Sport statt Natur

Zum Artikel «Einschränkungen sind unverhältnismässig und unnötig», «Die Alpen» 11/2015

Als ich in den SAC eintrat, setzte er sich für den Schutz der Bergnatur ein. Er unterhielt einfache Hütten für Selbstversorger. Bergsteigen und Skifahren waren kein Sport, sondern Bewegung in der Natur. In den letzten Jahren ist der SAC zum Sportverein geworden. Er fördert den Wettbewerbs- und Rekordgedanken: drei Nordwände am gleichen Tag in Rekordzeit, Kletterwettbewerbe in Hallen, Bergsteigen nicht nur für Bergführer als Beruf. Sport mit seiner lächerlichen Rekordsucht führt unweigerlich zu Korruption, Bestechung und Doping. Wenn er in der Natur stattfindet, ist Übernutzung die Folge, weil Sport vom Wettbewerbsgedanken getrieben hartes Training in jeder freien Minute erfordert. Die Natur spielt nur noch als Kulisse eine Rolle, die darin lebenden Pflanzen und Tiere sind völlig nebensächlich, Rücksichtnahme auf Pflanzen und Vögel in den Felswänden des Jura gibt es nur widerwillig und mit Vorbehalten. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat bei mir nun die schändliche Stellungnahme von SAC-Kreisen im Zusammenhang mit dem Naturpark Adula. Sie lässt jeden Respekt vor der Tier- und Pflanzenwelt vermissen. Ich überlege mir ernsthaft den Austritt aus dem SAC, was mir nach 60-jähriger Mitgliedschaft und vier Jahren JO SAC sehr schwerfällt.

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