Warum brauchts beim Klettern Schiedsrichter?

Rote Karten verteilen, Abseits pfeifen oder das Spiel starten: Im Fussball ist selbst Laien klar, was die Aufgaben des Schiedsrichters sind. Anders beim Klettern. Die «Judges» stehen zwar überall herum  –aber zu welchem Zweck? «Sie schauen, dass alles mit rechten Dingen zu- und hergeht», sagt Joël Wälchli, Chefschiedsrichter, lachend. Konkret heisst dies: Beim Bouldern zählen sie die Versuche. Beim Lead kreuzen sie den letzten berührten Griff auf dem Blatt an. Daneben schauen sie, dass Athleten die Isolationszeiten und -regeln einhalten, oder gehen auf Beschwerden ein.

Wer nun denkt, dies sei nicht anstrengend, irrt. «Man muss den ganzen Tag auf der Hut sein», sagt Wälchli. Besonders am Anfang sei die ­mentale Anspannung enorm. Er kann sich noch gut an seinen ersten Einsatz erinnern: «Der Schweiss tropfte nur so runter.» Heute ist Wälchli ein alter Hase. Als Chefschiedsrichter verwarnt er die Profis auch ab und zu. Das kommt aber selten vor: In der letzten Saison zückte er die gelbe Karte nur einmal.

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