Studie «Sport Schweiz 2000» Schlussfolgerungen für den SAC

Am 31. August wurde vom SOV1 im Haus des Sports in Bern die Studie «Sport Schweiz 2000, Sportaktivität und Sportkonsum der Schweizer Bevölkerung» vorgestellt. Ein paar Schlussfolgerungen zu Sport und Verein im gesamtschweizerischen Sportgeschehen finden sich nachfolgend aufgeführt.2 Anschliessend werden jene Aussagen herausgegriffen, die für den SAC und die von ihm ausgeübten Sportarten von Bedeutung sind.

Nicht nur die Sportmöglichkeiten sind vielfältiger geworden, auch der Trend, mehrere Sportarten gleichzeitig zu betreiben, hat sich vor allem bei den Jüngeren, die sich heute bereits in drei bis fünf verschiedenen Sportarten betätigen, ebenfalls verstärkt. Es werden aber nicht alle Sportarten im selben Alter und gleich lang ausgeübt. Damit stellt sich auch die Frage nach dem Verhältnis zum Sportverein. Heute macht rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung aktiv in einem Verein mit. Jedoch ist Sporttreiben nicht mehr so stark an die Vereinsmitgliedschaft gebunden, und besonders bei der jüngeren Generation sind Vereinswechsel häufig. Die lebenslange (Sport-)Vereinstreue findet man heute nur noch im höheren Alterssegment. Trotzdem ist die Position des Vereins stark, nicht zuletzt infolge der immer noch grossen Bereitschaft, ehrenamtlich tätig zu sein (ein knappes Viertel der Vereinsmitglieder setzt sich zurzeit auf diese Weise für seinen Verein ein). Ebenso ist das Image des Sports insgesamt sehr gut, indem mit dem Sport vor allem positive Begriffe wie Bewegung, Gesundheit, Spass sowie Körpergefühl, Kameradschaft, Fitness, Training und Spiel verbunden werden. Auch eine vermehrte Sportförderung wird gewünscht.

Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten im Bergsportbereich Die Natur (z.B. Wald, Seen, Berge) ist der mit Abstand beliebteste Sportort, die Natursportarten liegen somit klar im Trend. Die am meisten ausgeübte Sportart ist Wandern (inkl. Bergwandern und Walking), an 20. Stelle folgen Skitouren/Skiwandern/Schnee-schuhlaufen und an 26. Stelle Klet-tern/Bergsteigen (d.h., ca. 6% der Befragten haben gemäss ihrer Aussage in den letzten 12 Monaten diesen Sport ausgeübt). Bei all diesen Aktivitäten handelt es sich um Lifetime-Sportarten, die üblicherweise zumindest mehr als während zehn Jahren ausgeübt werden. Wie sich auf Grund der Frage nach den Sportarten Die Natur ist gemäss der Studie «Sport Schweiz 2000» der mit Abstand beliebteste Sportort. Wan- dern/Walking/Bergwandern ist dementsprechend auch die in der Schweiz am meisten ausgeübte Sportart.

ergibt, die man noch gerne oder vermehrt betreiben möchte, aber (zurzeit) noch nicht ausübt, besteht in der Sparte Klettern/Bergsteigen noch ein Wachstumspotenzial von gegen 40 000 Interessentinnen und Interessenten, beim Walking/Wandern/Berg-wandern ein solches von über 60000 und bei Skitouren/Skiwandern/ Schneeschuhlaufen ein solches von ca. 20 00O. Für den SAC bedeutet dies, dass es in der Schweizer Bevölkerung noch eine recht grosse Zahl von Personen gibt, die gerne eine der vom SAC angebotenen Sportarten ausüben möchten. Andere Sportarten verfügen allerdings über ein noch beeindruckenderes Potenzial (beim Golf, diesbezüglich an vierter Position, beläuft sich dieses z.B. auf ca. 135 000). Dem ist aber auch wieder entgegenzuhalten, dass der SAC nicht nur für eine einzige Sportart zuständig ist, sondern im besonders beliebten Natursportbereich immer wieder neue Bergsportformen aufnimmt und anbietet: Sportklettern, Skialpinismus, Canyoning verfügen sicher noch über gute Wachstums-möglichkeiten.

