«Stolz, SAC-Mitglied zu sein» Mitgliederumfrage 2004

Im Laufe des letzten Jahres wurden 1000 SAC-Mitglieder schriftlich zum SAC und seinen Dienstleistungen befragt. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus: Die eingeschlagene Richtung der Verbandsarbeit stösst bei den Mitgliedern auf breite Zustimmung. Die ALPEN haben sich mit SAC-Geschäftsführer Peter Mäder über die Umfrage unterhalten.

Peter Mäder: Eine Unternehmung kann den Erfolg und die Zufriedenheit der Kunden am Ende des Jahres in der Kasse messen. Ein Verband kann die Entwicklung der Mitgliederzahlen zum Gradmesser nehmen, erhält aber dabei keine Auskunft über die Qualität einzelner Angebote und Dienstleistungen. Eine Mitgliederumfrage bei 1000 Mitgliedern aller Alters- und Sprachgruppen sollte im Sommer 2004 dazu einige Antworten liefern.

Befragt wurden schriftlich 700 Mitglieder und 300 Funktionäre, also Kommissions- und Vorstandsmitglieder der Sektionen – anteilsmässig in Bezug auf Alter, Sprache und Geschlecht aufgeteilt. Von den Fragebogen betrug der Rücklauf bei den Mitgliedern 28% und bei den Funktionären 62%, was bei beiden Gruppen je an die 200 ausgefüllte Fragebogen ergab. Das entspricht einem Total von ca. 40%, was sehr erfreulich ist. Die Anzahl der Befragungen und die einzelnen Rücklaufquoten sind bereits die einzigen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Diese Arbeit geschah hier auf der Geschäftsstelle. Für die speziellen Fragen waren die Bereichsleiter involviert, die allgemeinen wurden vom Leiter Marketing, Pit Meyer, und mir formuliert. Der gesamte Fragebogen wurde dann von einem Fachmann bereinigt. Der Versand erfolgte in der ersten Hälfte 2004, die Auswertung gegen Ende 2004. Die Fragen waren so zusammengestellt, dass einerseits die Quantität – « reduzieren–halten– ausbauen » – und andererseits die Qualität von 15 Dienstleistungsangeboten beurteilt werden konnten. Zu den einzelnen Dienstleistungen gab es jeweils noch zwei bis drei spezifische Fragen.

Vorausschicken möchte ich, dass sich bei keiner Frage signifikante Differenzen zwischen den beiden Gruppen zeigten, was doch einigermassen überrascht. Der Aspekt Quantität ergab bei allen Dienstleistungsangeboten überwiegend ein Fortfahren auf dem heutigen Niveau. In zwei Teilbereichen, und zwar bei den speziellen Angeboten für SAC-Mitglieder und bei den Massnahmen zum Schutz der alpinen Umwelt, wurde ein Ausbau gefordert, beim Clubshop hingegen überwog ganz knapp ein Reduzieren. Beim Aspekt « Qualität » erreichte die Clubzeitschrift DIE ALPEN mit 63% Zustimmung zu « sehr gut » das beste Resultat. Werden die Antworten von « sehr gut » und « gut » zusammengenommen, so liegen 9 von den 15 befragten Dienstleistungen im obersten Viertel der Skala.

Positiv natürlich!

Auf die Unterschiede in den Antworten der Mitglieder und jener der Funktionäre. Letztere sind doch näher an den ganzen Abläufen des Gesamtclubs und entsprechend kritischer eingestellt. Interessanterweise hat es da aber keine signifikanten Abweichungen gegeben. Von Interesse waren natürlich auch die Antworten auf die Frage « Warum sind Sie Mitglied im SAC ?» Ca. 200 Antworten sagten dazu « Aus Interesse an der Bergwelt » und nur ca. 40 « wegen günstigerer Übernachtung auf den Hütten ». Das bedeutet doch, dass der Kontakt zu Gleichgesinnten und die Solidarität zum Club höher gewertet werden als die direkten finanziellen Vorteile. Eine relativ hohe Anzahl an Nennungen erreichte auch die Antwort « Weil ich an Touren teilnehme ». Diese Aussage kann sowohl in Richtung gemeinsamer sportlicher Tätigkeit als auch in Bezug auf Nutzen des vorhandenen Angebots interpretiert werden. Für den Gesamtclub heisst das, dass hohe ideelle Aspekte mit guten Dienstleistungen kombiniert werden müssen. So, dass die eine Antwort « Ich bin stolz, SAC-Mitglied zu sein !» stellvertretend für die andern stehen könnte.

Grundsätzlich liegen wir mit unserem Angebot und den Dienstleistungen auf gutem Kurs. Als SAC-Mitglied möchte man aus den Club-Angeboten einen Nutzen ziehen, beispielsweise aus dem Verlags- oder dem Ausbildungsangebot. Die Clubshopangebote müssen künftig clubspezifischer ausgerichtet werden als bisher. Der Wunsch nach Ausbau des Umweltschutzes ist häufig Grund für kontroverse interne Diskussionen, ist aber, wie die Umfrage zeigt, vorhanden. Weiter hat die Umfrage gezeigt, dass sich der Leistungssport zehn Jahre nach seiner Einführung im SAC etabliert hat, aber noch immer mehr kritische Stimmen erzeugt als andere Bereiche. Klar zum Ausdruck kam auch, dass der Internetauftritt verbessert werden muss. Und da sind wir bereits an der Arbeit.

Eine solche Umfrage kann natürlich nicht ins Detail gehen. Für verbindliche Aussagen zu einzelnen Bereichen müssten spezielle Umfragen gemacht werden. Wichtig war, die allgemeine Stimmung und die Ausrichtung auszuloten. Und das, denke ich, haben wir geschafft.

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