähigkeit unter der langen Wartezeit gelitten hatte, zeigten die fragenden Blicke. Die Taktik war bei allen Finalisten wahrscheinlich dieselbe: Man versuchte, in das Dach zu klettern und dort wiederum das Beste daraus zu machen. Leider war diese taktische Massnahme nicht bei allen von Erfolg gekrönt, und so mancher 1 Der ex aequo mit Yves Philipona den 3. Platz belegende Johnny Schelker ist in der in den ALPEN 7/96 ( S.21 ) publizierten Rangliste irrtümlicherweise nicht aufgeführt worden. Die Red.

fand sich mit gewissen Orientierungsproblemen im Kreuzhang, sonst eher ein Element des Kunstturnens, wieder. Der einzige, der sich, bedingt durch seine grosse internationale Wettkampferfahrung offensichtlich nicht sonderlich beeindrucken liess, war der Genfer Elie Chevieux, der einige Meter höher kletterte als seine Konkurrenten. Ein Top war aber auch ihm nicht gegönnt. Das offene Rennen um die Plätze 2 und 3 entschied schliesslich Simon Wandeler ( Nottwil ) für sich - vor Johnny Schelker ( Beringen ). " " .1 und Yves Philipona ( Rossens ), die beide ex aequo den dritten Rang belegten.

Gabriele Madiener, Oberbalm

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