«unser höchster berg ist 322 meter hoch»

Die Niederlande sind alles andere als eine alpine Hochburg. Was die Mitglieder des Bergsteigerverbandes packt, erzählt Präsident Joachim Driessen.

Welchen Stellenwert hat Bergsteigen in Ihrem Land?

Joachim Driessen: Am populärsten sind in den Niederlanden Sportarten wie Fussball oder Unihockey. Bergsteigen ist dagegen eher eine Randsportart, schliesslich haben wir bei uns auch keine Gipfel. Trotzdem haben wir 58 000 Mitglieder, eine beachtliche Anzahl. Uns gibt es auch schon seit über 100 Jahren.

Was ist besonders beliebt bei Ihren Mitgliedern?

Wandern ist bei uns sehr populär. Sportklettern in der Halle, aber auch Bouldern haben an Beliebtheit gewonnen. Da sind die Kurse, die wir anbieten, gut besucht. Schliesslich sind die Hallen auch einfacher zu erreichen als Klettergebiete.

Wo sind die besten Plätze?

Wenn wir in die Berge wollen, müssen wir ins Ausland. Bei uns liegt ein Fünftel des Landes unter dem Meeresspiegel. Der höchste «Berg» ist der Vaalserberg mit 322 Metern. Deshalb halten wir Kurse in unsern Nachbarländern ab. Unsere Mitglieder gehen gerne in die klassischen Alpenländer Österreich und Schweiz.

Was essen Sie typischerweise zum Picknick?

Ganz herkömmlich: Brot mit Käse.

Wo sehen Sie als Verband die grössten Schwierigkeiten?

Unsere grösste Herausforderung ist, Sportklettern als eine eigenständige und professionelle Sportart zu etablieren. Daneben nehmen wir ein schwindendes Interesse im alpinen Bereich wahr. Vor allem bei den jungen Mitgliedern sind lange Touren nicht mehr angesagt.

Nederlandse Klim- en Bergsport Vereniging

Gründungsjahr: 1902

Anzahl Mitglieder: 58 000

Mitgliederbeitrag: 51 Euro

1 Liter Milch: 0,98 Euro

50-Meter-Einfachseil: 145 Euro

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