Die klassischen, im SAC ausgeübten Sportarten sind - wie bereits oben festgehalten - Lifetime-Sport-arten. Gleichzeitig sind es jedoch auch Sportarten, die von Aktiven mit einem relativ hohen bis sehr hohen Durchschnittsalter betrieben werden: Wandern/Walking/Bergwandern bringt es mit 48 Jahren auf das zweithöchste Durchschnittsalter (nur Skilanglauf liegt mit 49 Jahren noch ein bisschen darüber), Skitouren/Skiwan- Bergweg-Markierung bei La Fouly dern/Schneeschuhlaufen gehört mit 42 Jahren ebenfalls ins obere Alterssegment und selbst Bergsteigen/Klet-tern mit einem Altersdurchschnitt von 37 Jahren zählt nicht gerade zu den Disziplinen mit einem besonders ausgeprägten «Jugendtouch». Wären das Sportklettern und gegebenenfalls noch das Eisfallklettern separat ausgeschieden worden, würde das Bild in diesen Disziplinen vermutlich jedoch etwas anders aussehen.

Während beim Wandern/Wal-king/Bergwandern der Frauenanteil mit 60% hoch ist, liegt er bei den mehr alpinen Aktivitäten tief: 23% bei Skitouren/Skiwandern/Schnee-schuhlaufen und gerade mal 14% bei Klettern/Bergsteigen - es handelt sich hier also um eigentliche «Männerdomänen».

Als mit grossem Abstand wichtigster Grund für die Vereinsmitgliedschaft wird « Gemeinschaft/Kameradschaft» genannt (von 80% aller Aktivmitglieder; an zweiter Stelle steht «regelmässiges, fixes Training», das von 25% genannt wird). Dieser zwischenmenschliche Aspekt hat im SAC und beim Bergsteigen immer an erster Stelle gestanden und wird heute mit dem KiBe, dem FaBe und dem vielfältigen Angebot für unsere Senioren gefördert. Gleichzeitig gilt dies aber auch als Aufforderung, in all diesen Bereichen noch mehr zu tun. Im Einbezug und im Aufgehobensein in der sympathischen und entspannenden kameradschaftlichen Atmosphäre liegt die Chance des Vereins, insbesondere des SAC, der dank seiner vielseitigen (auch kulturellen Aktivitäten) hier über ein bedeutend  besseres Potenzial verfügt als die «Nur-Sportvereine». Auf der andern Seite gilt es festzuhalten, dass ein Kernsegment des Vereinssports der wettkampfmässig betriebene Teamsport ist und bleiben wird - was die Bedeutung hervorhebt, die der Wettkampfbereich für den SAC aufweist.

Beim Wunsch nach zusätzlicher Förderung von Einrichtungen steht an erster Stelle «Parks und freie Natur», d.h., man möchte «draussen» vermehrt über eingerichtete Betäti- gungsmöglichkeiten verfügen - beim Klettern drängt sich dabei fast sofort der Gedanke an die immer grosser werdende Beliebtheit von «Plaisirrouten» auf. Die Einrichtung solcher Routen liegt genau auf dieser Wunschlinie.

Die durchschnittlichen Sportaus-gaben der Schweizer Bevölkerung belaufen sich auf ca. 1400 Franken pro Jahr und Person. Bei über 90000 Natur- und Kameradschaftserlebnis auf der Hochtour; im Abstieg von der Jungfrau SAC-Mitgliedern macht das immerhin einen Betrag von jährlich weit über 100 Mio. Franken aus, der vorwiegend für Sportkleidung und -schuhe (an erster Stelle), für Sportgeräte und Ausrüstungsgegenstände und für weitere in Zusammenhang mit der eigenen sportlichen Aktivität stehende Dienstleistungen ausgegeben wird.

Der SAC mit den von ihm angebotenen verschiedenen Bergsportformen entspricht dem heutigen generell sportfreundlichen, Naturkontakt, Kameradschaft und Gesundheitsaspekt betonenden und alle Altersklassen einbeziehenden Umfeld sehr gut, ja nahezu in idealer Weise. Zudem ist der SAC vor allem im Segment der Lifetime-Sportarten engagiert, was die Vereinstreue erhöht. Weniger verankert ist er bei der jungen Generation und den vorwiegend von ihnen betriebenen rasch boomenden, aber meist auch eher kurzlebigen Trendsportarten. Wenn der SAC seine Stärken ausspielt, seine Chancen besonders im KiBe-, FaBe- und Seniorenbereich konsequent nutzt und auch entsprechende Mittel dafür einsetzt, wird er sich weiter auf einem - wenn  auch nicht stark expansiven - Erfolgskurs bewegen. Dazu muss aber die am Schluss der Studie aufgeführte Aussage stets im Auge behalten werden: «Es ist dafür Sorge zu tragen, dass sich der Sport auch in Zukunft frei und unter angemessenen Rahmenbedingungen entwickeln kann.» Für den SAC bedeutet dies, dass er sich entschieden dafür einsetzt, damit die Beschränkungen des Bergsports (z.B. in Form von Felssperrungen, Kletterverboten u.a.) nicht Überhand nehmen.

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