Was nach dem Bergsteigen bleibt

Ich bin seit meinem 19.. " " .Lebensjahr jeden Sommer mit nie nachlassender Lust in die Berge gestiegen und habe während fast 40 Jahren die schönsten Gipfel unserer Alpen besteigen dürfen. Jetzt bin ich im Rentenalter und hätte viel Zeit, verfüge aber nur noch eingeschränkt über die notwendigen Kräfte, mich als Gipfel- und Himmelsstürmer zu bewähren. Was bleibt, sind wertvolle Erinnerungen. Aber diese Erinnerungen–wer wüsste das nicht– verblassen. Dabei kommt mir Nino in den Sinn, ein Zürcher Augenarzt, der einer Gruppe angehörte, der ich mich angeschlossen hatte, um bei prächtigstem Wetter eine Skitour auf den Monte Rosa zu unternehmen. Ich erinnere mich gut, wie wir von der Dufourspitze zurückkehrend vor der genussvollen Abfahrt bei unserem Skidepot einen kurzen Halt machten. Wir schnallten die Steigeisen los und brachten das Seilzeug in Ordnung, knabberten etwas, quatschten und genossen die Aussicht. Anders Nino: Er setzte sich hin, kramte seine Feldflasche, einen Skizzenblock und einen kleinen Malkasten hervor. Mit kaltem Tee seine Wasserfarbe anrührend, war er bestrebt, das Panorama einzufangen und mit nach Hause zu nehmen. Er versuchte, die Bilder zu konservieren, und stemmte sich so gegen das Verblassen. Auch dem frühen Bergfotografen Jules Beck, dem ab dem 22.. " " .Oktober eine Sonderausstellung im Alpinen Museum gewidmet ist ( Artikel S. 60 ), dürfte es darum gegangen sein. Beck hat keine Mühe gescheut, seine umfangreiche und « gewichtige » Fotoausrüstung zu den Gipfeln unserer Alpen zu schleppen, um damit Zeugen für sich selbst, für Freunde aus dem Flachland, für die Gletscherforschung und die Kartografie, ja, für die Ewigkeit, einzufangen. Diese Bilder auferstehen nun in neuem Glanz.

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