von Känel, Jürg: Schweiz plaisir

Bergsteigen, Skitouren und Wandern Die Berge sind zwar auch zum Sportklettern da, aber nicht ausschliesslich. Wer sich in Sachen Panorama auskennt, wird von nahezu jedem grösseren Zentralschweizer oder Tessiner Gipfel die markante Silhouette des Pizzo Rotondo und seiner Nachbarn unschwer ausmachen. Und just diese stolzen Dreitausender bieten im Winter wie im Sommer sehr lohnende Ziele, die je nach Gipfel und Route auf Pfadspuren oder über Gletscher und steile Firnfelder zu erreichen sind. Und im Frühling über zauberhafte Pulver- und Sulzschneehänge verlassen werden können -wie am Pizzo Pesciora mit seiner Traumabfahrt, die auf dem Gipfel beginnt und meistens erst 1600 m weiter unten im « Stella alpina » in Ronco endet, wo die einheimischen Dessertspezialität « Resümada » beim Ersetzen verbrauchter Kalorien Wunder wirkt.

Nicht minder lohnend sind die Bergwanderungen, insbesondere die Übergänge zu den SAC-Hütten Rotondo und Corno Gries sowie, etwas länger, zur Capanna Cristallina und zum Rifugio C.A.I. Maria Luisa im'Die Capanna Piansecco ( SAC-Sektion Leventina ) ist telefonisch über Tel.091/869 12 14 und in einer knappen Stunde zu Fuss von All'Acqua ( PTT-Haltestelle ) zu erreichen. Die Hüttenwartin Lidia Spinelli ist im Sommer vom 15. Juni bis 15. Oktober anwesend, im Winter bei guten Verhältnissen vom 15. Dezember bis 15. Januar sowie während der Fasnachts- und Osterferien durchgehend, ansonsten am Wochenende und nach Vereinbarung. Ausserhalb dieser Zeiten werden Reservationen über Tel.091/966 89 82 entgegengenommen.

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Von Känel, Jürg: Schweiz plaisir Neuauflage in zwei Bänden ( Ost und West ). Edition Filidor, Reichenbach 1996. Fr.43.pro Band Die Topoführer von Jürg von Känel haben sich als Klassiker der Führerliteratur etabliert. Ihre Qualität äussert sich in der liebevollen, übersichtlichen Darstellung; exakte Zustiegsskizzen erleichtern das Zurechtfinden. Es beeindruckt, wie viele Informationen von Känel mit Symbolen und Kästchen in die Topos verpackt, ohne dass die Übersichtlichkeit verloren geht.

Grösster Popularität erfreut sich insbesondere sein Schweiz plaisir -ein Auswahlführer, der vier Jahre nach Erscheinen bereits vergriffen war. Doch nun hat der unermüdliche Führerautor für Nachschub gesorgt und den Genussklassiker, der bestens abgesicherte Routen bis zum 7. Grad enthält, vollständig überarbeitet: Alle Klettergebiete sind neu gezeichnet und entsprechend ergänzt.

Jürg von Känel hat sich aktiv für eine Erweiterung des Plaisirangebotes eingesetzt. Nicht zuletzt ist ihm zu verdanken, dass heute auch in einfachen Seillängen auf eine bessere Absicherung geachtet wird. Letztes Jahr organisierte er z.B. ein « Bohrhaken-sponsoring », mit dem die Neueinrichtung und Sanierung von Routen im Plaisirbereich gefördert wurde. Resultat dieser Aktion sind 40 neue Gebiete und viele gut abgesicherte Genussrouten.

Die neue Auflage von Schweiz plaisir ist jetzt auf zwei Bände ( Ost und West ) aufgeteilt. Eine weitere Neuigkeit besteht darin, dass sich der Führer nicht mehr auf die Schweiz beschränkt, sondern auch norditalienische Gebiete einschliesst, die lohnende Ausweichziele bieten.

Kinder zum Klettern mitzunehmen ist nicht unproblematisch. Von Känel, selbst Vater von drei Söhnen, bezeichnet darum die Klettergebiete mit einem entsprechenden Piktogramm, in denen gefahrloses Spielen am Wandfuss möglich ist. Dem Trend zum Kinderbergsteigen wird er mit eigens für Kinder eingerichteten Klettergärten und Routen gerecht. Von Känels 01 D Bücher / Medien c a Erfindergeist scheint unerschöpflich, und so entstand in einer schlaflosen Nacht die Idee des Kletterlehrpfades mit sehr einfachen, wenig exponierten und super abgesicherten Mehrseillängenrouten. Hier sollen Kinder und Anfänger die Gelegenheit haben, das Klettern auszuprobieren.

Mit seinem Schweiz plaisir plädiert der Autor und Bergführer auch für eine vernünftige Absicherung in den unteren Schwierigkeitsgraden. « Klettern war einmal eine Risikosportart, doch bei Plaisirrouten fällt dieser Charakter weg. Der Klettersport ist nach wie vor eine der schönsten Natursportarten und sollte nicht nur einem Kreis auserwählter, erfahrener Bergsteiger offenstehen », erläutert von Känel seine Gedanken. Jedenfalls ist der neue Plaisir für alle, die die Schweiz kletternderweise entdecken wollen, Pflichtlektüre.

Bernard van Dierendonck, Langen- bruck Der Person Pater Placidus a Spescha war in Disentis ein Kolloquium gewidmet: Ein Pater ehrte seine Verdienste als Pater, ein Sprachwissen-schaftler den Sprachforscher, der Journalist Peter Donatsch den Bergsteiger. Die Ergebnisse liegen nun in einem gefälligen Bändchen vor. Es gehört in die Bibliotheken jener, denen Bergsteigen mehr als nur Sport bedeutet.

Paul Meinherz, Maienfeld

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