Sportkletter-Weltelitein der Schweiz. UIAA-ICC Difficulty Weltcup Zürich 2005

UIAA-ICC Difficulty Weltcup Zürich 2005

Sportkletter-Weltelite in der Schweiz

Am Freitag und Samstag, 24./25. Juni 2005, messen sich im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren die besten Kletterinnen und Kletterer der Welt im Rahmen des Difficulty-Weltcups. Vier Jahre nach dem letzten Elite-wettkampf in der Schweiz.

Wer 2001 an der Kletterweltmeisterschaft in Winterthur dabei war, wird sich an die grossartige Stimmung in der Sulzer-Halle erinnern. Die hervorragenden Leistungen der weltbesten Kletterathleten und der Applaus der rund 4000 Zuschauer schufen damals eine Ambiance, die dieses Event zu einem einmaligen sportlichen Highlight machten. Die Organisatoren des Weltcups 2005 im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren sind überzeugt, dass dieser Erfolg wiederholt werden kann, nicht zuletzt dank der Teilnahme anwesender Superkletterer wie Tomás Mrázek aus Tschechien oder Muriel Sarkany aus Belgien.

Schweizer Hoffnungen

Dieses Jahr dürfte es für die Schweizer Zuschauer noch interessanter werden, sind doch eine Schweizerin und ein Schweizer am Start, die absolut Chancen auf einen Podestplatz haben: Alexandra Eyer aus Zürich, Dritte im Weltcup- Gesamtklassement, und Cédric Lachat aus Porrentruy, der am ersten Weltcup dieser Saison im vergangenen April in Veliko Tarnovo ( BUL ) sich bereits auf dem 3. Rang platzieren konnte. Während die teilnehmenden Länder je drei Athleten und Athletinnen stellen, kann das Gastland mit je sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Start gehen. Dadurch erhöhen sich die Erfolgschancen der helvetischen Equipe beträchtlich. Wenn das keine guten Voraussetzungen sind!

Attraktiv

Während zweier Tage werden in der 18 Meter hohen, wettkampferprobten Halle in Schlieren Spitzenleistungen von Kletterinnen und Kletterern aus der ganzen Welt zu bestaunen sein. Ergänzt werden diese Wettkämpfe durch ein Showprogramm mit hochkarätigen Darbietungen wie beispielsweise den « Mystic Flight Aerial Act » der Zürcher Künstlerin Anna Gattiker am Vertikaltuch. Die Mischung aus Wettkampfatmosphäre und Showelementen wird für ein Sport-kletterevent besonderer Güte sorgen. Aufgrund der beschränkten Platzzahl ist die Benützung des Vorverkaufs emp-fohlen. a Charles Mori, Kletterzentrum G aswerk Alexandra Eyer, Siegerin des Weltcups in Brünn 2004, ist die Schweizer Kronfavoritin auf eine Medaille am Weltcup in Schlieren/ZH.

Wettkämpfe sind auch für die Zuschauer ein sportliches Highlight mit viel Unterhaltungswert. Erst recht auf Weltcupniveau. Im Bild Duellklettern von Alexandra Eyer und Urs Schönenberger an der Schweizer Meisterschaft 2004 ( Fotomontage mit den verschiedenen Phasen ) Fotos: Jür g Schellenber g

Von Hütten und Biwaks

Rifugi e bivacchi

Cabanes et bivouacs

Berghütten zwischen Ökonomie und Ökologie

Hütten und Wildnis – ein Widerspruch?

Unsere SAC-Hütten als ideale Ausgangspunkte zum « Erlebnis Berg » sind ein Teil des touristischen Angebots der Schweiz. Sie sind teilweise technologische Wunderwerke, beeinflussen das Landschaftsbild und reduzieren den Wildnischarakter einer Gegend. Schliessen sich denn Hütten und Wildnis aus? Nicht unbedingt, wie zwei Initiativen aus Touris-mus- und Naturschutzkreisen zeigen.

Alpine Berghütten haben sich teilweise zu technologisch innovativen Bauwerken entwickelt, ausgestattet mit modernen Energiesystemen und biologischen Kläranlagen. Diese Anstrengungen werden zu Recht gewürdigt – etwa mit dem Schweizer Solar-Preis, der an die Keschhütte SAC ging. SAC-Hütten nehmen so die Rolle von Multiplikatoren für innovative Umwelttechnologien wahr. Gebirgshütten leisten aber auch einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Alpentourismus. Sie fördern die Sensibilität bezüglich des Wertes und der Gefährdung von Naturlandschaften und vermitteln starke Natur- und Kulturerleb-nisse in den Bergen.

