Tief fliegende Sportflugzeuge

Zu « Neue Gefahren in den Alpen? » ( Vgl. auch Leserbrief in ALPEN 9/2004 ) Ende März 2004 befand ich mich mit einer Gruppe von Alpinisten am Wildhorn auf einer Gebietsdurchquerung. Schon am Samstag waren pausenlos Sportflug-zeuge am Wildhorn unterwegs. Am Sonntagmorgen dieselbe Situation: Flugzeuge umkreisten den Gipfel und setzten, ohne anzuhalten, kurz auf dem Gletscher auf. Als schliesslich ein Flugzeug landete und Passagiere aussteigen liess, ging ich zum Piloten und fragte ihn, warum stundenlange Flugbewegun-gen und mehrfache Aufsetzer für das Absetzen einer Touristengruppe notwendig seien. Als Antwort wurde ich vom Piloten sofort wild beschimpft. Eine sachliche Diskussion war unmöglich, der Pilot wurde vielmehr handgreiflich und flog in der Folge sogar in Drohgebärde mit seiner Maschine auf mich zu.

Auch dieses Geschehen zeigt, dass der SAC als grosser Verband die Aufgabe hat, im Dialog mit anderen Nutzern der Bergwelt eine klare Position zu beziehen. Der SAC ist durch Gesetzesbeschluss in den Gremien, die über die Vergabe von Gebirgslandeplätzen entscheiden, vertreten. Er muss sich fragen, ob und wenn ja in welcher Weise er sein Mitspracherecht nutzt, um die zum Teil fragwürdige und unzeitgemässe Nutzung der Gebirgslandschaft einzuschränken. Die SAC-Mitglieder müssten zudem klar informiert werden, wie der SAC seinen Einfluss nutzt, um die Interessen der aktiven Naturliebhaber gegenüber der Motor-sportlobby zu verteidigen. a Ansgar Bücking, Renens

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