Unsere Welt ist grösser

Es war ein Titelbild des Jahrgangs 2012, das zu Diskussionen in der Leserschaft Anlass gegeben hat. Das Bild vom August habe nichts mit Alpinismus zu tun.

Stimmt. Es hat rein gar nichts mit Alpinismus und Bergsteigen zu tun, wenn David Lama einen Riss klettert, den er an einem verlassenen Hochofen im Ruhrpott entdeckt hat. Dass er diesen Handriss überhaupt rauf- und runterklettern kann aber schon. Ohne die Fertigkeiten und Techniken, die in den Bergen entwickelt wurden, würde er vor dem Riss stehen bleiben. Er wäre unerreichbar, das Ende der Welt gewissermassen.

Das Bild ist ein Beleg dafür, dass sich das Klettern in den letzten Jahrzehnten gewaltig entwickelt hat. Geklettert wird nicht nur in den Bergen, in Klettergärten und Hallen. Auch mitten in Städten trifft man sich zum Bouldern. An Hauswänden, Brücken, Kranauslegern. Dank den Techniken, die Alpinisten entwickelt haben.

So sind wir in der Lage, aus eigener Kraft Orte zu erreichen, die für andere unerreichbar sind. Wo für viele das Ende der Welt liegt, beginnt sie für uns. Sei das nun in einer Eiskletterei in Schottland oder in einem Schneesturm auf dem Hohsandjoch. Oder auf einem Block in einer Walliser Obstplantage. Oder auch auf einer blau-weissen Route in den Alpen.

Darum ist gerade dieses Bild aus dem Kohlenpott mein Favorit. Es zeigt, dass unsere Welt ein bisschen grösser ist. Auch in einem Industriegebiet.

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