Sorgfalt, Kreativität, Verzicht

Mountain Wilderness ( MW ) Schweiz hat sich im Rahmen des « Prix Wilderness 2004 » für Gebirgshütten die Frage gestellt, ob ökonomisch-ökologisch effiziente Hütten auch den ursprünglichen Vorstellungen vom « Erlebnis Berg » entsprechen oder ob andere Kriterien eine Berghütte zu einem « Erlebnisort » werden lassen. Im Zentrum der Überlegungen standen Faktoren wie Verzicht, Sorgfalt, Kreativität und persönliche Initiative bei der Hüttenbewirtschaftung. Am Berg sollten auch Wildheit und Einfachheit erfahrbar sein, die sich von der technologischen Strukturiertheit des Alltags abheben und Werte wie Schönheit, Stille und Einsamkeit entfalten lassen.

Preise für AACB- und SAC-Hütten

Bei der Vergabe des « Prix Wilderness Gebirgshütten 2004 » hat die Jury aus 33 Bewerbungen zwei SAC-Hütten mit Anerkennungspreisen ausgezeichnet. Thomas und Marietta Meier-Hodel von der Läntahütte SAC sind für die vorbildliche Lenkung der Gäste, respektvolles Verhalten in der Natur und ökologische Hüttenbewirtschaftung belohnt worden. Die SAC-Sektion Toggenburg nimmt durch den konsequenten Verzicht auf Helikoptertransporte für ihre Zwinglipasshütte 1 Umsatzeinbussen in Kauf und beschränkt sich auf einfache Mahlzeiten und wenig Komfort. Der Hauptpreis von 5000 Franken ging an die Bietschhornhütte des Akademischen Alpenclubs Bern ( AACB ). Sie lebt die alpine Tradition vor – mit bewusstem Verzicht auf Komfort. Hüttenwartin Anni Imstepf bietet aber trotz der spartanisch ausgerüsteten Hütte wohlige Gastlichkeit und kulinarische Leckereien. Ihr Speiseplan richtet sich nach Jahreszeit und Aussentemperatur. Die Nahrungsmittel schleppt die Hüttenwartin notabene im Rucksack von Ried im Lötschental auf die 2565 m hoch gelegene Hütte. 2 Ob das « Erlebnis Berg » in die leicht erreichbare, komfortable Wanderhütte oder in die einfache, stille, wilde Gebirgs-hütte führt – diese Wahl bleibt jedem Einzelnen überlassen. Nichts spricht dagegen, auch den Komfort zu suchen und zu schätzen. Mountain Wilderness möchte mit der Preisvergabe aber ein Zeichen zugunsten des « Wilden » und Ursprünglichen bei Berghütten setzen.

Schweiz pur

In eine ähnliche Richtung zielt auch das Projekt « Schweiz pur » von Schweiz Tourismus ( ST ). Die Marketingorganisation möchte den « wilden », ursprünglichen Mit einem Anerkennungspreis wurden die Läntahütte SAC und ihre Hüttenwarte für das respektvolle Verhalten in der Natur und die ökologische Hüttenbewirtschaftung ausgezeichnet. Der Hauptpreis des « Prix Wilderness 2004 » von Mountain Wilderness ging an die Bietschhornhütte AACB für das Hochhalten der alpinen Tradition unter bewusstem Verzicht auf Komfort.

Foto: zvg Foto: zvg/Archiv Läntahütte Charakter von ( Berg-)Landschaften vermehrt in das Bewusstsein der Gäste bringen. Dazu hat sie im letzten Jahr zwölf naturnahe, authentische Natur-erlebnisangebote aus der ganzen Schweiz ausgezeichnet. Ziel ist, die Wertschöpfung aus natur- und landschaftsorientier-tem Tourismus zu verbessern, die Sensibilität bezüglich des Werts und der Gefährdung der Landschaft zu fördern sowie die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Naturschutz voranzutreiben. Beide Initiativen zeigen, dass Chancen für alle SAC-Hütten bestehen. Denn trotz sanfter Anpassung an neue Bedürfnisse bleiben sie Oasen in urtümlichen, wilden und grösstenteils unberührten Naturlandschaften. 3 a Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hütten 1 Vgl. ALPEN 5/2002 « Hötteträgete – Die ‹Sher-pas› vom Zwinglipass » 2 Die offizielle Preisübergabe findet am 25./26. Juni 2005 auf der Bietschhornhütte statt. 3 Weitere Informationen unter www.mountainwilderness.ch und www.myswitzerland.com Einen Anerkennungspreis erhielt die SAC-Sektion Toggenburg. Für ihre Zwinglipasshütte verzichtet sie konsequent auf Helikoptertransporte und organisiert stattdessen eine « Hötteträgete ».

Fotos: W erner Holder egger

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