Unionsverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-293-00424-5. Fr. 22.90

« Gegen acht Uhr erreichte ich Locarno. – Nun bin ich eine Woche nicht aus den Kleidern gekommen, und wie gerne werfe ich mich nun in den glitzernden See, in dieses klare, weiche und immer frische Gewand des Wassers, das unsere schwimmenden Glieder so kantenlos umfängt! Noch kann ich es kaum fassen, dass es ein Dasein ohne Rucksack gibt, und mich dünkt, noch nie habe ich das Baden so genossen, wie eben jetzt, da es die lange Sehnsucht heisser Wandertage erfüllt. » So schliesst Max Frisch einen Artikel « Über die Alpen », der am 13. August 1937 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen ist. Max Frischs Mehrtagestourenbericht über die Alpen macht den Auftakt in einem feinen, schön gebundenen und rucksacktauglichen Buch, für das Emil Zopfi Geschichten vom Wandern und Bergsteigen ausgewählt hat, von A wie Annemarie Schwarzenbach bis Z wie Carl Zuckmayer. Goethe ist dabei, Mark Twain natürlich, Hermann Hesse, Thomas Mann und Charles Ferdinand Ramuz sowieso. Aber auch unbekanntere Schriftsteller mit einer Neigung zum Gebirge wie Alfred Graber und Jürg Weiss. 15 Texte, jeder lesenswert, das Nachwort des Herausgebers übrigens auch.

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